von Ines am 14.03.2016, 15:26 Uhr , Kategorie: Allgemein

NetzwerkKennen Sie das? In Ihrem Betrieb ist eine Stelle ausgeschrieben. Es gibt sogar eine offizielle Stellenausschreibung in der Zeitung. Doch Bewerber werden im Haus nicht gesehen. Und plötzlich ist ein neuer Mitarbeiter da – es ist der Schwager eines Kollegen.

Keine Seltenheit, wie jetzt eine Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt. Nahezu 30% aller Neueinstellungen, also fast jede dritte Stelle, werden über persönliche Kontakte besetzt. Dagegen sind (ernstgemeinte) Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften lediglich bei 14 % der Neueinstellungen erfolgreich. Ebenfalls bei 14 % führen die Dienste der Bundesagentur für Arbeit einschließlich ihrer Internetangebote zur Stellenbesetzung. 12% der Stellen werden über weitere Internet-Jobbörsen besetzt, 11% über Stellenangebote auf den eigenen Internetseiten der Arbeitgeber und 10% über Initiativbewerbungen oder Bewerberlisten.

Das heißt, fast immer liegt das berühmt-berüchtigte Vitamin B in Sachen Jobvermittlung grundsätzlich auf Platz 1. So sind bei Personen mit mittlerer Qualifikation persönliche Kontakte und die klassischen Stellenangebote in Zeitungen und Zeitschriften die dominierenden Besetzungswege. Bei ungelernten Arbeitskräften folgen nach den persönlichen Kontakten die Dienste der Bundesagentur für Arbeit. Ausnahme sind die Akademiker: Laut der Studie werden sie am häufigsten über Internet-Jobbörsen eingestellt. Bei ihnen stehen die persönlichen Kontakte erst an zweiter Stelle.

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VideoüberwachungWar er jetzt drin oder nicht? Beim Fußball soll dem Schiedsrichter mit Hilfe des Videobeweises ein besseres Urteilvermögen an die Hand gegeben werden. In der Deutschen Fußball Liga wird vermutlich schon bald eine Testphase starten. Der FC Bayern München dagegen arbeitet schon jetzt mit dem Videobeweis – zumindest außerhalb des Spielfelds.

Die Bayern sorgen nicht nur regelmäßig in den Stadien für Spektakel, seit neuestem gelingt ihnen das auch vor dem Arbeitsgericht. Der Fußballclub beschäftigt neben seinem weltberühmten Star-Ensemble auch jede Menge nicht so bekannter Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. So etwa im vereinseigenen Fanshop des Centro Oberhausen. Eine dort angestellte Kassiererin verklagte den Verein kürzlich wegen unzulässiger Videoüberwachung. In einem Raum, der von den Mitarbeitern als Pausenraum genutzt wird, war mindestens eine Kamera installiert. Dies sorgte für großen Unmut unter der Belegschaft. Man fühlte sich überwacht, die Bilder sollten angeblich direkt live in die Zentrale nach München gehen. Für die Klägerin alles andere als ok: Sie wollte
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von Peter am 15.02.2016, 17:24 Uhr , Kategorie: Betriebsrat

Betriebsrat, Mitbestimmung, BWL-StudiumBetriebsrat – was ist das? Ganz so arg dürfte die Antwort wohl nicht ausfallen, würde man einen BWL-Studenten heutzutage nach seinem Wissen über Mitbestimmung fragen. Aber zu recht viel mehr wird es bei der zukünftigen Wirtschaftselite auch nicht reichen. Denn glaubt man einer neuen Studie der Europäischen Akademie für Arbeit (Universität Frankfurt), dann haben die angehenden Manager und Personalverantwortlichen nur wenig Schimmer, wie das Miteinander der Betriebsparteien rechtlich und tatsächlich funktioniert.

Warum? Nun, weil es gar nicht gelehrt wird. Ein Forscher-Team analysierte die Studienpläne im Fach Betriebswirtschaft von 25 deutschen Hochschulen. Nach diesen kommt das Thema Mitbestimmung im Unterricht einfach nicht vor. Wo jeder angehende Jurist im Fach Arbeitsrecht auch zur kollektiven Mitbestimmung auf Herz und Nieren geprüft wird, belegen die zukünftigen Personaler das Thema höchstens freiwillig als Wahlfach. Ein „blinder Fleck“ sei das, so die Autoren der Studie.

