von Martin am 05.09.2006, 13:57 Uhr , Kategorie: Allgemein

Kombilohn, Mindestlohn, Initiative 50plus ? alles Dinge mit arbeitsmarktpolitischer Relevanz, die in Kürze umgesetzt werden sollen.

Zu dieser Runde gesellt sich nun wieder ein alter Bekannter, um den es in letzter Zeit ziemlich ruhig geworden war ? der Kündigungsschutz oder besser gesagt, die ßnderung desselben.

 

Entbrennt die Diskussion darüber nun aufs Neue?   

 

Im Koalitionsvertrag hatten CDU und SPD vereinbart, die Probezeit bzw. Wartezeit von 6 auf 24 Monate zu verlängern und im Gegenzug dafür die sachgrundlose Befristung von Arbeitsverhältnissen abzuschaffen. Nach heftiger Kritik von Seiten des Koalitionspartners, zum Teil aber auch von Seiten der Wirtschaft, war Bundeskanzlerin Angela Merkel in dieser Sache deutlich zurückgerudert und hatte verkündet, es müsse erst mal geprüft werden, ob uns die ßnderung des Kündigungsschutzes weiterbringe oder es besser sei, mit dem jetzigen Status quo zu leben. Auch war plötzlich nicht mehr die Rede von einer Umsetzung bis 2007, sondern lediglich noch im Rahmen dieser Legislaturperiode.

 

Meiner Meinung nach war die Sache damit ? zumindest für (sehr) lange Zeit ? erst mal vom Tisch. Doch was lese ich heute in der Tageszeitung? Die ßnderung des Kündigungsschutzes soll nun doch noch umgesetzt werden, zumindest wenn es nach der CDU geht. Jedoch bemerkt man bei genauerem Lesen des Artikels, dass dies auch innerhalb der CDU nicht unumstritten ist …  

Naja, mal sehen, was kommt. Vielleicht handelt es sich dabei ja auch nur um eine Meldung am Ende des Sommerlochs.

 

Wie ist Ihre Meinung hierzu? Müssen wir mit einer ßnderung des Kündigungsschutzes noch in dieser Legislaturperiode rechnen?

 

Martin

 

 

von Martin am 24.08.2006, 12:40 Uhr , Kategorie: Allgemein

Das sog. Entsendegesetz verpflichtet Arbeitgeber im In- und Ausland, bestimmte Mindestlöhne zu zahlen sowie bestimmte Sozialstandards einzuhalten. Bislang gilt es nur für die Bauwirtschaft. Nun soll es auch für Arbeitnehmer im Bereich Gebäudereinigung Anwendung finden ? so lautet zumindest ein Beschluss des Bundeskabinetts von gestern.

Doch was soll man von gesetzlichen Mindestlöhnen halten? Sind sie nur ein weiterer Schritt in Richtung noch mehr Gesetze statt Deregulierung? Gar eine Aushöhlung der Tarifautonomie? Oder – ist dieses Gesetz ein sinnvoller Schutz gegen Billigarbeitskräfte aus dem Osten und der richtige Weg zur Sicherung von angemessenen Löhnen?  

Was meinen Sie dazu?  

Martin

von Conny am 23.08.2006, 17:38 Uhr , Kategorie: Allgemein

Die Arbeit von Männern ist mehr wert als die von Frauen. So scheint es zumindest, wenn man sich die Gehaltsstatistiken ansieht. Darin steht immer noch: Frauen verdienen im Schnitt weniger als Männer. Warum ist das so? Bieten uns die Arbeitgeber nur geringere Löhne an? Sind wir ungeschickter in Gehaltsverhandlungen und knicken schneller ein als unsere männlichen Kollegen? Sind wir einfach nur genügsamer? Oder ist unsere Arbeit gar tatsächlich weniger wert?
Was halten Sie davon? Haben wir Frauen das verdient?

Ein lohnendes Thema, denn wie heißt es so schön: Geld regiert die Welt.

