Es gibt Situationen, die sind ziemlich eindeutig. Hört man einen solchen Sachverhalt, nickt man innerlich und denkt sich, dass das passt. Zum Beispiel im Fall des Lkw-Fahrers, der Gefahrguttransporte mit hochexplosivem Flüssigsauerstoff durchführt. Im Arbeitsvertrag und in einer Zusatzvereinbarung ist ein striktes Rauchverbot im Fahrzeug sowie im Umkreis von 10 Metern festgeschrieben. Wenn der Fahrer nun dennoch raucht und erwischt wird, erscheint eine fristlose Kündigung nur wenig abwegig. Was aber ist, wenn der Fahrer meint, der Transporter sei leergepumpt und sich dann im Führerhaus genüßlich eine ansteckt?

Für den Arbeitgeber war die Sache klar: Fristlose Kündigung! Der gefeuerte Fahrer sah das anders: Dies sei unverhältnismäßig! Da der Laster nicht beladen war, wäre eine Abmahnung erforderlich gewesen. Zudem sei es auch das erste Mal gewesen, das er das getan habe. Also zog er vor Gericht. Jedoch ohne Erfolg: Das Arbeitsgericht Krefeld (Urteil vom 20.01.2011 – Az. 1 Ca 2401/10) bestätigte die Kündigung in erster Instanz (nicht rechtskräftig). Wegen des „leicht erkennbaren Gefahrenpotenzials“ und der Tatsache, dass der Fahrer explizit darauf hingewiesen wurde, habe es einer Abmahnung nicht bedurft. Ob der Fahrer dachte, dass der Transporter leer sei oder nicht, war dem Gericht dabei egal!

Wenig witzig: Es wurde festgestellt, dass der Transporter mitnichten leer war! Immerhin 66 Liter des hochexplosiven Gemischs seien nach Angaben des Arbeitgebers noch im Behälter drin gewesen…

Peter



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 08. Februar 2011 um 15:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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