Alles nur halb so wild?
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von Peter am 10.02.2016, 16:54 Uhr , Kategorie: Allgemein

Mann Mobilia Mannheim XXXLutz WachdienstDie erste Arbeitswoche im Februar begann mit einer fiesen Überraschung: Als die Mitarbeiter der Verwaltung Zentrallager bei Mann Mobilia in Mannheim zur Arbeit erschienen, standen da eine Menge Wachleute und Sicherheitsmenschen vor dem Eingang zum Betrieb. Keiner der fast 100 Beschäftigten durfte rein, dafür wurden Briefe verteilt, in denen der Arbeitgeber mitteilte, man sei ab sofort von der Verpflichtung zur Arbeitsleistung freigestellt. Wer sich auskennt weiß: Das ist so was wie die Vorstufe der Kündigung.

Das Möbelhaus Mann Mobilia gehört seit 10 Jahren zur XXXLutz-Gruppe. Das österreichische Unternehmen fiel schon wiederholt durch einen rüden Umgang mit seinen Mitarbeitern auf. Auch der Betriebsrat Blog berichtete 2009 und 2010.

„20 Jahre gearbeitet und dann vom Hof gejagt“ – es sind deutliche Worte, die Stephan Weis-Will von der Gewerkschaft Verdi zum Verhalten des Arbeitgebers einfallen. Aber was veranlasste XXXLutz eigentlich dazu, 99 Mitarbeiter so plötzlich freizustellen?
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Blaulicht PolizeiDie Krankmeldungen bei der Polizei sind laut Rainer Wendt, dem Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, in der Flüchtlingskrise so stark angestiegen (in manchen Dienststellen um bis zu 20%!), dass dies auf Dauer nicht zumutbar sei. In einem Presseinterview erzählt er: „Tausende Polizisten sind seit Monaten weit weg von ihrem eigentlichen dienstlichen Auftrag eingesetzt. Sie erfüllen Aufgaben, für die sie eigentlich gar nicht ausgebildet wurden, und was auch mit Polizeiarbeit gar nichts zu tun. Das Ganze noch in einer unglaublich psychisch und körperlich belastenden Situation in zwölf Stunden Schichten, in denen ihnen dann auch fürchterliche menschliche Schicksale begegnen. Das alles belastet die Polizisten, vor allen Dingen auch psychisch, es belastet ihre Familien und ihre Gesundheit. Und es ist kein Ende absehbar.“ Wendt fordert den Bundesinnenminister de Maizière auf, jetzt „schnell und kurzfristig für Entlastung zu sorgen“.

Polizisten sind sehr resistent, sonst könnten sie diesen Job gar nicht machen. Aber irgendwann ist Schluss. Wie bei uns allen. Jeder hat seine Grenzen. Auch Polizisten sind bloß Menschen. Es wäre gut, sie schnellstmöglich von der Vielzahl an Sonderaufgaben zu befreien– zu ihrer und zu unserer Sicherheit.

Bildquelle: @ animaflora – fotolia.de

von Peter am 29.01.2016, 10:30 Uhr , Kategorie: Allgemein

Schönheitsoperation, BotoxManche tun es tatsächlich: Gehen in der Mittagspause einfach zum Sport anstatt was zu essen. Nun ja, was der eine nicht nachvollziehen kann und mit Kopfschütteln quittiert, tut dem anderen gut. Dabei geht’s um Gesundheit, Fitness und eigenes Wohlfühlen. Das darf man ruhig akzeptieren. Keines dieser Ziele werden diejenigen erreichen, die dem allerneuesten Trend folgen: Statt Pasta am Lunchbuffet setzt’s eine Botoxspritze.

Wie bitte? Kleine Schönheitsoperationen in der Mittagspause oder zwischen den Meetings – in unseren Breitengraden ist das bislang nur wenig verbreitet. Unter weiblichen Büroangestellten in China handelt es sich dagegen laut Süddeutscher Zeitung um den allerletzten Schrei. Der Trend im Pekinger Großraumbüro geht definitiv zur makellosen Schönheit  – und die entscheidet zunehmend über den Erfolg einer beruflichen Karriere.