Conny

von Peter am 17.08.2006, 14:42 Uhr , Kategorie: Allgemein

Eine Umfrage des Personaldienstleisters Randstad im Auftrag des Handelsblatts unter 304 Personalentscheidern hat folgendes ergeben:

  • Raucher, die während der Arbeit Zigarettenpausen machen, müssen diese Zeit in jedem fünften Unternehmen (21,4 Prozent) in Deutschland nacharbeiten.
  • In 34,5 Prozent der Unternehmen müssen die Raucher vor die Tür.
  • 14 Prozent der Firmen sind Raucherparadiese, in denen überall gequalmt werden darf.
  • 60,2 Prozent der Unternehmen haben für ihre rauchenden Mitarbeiter spezielle Aufenthaltsräume eingerichtet.

Und wie ist es bei Euch? Wir gehören zu den 21,4 und zu den 34,5 Prozent.

Peter

von Peter am 09.08.2006, 13:17 Uhr , Kategorie: Allgemein

Aus einer Langzeitstudie der Universität Hohenheim geht unter anderem hervor, dass der Produktivitätsverlust durch Fußball-Tratsch von Arbeitnehmern während der WM auf etwa 0,4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) geschätzt wird. Die Befragten hätten nach eigener Darstellung die Arbeit an jedem Tag während der WM im Durchschnitt rund 15 Minuten schleifen lassen, ohne dass diese Zeit in irgendeiner Form nachgeholt wurde. Diese ?Delle? im BIP wurde aber durch einen um 4,7 Milliarden Euro erhöhten Konsum ? insbesondere von Fan-Artikel und Getränken ? mehr als ausgeglichen.

(Nicht ganz ernst gemeinte) Anmerkungen ;o)
1. Das wäre eine Schlagzeile für die Bild-Zeitung ? Faule Arbeitnehmer versaufen Lohn im Deutschlandtrikot!
2. Dem Bruttoinlandsprodukt ist es egal, ob es durch Arbeit oder Trinken erhöht wird.
3. Dafür haben die Arbeitnehmer aber in der übrigen Zeit aber sicher gearbeitet wie die Weltmeister.

 Peter

von Ines am 07.08.2006, 16:21 Uhr , Kategorie: Allgemein

CDU-Generalsekretär Ronald Profalla hat sich dafür ausgesprochen, dass erwachsene Kinder verpflichtet werden sollen, für ihre arbeitslosen Eltern Unterhalt zu zahlen. Genannt wird so etwas schlicht „Verantwortungsgemeinschaft?. ?Angehörige sollen stärker für einander eintreten müssen?, so Profalla. 

Ein solcher Zusammenhalt ist ja grundsätzlich auch in Ordnung. Aber dieses ?müssen? stört hier irgendwie. Was soll der Generation der heute knapp über 30-Jährigen eigentlich noch alles zugemutet werden? Für was sollen wir denn noch Geld zur Seite legen? Für unsere Rentenversicherung, Pflegeversicherung, Berufsunfähigkeitsversicherung, arbeiten sollen wir bis 67 und jetzt müssen wir auch noch eine Versicherung abschließen für den Fall, dass unsere Eltern arbeitslos werden? Man bekommt schon ein wenig den Eindruck, dass jetzt (erwachsene) Kinder zur Sanierung der staatlichen Sozialsysteme herangezogen werden sollen. 

Oder ist es so, dass es sich hier lediglich um einen gerechten Ausgleich handelt? Schließlich investieren Eltern ja auch jahrelang in ihre Kinder und unterstützen sie. Sollte es da nicht umgekehrt genauso sein, wenn doch die finanziellen Mittel bei den Kindern da sind? Was meint Ihr dazu? 

Ines 

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz hält uns in Atem. Ursprünglich hätte es gestern am 1. August in Kraft treten sollen. Unser Präsident, Herr Köhler, hat es sich aber nochmals kurzfristig anders überlegt und will das Gesetz auf seine Verfassungsmäßigkeit hin überprüfen lassen. Bis Ende September soll das Gesetz aber „in jedem Fall“ in Kraft sein, so das Justizministerium.
Eigentlich sollte das Gesetz und dem Namen „Antidiskriminierungsgesetz“ ja schon im Sommer 2005 in Kraft treten aber die Mühlen der Gesetzgebung mahlen langsam.

Peter

von Martin am 28.07.2006, 17:05 Uhr , Kategorie: Rechtsprechung

Vor ein paar Tagen bin ich über eine Entscheidung des LAG Hamm (Az: 3 Sa 1713/05) gestolpert, bei der ich spontan nicht wusste, ob ich nun lachen oder doch lieben weinen sollte. Aber bitte, bilden Sie sich selbst Ihre Meinung.

