In Zeiten der Knappheit herrscht allenorten Sparsamkeit: So stürzen sich immer mehr Käufer auf Schnäppchen und sind nicht bereit den regulären Kaufpreis zu zahlen.

Autos werden mit Abwrackprämie und Zusatzrabatt ergattert, bei den Klamotten greift man besonders gerne bei einem Sonderrabatt zu und auch die Lebensmittelpreise in den Discountern sind mittlerweile billiger geworden – Gott sei Dank!

Eines blieb aber leider einem Käufer verwehrt: Einen fast neuen Porsche für nur 5,50 € zu erwerben. Dieser hatte bei dem Internetportal Ebay den Porsche 911/997 Carrera 2 S Coupé (Wert ca. 105.000,- €) für 5,50 € ersteigert.

Dennoch verweigerte der Verkäufer die Herausgabe des Luxusgefährts, worauf ihn der Käufer verklagte.

Das Landgericht Koblenz gab dem beklagten Verkäufer Recht, da die Internetauktion nicht ordnungsgemäß abgelaufen war. Der Verkäufer wollte nämlich kurz nach Veröffentlichung seines Angebots noch ein paar zusätzliche Bilder des Porsche einstellen. Dabei unterbrach er aber versehentlich die Auktion, so dass kein höheres Gebot als die 5,50 € des Kaufinteressenten aus Tübingen mehr eingehen konnten.

Das Landgericht begründete seine Rechtsauffassung damit, dass bei einem normalen Auktionsablauf der Kaufpreis um „ein Vielfaches“ über dem Höchstgebot des Klägers gelegen hätte. Dem Kläger war klar, dass der Porsche einen weit höheren Wert hat (er selbst schätzte ihn auf 75.000,- €). Deshalb könne er nicht davon ausgehen, das Auto für solch einen Schnäppchenpreis erwerben zu können. Zudem dauerten die Ebay-Auktionen üblicherweise eine Woche und nicht nur wenige Minuten. Es war offensichtlich, dass hier etwas nicht stimmt.

Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig und es wird spannend wie die höhere Instanz entscheiden wird. Schließlich hat ein Verkäufer auch gewisse Sorgfaltspflichten zu wahren, wenn er einen wertvollen Gegenstand verkaufen möchte. Hätte der Verkäufer den Auktionsverlauf nur ein bisschen beobachtet, wäre ihm schnell klar geworden, dass etwas nicht stimmt und er hätte alles noch rechtzeitig stoppen können.

Vielleicht wird es ja doch noch was mit dem Porsche zum Schnäppchenpreis… abwarten.

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 03. April 2009 um 07:59 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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