Vor allem für Absolventen von Schulen und Universitäten wird es immer schwerer, einen guten Job zu bekommen. Viel zu viele Kandidaten strömen Jahr für Jahr auf den gesättigten Arbeitsmarkt. Irgendwann wurde es zum Trend, dass (natürlich männliche) Entscheidungsträger in großen Unternehmen damit begannen, nicht mehr ausschließlich nach dem Können auszuwählen, sondern auch nach dem Aussehen. Und das setzte bei vielen jungen Frauen in China etwas in Bewegung. Die „Mittagspausen-Schönheit“ – so werben Kliniken mittlerweile für ihre Angebote. Wer nicht attraktiv genug ist, hat keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt – eine gruselige Vision, die in Fernost gerade Gestalt anzunehmen scheint.

Wie ist es hier zu Lande? Niemand wird es so richtig zugeben, aber Entscheider (m), die die Wahl zwischen mehreren ähnlich qualifizierten Bewerberinnen (w) haben, werden sich, ohne dass es ihnen in jedem Fall bewusst sein muss, für diejenige entscheiden, die ihnen am besten gefällt. Das muss ja nicht gleich das Aussehen sein, das kann auch Sympathie bedeuten. Wobei, seien wir ehrlich: Es ist das Aussehen. Was sonst? Und entscheiden Frauen über Männer, dann wird das ähnlich laufen. Ist das verwerflich? Nein! Vielleicht ungerecht, aber letztlich irgendwie auch menschlich. Für den Job unters Messer legen braucht man sich deswegen aber noch lange nicht. Wo endet eigentlich die Selbstachtung? Gestörte Welt.

Bildquelle: © YakobchukOlena – fotolia.de

Banner für die Fachtagung GesundheitDer betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz gehört nach wie vor zu den zentralen Aufgaben des Betriebsrats. Dies zeigt sogar das Ergebnis einer aktuellen Betriebsrätebefragung, die 2015 im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführt wurde. 83% der befragten Interessenvertretungen haben sich im vergangenen Jahr intensiv mit diesem Thema befasst – bzw. befassen müssen. Hohe Fehlzeiten wegen erkrankter Mitarbeiter und die immer neuen Herausforderungen durch den raschen Wandel unserer Arbeitswelt sind nur zwei von vielen Gründen, warum in den Betrieben dringender Handlungsbedarf besteht.

Stehen Sie vor ähnlichen Problemen? Bestimmen Überstunden, Leistungsdruck oder eine zu geringe Personaldecke Ihren Arbeitsalltag? Muss auch in Ihrem Betrieb dringend etwas passieren, damit nicht noch mehr Kolleginnen und Kollegen krank werden? Dann sind Sie auf unserer Fachtagung „Arbeit gesund gestalten – Kollegen vor Gefahren schützen“ genau richtig. Ob gesunde Führung, Gefährdungsbeurteilung oder bewusste Gesundheitsförderung: Nutzen Sie jetzt die Gelegenheit, sich in kurzer Zeit über die wichtigsten Themen im Arbeits- und Gesundheitsschutz zu informieren. Besuchen Sie vier von Ihnen gewählte Workshops und seien Sie bei den spannenden Vorträgen unserer Gastredner dabei. Tauschen Sie sich mit unseren Experten und unter Kollegen zu aktuellen Trends nachhaltiger Gesundheitsarbeit aus.

Übrigens: Auch eine Fachtagung, die die notwendigen erforderlichen Inhalte vermittelt, gilt als Schulungsveranstaltung im Sinne des § 37 Abs. 6 BetrVG! Das hat das Landesarbeitsgericht Hamburg (Beschl. v. 04.12.2012 – 4 TaBV 14/11) entschieden.

Wir freuen uns auf Sie!

Pflasterer im StraßenbauDieser Fall sorgte im September 2014 für viel Aufsehen: Im frisch verlegten Pflaster der Goslarer Altstadt tauchte ein Hakenkreuz auf. Gleichzeitig meldete ein Bauarbeiter, der sich noch im Ausbildungsverhältnis befand, den Diebstahl seiner Arbeitsausrüstung. Ein recht plumper Versuch, um vom eigenen Tatverdacht abzulenken, wie sich bald herausstellte. Der Strafrichter am Amtsgericht erließ gegen den Azubi zwei Strafbefehle. Der Arbeitgeber kündigte das Ausbildungsverhältnis, nachdem er davon erfuhr, fristlos wegen des dringenden Tatverdachts der Begehung von Straftaten.