Was war passiert? Ein Koch in einem Seniorenheim war abgemahnt worden, nachdem er in einer Woche dreimal vom Speiseplan abgewichen war. Statt Wirsing hatte er Erbsen- und Möhrengemüse, statt Kartoffelsalat mit Ei und Gurke hatte er Kartoffelsalat mit Speck und statt einer roten Soße hatte er zu einer Haxe eine braune Soße zubereitet. Hierfür hatte er eine Abmahnung erhalten. Nachdem er danach auch noch Hackfleischbällchen gedünstet statt gebraten hatte, hatte die Heimleitung die Nase voll von seinen Kochkünsten und kündigte ihm. Wie glauben Sie hat das Landesarbeitsgericht entschieden? Nun, es hat die Kündigung verworfen. Begründung: Die Abweichung bei der Art der Zubereitung der Hackfleischbällchen (gedünstet statt gebraten) lasse eine Kündigung ?unter Zugrundelegung einer verständigen Würdigung nicht im Ansatz als billigenswert und angemessen? erscheinen.

Schöner hätte es das Gericht wohl kaum formulieren können, oder?

Bis bald

 

Martin

von Ines am 21.07.2006, 13:38 Uhr , Kategorie: Rechtsprechung

Hoch Bruno begleitet uns jetzt schon für mehrere Wochen und die Temperaturen klettern immer höher und erreichen Spitzenwerte. Manch einer möchte da lieber am See liegen als auf der Arbeit schwitzen.

Das Bundesarbeitsgericht stellte am Dienstag fest, dass Hitze am Arbeitsplatz kein Grund ist, die Arbeit zu verweigern.

Bei besonders hohen Temperaturen kann allenfalls die Arbeitsgeschwindigkeit angepasst werden, so ein Gerichtssprecher der dpa.

Der Arbeitgeber ist auÿerdem verpflichtet, die Arbeitsräume so einzurichten, dass der Arbeitnehmer gegen Gefahr für Leben und Gesundheit geschützt ist. Oft sind Arbeitgeber zu Kompromissen bereit und lockern z. B. die Kleiderordnung; die ifb-Mitarbeiter bekommen zur Abkühlung Eis.

Ist das Thema Hitze nicht auch ein Thema für den Betriebsrat?

Nach § 87 Abs. 1 Nr. 7 BetrVG hat der Betriebsrat bei Maÿnahmen der Unfallverhütung und des Arbeitsschutzes mitzubestimmen. So können Sie als Betriebsrat eine Betriebsvereinbarung abschlieÿen und somit regeln, was bei extremer Hitze getan wird. In der Betriebsvereinbarung könnte dann beispielsweise geregelt werden, dass betroffene Mitarbeiter tatsächlich frei bekommen, wenn am Arbeitsplatz zwei Tage hintereinander 30 Grad überschritten wird.

Spannendes Thema!

Ich wünsche weiterhin einen schönen Sommer!

Caroline

von admin am 17.07.2006, 10:58 Uhr , Kategorie: Allgemein

Die erste Stufe der Föderalismusreform ist beschlossen, in Stufe zwei nach der Sommerpause soll es ums Geld gehen. Dabei dürfte auch das Thema Länderneugliederung zur Sprache kommen da fraglich ist, ob sich Deutschland 16 Bundesländer leisten kann und muss. Das kleinste deutsche Bundesland -Bremen- hat gerade mal 660.000 Einwohner und hängt seit eh und je am Tropf des Bundes und der anderen Länder. Experten haben ausgerechnet, dass ein Bundesland mindestens 5 Millionen Einwohner haben müsste, um effektiv wirtschaften zu können. Dieses Kriterium erfüllt derzeit nur Bayern, Baden-Württemberg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen. Die logische Konsequenz wäre also, mehrere kleine Länder zu einem größeren zusammenzulegen. Dazu bedürfte es jedoch eines Bundesgesetzes, das in den betroffenen Ländern durch einen Volksentscheid bestätigt werden müsste. Dieses Votum des Volkes dürfte wohl eines der größten Hindernisse für eine Länderneugliederung sein.  

Arne