Das haben die höchsten deutschen Arbeitsrichter am Bundesarbeitsgericht in Erfurt gestern entschieden, berichtet unter anderen die Süddeutsche. Hier hatten sieben Arbeitnehmer im Alter zwischen 45 und 56 geklagt. In Ihrem Arbeitsvertrag war ein jährlicher Urlaubsanspruch von 34 Arbeitstagen vereinbart. Nicht schlecht! Aber: Der Arbeitgeber gewährte allen Angestellten, die das 58. Lebensjahr vollendet haben, 36 Tage Jahresurlaub. Gegen diese Ungleichbehandlung zogen die Kläger vor Gericht mit dem Ziel, dass auch jüngere Arbeitnehmer künftig 36 Tage Urlaub bekommen.

Das Bundesarbeitsgericht urteilte nicht im Sinne der Kläger. Die Richter entschieden: Unter bestimmten Bedingungen sind zusätzliche Urlaubstage für ältere Mitarbeiter rechtens! Zwar liegt objektiv gesehen eine Ungleichbehandlung vor. Gem. § 10 AGG ist eine unterschiedliche Behandlung wegen des Alters jedoch zulässig „wenn sie objektiv und angemessen und durch ein legitimes Ziel gerechtfertigt ist„. Dieses erforderliche legitime Ziel war für die Richter in diesem Fall gegeben: Bei dem Arbeitgeber handelte es sich um eine Schuhfabrik. Die zusätzliche Erholung älterer Mitarbeiter sei aufgrund der körperlich beanspruchenden Arbeit nötig.

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Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 22. Oktober 2014 um 10:25 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Ich finde diese höchstrichterliche Entscheidung sher gut. Ich selbst bin in einem Betriebsrat seit Jahren tätig und arbeite im Einzelhandel. Dort herrscht eine körperlich und psychisch starke Belastung der AN vor. Und wir wissen selbst, dass eine Arbeit bis zum gesetzlichen Eintritt in die Rente bei vielen Unternehmen im Handel unerlässlich ist, um überleben zu können und seinen Unterhalt bestreiten zu können. Umso mehr braucht man solche Signale und Entscheidungen für die immer älter werdende und arbeitende Bevölkrung. Das ist für mich als BRin ein Muss für meine Kollegen und deren Umsetzung des BetrVG, des Tarifrechts etc.

    Kommentar von: Gröpke Annelie – am 18. Dezember 2014 um 12:30

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