Das Lebensalter von Mitarbeitern und deren individuelle Motivation im Job haben nichts miteinander zu tun – so lautet das Ergebnis einer neuen Studie der Universität Bayreuth. Demgegenüber steht das leider sehr verbreitete Vorurteil, dass gerade die älteren Arbeitnehmer, vor allem wenn sie schon länger im Betrieb arbeiten, immer weniger motiviert sind. Dies steht jedoch in keinem unmittelbaren Zusammenhang. Tatsächlich wird durch ganz andere Ereignisse eine Abwärtsspirale hinsichtlich der Motivation in Gang gesetzt. Und dazu gehört vor allem die tatsächlich erlebte aber auch die gefühlte Benachteiligung wegen des eigenen Alters.

Für die Studie der Universität Bayreuth wurden 1.250 Beschäftigte aus sechs deutschen Unternehmen befragt. Das Ergebnis macht aufmerksam: Denn nach Ansicht der Wissenschaftler ist das Alter an sich für eine mögliche mangelnde Leistungsbereitschaft nur wenig verantwortlich. Diese trat vielmehr erst dann ein, wenn ältere Mitarbeiter zum wiederholten Male erleben mussten, dass sie wegen ihres Alters benachteiligt wurden. Wenn dann auch noch ein Gefühl mangelnden Rückhalts durch die Geschäftsleitung hinzukommt, werde eine verhängnisvolle Abwärtsspirale der Demotivation in Gang gesetzt, so Tanja Rabl vom Lehrstuhl für Personalwesen an der Universität Bayreuth.

Demografischer Wandel, Fachkräftemangel, Rente mit 67: Immer weniger Firmen werden es sich leisten können, auf die Erfahrung und Arbeitskraft ihrer älteren Mitarbeiter zu verzichten. Dabei gibt es durchaus Maßnahmen, die von Betrieben aktiv unternommen werden können, um das Niveau der Motivation auch weiterhin hochzuhalten: Die Führungskräfte etwa sollten für das Thema sensibilisiert werden, mit den Mitarbeitern ist regelmäßig zu sprechen, um Mobbing-Tendenzen schneller und besser erkennen zu können, Maßnahmen altersübergreifenden Teambuildings sind sinnvoll, die Einführung von Antidiskriminierungsrichtlinien ist ebenfalls anzuraten und schließlich muss der Arbeitgeber selbst auch positiv vorangehen und die Kompetenzen der älteren Beschäftigten aktiv einfordern, etwa indem man ihnen auch weiterhin anspruchsvollere Aufgaben zuteilt.

Nachhaltige Maßnahmen gegen die Diskriminierung älterer Beschäftigter sind vor allem in Zeiten eines möglichen Fachkräftemangels ein wichtiges Instrument für Betriebe, um wettbewerbsfähig zu bleiben!

Interview mit der Leiterin der Studie Tanja Rabl im Deutschlandfunk (hier anhören)

„Blick in die Forschung – Sind ältere Arbeitnehmer unmotiviert?“ (pdf-Datei, 296kb)

Peter



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 02. September 2010 um 13:39 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Demografie, Mobbing abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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