Gegen seine Kündigung ging der junge Mann anschließend arbeitsrechtlich vor und hatte damit – zum allgemeinen Erstaunen – vor dem Arbeitsgericht Goslar Erfolg, woraufhin der Arbeitgeber in Berufung ging. Mitte Dezember 2015 wurde nun vor dem Landesarbeitsgericht Niedersachsen verhandelt und siehe da: Der junge Mann entschuldigte sich beim Arbeitgeber in aller Form für seine Straftaten und für den damit möglicherweise entstandenen erheblichen Schaden beim Unternehmen durch Beschädigung des guten Rufes.

Der Geschäftsführer nahm die Entschuldigung an und schloss einen Vergleich, wonach das Ausbildungsverhältnis einvernehmlich zum Kündigungstermin wirksam beendet sei.

Was für eine dumme Bullshit-Aktion, die Sache mit dem Hakenkreuz im Pflaster. Ausbildungsplatz weg und Vorstrafe auf dem Konto! Welche Motivation hinter der Entschuldigung tatsächlich steckt wissen wir nicht, hoffen aber, dass er sich zukünftig von diesem Müll fern hält und sich lieber intensiv mit der Geschichte und Aufarbeitung des Nationalsozialismus beschäftigt.

Quelle: Landesarbeitsgericht Niedersachsen, Pressemitteilung vom 15.12.2015 zum Verfahren mit dem Az. 1 Sa 575/15 sowie der beck-blog

Bildquelle: © Rangzen – fotolia.de (Motivbild)

 

von Ines am 30.12.2015, 09:57 Uhr , Kategorie: Allgemein

Drohne liefert Paket aus… setzt sich nieder auf mein´ Fuß, hat ein Päckchen im Schnabel, von Zalando ein´ Gruß. So oder so ähnlich könnte das gute alte Kinderlied demnächst gesungen werden. Denn: Laut Pressemitteilungen von u.a. der Frankfurter Rundschau sind in der Einzelhandels- und der Logistikbranche Drohnen, die zur Paketauslieferung eingesetzt werden können, derzeit ein Riesenthema. Der Grund: Die Auslieferung der Waren soll noch effizienter gemacht werden. Denn im Einzel- und Onlinehandel hat der Wettlauf um Geschwindigkeit begonnen. Es geht darum, dass Lieferzeiten künftig der entscheidende Faktor im Konkurrenzkampf der Unternehmen sein werden. Insbesondere der amerikanische Online-Versandhändler Amazon scheint hier in der Entwicklung schon recht fortgeschritten zu sein. Aber auch andere Unternehmen wie Walmart oder DHL sollen den Einsatz von Drohnen bereits erforscht und getestet haben.
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von Ines am 15.12.2015, 09:58 Uhr , Kategorie: Rechtsprechung

Weihnachtsmann und Rentier RudolphKeine Sonntagsarbeit bei Amazon am 4. Advent! So lautet der Beschluss des Sächsischen Oberverwaltungsgerichts. Die dortigen Richter haben entschieden, dass in der Niederlassung Leipzig der Firma Amazon an den Sonntagen des 3. und 4. Advents keine Arbeitnehmer im Bereich Verpackung von Handelsartikeln und Entgegennahme von Waren beschäftigt werden dürfen.

Ursprünglich hatte die Landesdirektion Sachsen der Firma Amazon eine Ausnahmegenehmigung erteilt, die dieser die Beschäftigung von bis zu 3.000 Arbeitnehmern am 3. und 4. Advent in der Zeit von 6:30 bis 23.30 Uhr in der Niederlassung Leipzig ermöglicht hätte. So nicht, sagte die Gewerkschaft ver.di und erhob gegen diese Erlaubnis Widerspruch. Mit Erfolg. Denn: Die Voraussetzungen für die Bewilligung von Sonntagsarbeit liegen nicht vor. Diese ist nämlich nur „zur Verhütung eines unverhältnismäßigen Schadens“ gerechtfertigt. Bei der Auftragszunahme im Vorweihnachtsgeschäft handle es sich aber um ein jährliches und absehbares Ereignis, so die Richter. Es sei nicht ersichtlich, warum die Firma Amazon den geltend gemachten Zusatzbedarf nicht durch die Einstellung weiterer Mitarbeiter befriedigen könne. Das Unternehmen konnte auch nicht darlegen, welcher Schaden entstehen und aus welchen Gründen dieser unverhältnismäßig sein könnte. Insgesamt war daher die erteilte Ausnahmegenehmigung rechtswidrig und die betroffenen Mitarbeiter dürfen kommenden Sonntag zu Hause einen schönen 4. Advent feiern.

Bildquelle: @Matthias Enter – fotolia.de

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