Die Liste an Fällen absurder Kündigungen nimmt scheinbar kein Ende. Wenn das Ganze nicht so bitter für die Betroffenen wäre, man könnte schallend lachen. Aber auch das was in diesem neuen Fall hier nun passiert ist, war leider kein Spaß:

Eine Sekretärin des Bauverbandes Westfalen hatte sich in der Firma an einem Frühstücksbuffet zwei Brötchen genommen, die für Sachverständige, also externe Besucher, gedacht waren. Die Frau hatte diese Brötchen kurz vorher alle eigenhändig geschmiert und das Buffet vorbereitet. Was die Sekretätin nun genau dazu veranlasst hatte, davon ein wenig zu essen, ist nicht bekannt. Vielleicht wollte sie es abschmecken, vielleicht hat sie aber auch nur einem spontanen menschlichen Bedürfnis mit dem Namen Hunger nachgegeben? Ich finde, es ist auch egal.

Denn wir reden hier von einem Brötchen. Natürlich hat ihr das nicht gehört, aber irgendwo muss es eine Grenze der Unerheblichkeit geben. Ob das nun der Wert eines Brötchens ist, der einer Briefmarke oder der eines weißen Blatt Papiers: darüber kann man diskutieren. Im Falle des Handystrom-Diebs, über den wir vor kurzem an dieser Stelle berichtet haben, ging es um weniger als einen Cent (!), den der Strom wert war, mit dem er sein Handy in der Firma aufgeladen hat, den er dem Arbeitgeber also „gestohlen“ hatte.

Der Sekretärin, die das Brötchen gegessen hatte, wurde vom Arbeitgeber fristlos gekündigt, nach 34 Dienstjahren! Grund: Vertrauensmissbrauch. Die Verhandlung vor dem Arbeitsgericht soll nun im Januar 2010 statt finden.

Sie meinen, so etwas ähnliches hatten wir schon mal? Stimmt! Das war beim Brötchenbelag-Fall. Da hat ein Bäcker einen Aufstrich nochmal abgeschmeckt, der auf ein Brötchen sollte, welches für den Verkauf bestimmt war. Kann man hier nochmal nachlesen. Ist es die Wirtschaftskrise, dass sich diese Fälle nun scheinbar häufen oder haben Arbeitgeber lediglich ein neues Mittel gefunden, um Kündigungen zu begründen?

Wir brauchen dringend die Einführung einer arbeitsrechtlichen Grenze der Unerheblichkeit. Das wird sonst immer verrückter.

Und nicht nur rechtlich ist es verrückt, sondern auch persönlich: Denn was glauben Sie, wie Sie sich fühlen würden, wenn Sie 34 Jahre für einen Betrieb arbeiten und Ihr Arbeitgeber Sie von einem Tag auf den anderen fristlos kündigt, nur weil sie ein Brötchen gegessen haben?

Peter



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 07. Oktober 2009 um 10:40 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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23 Comments »

  1. Einführung einer arbeitsrechtlichen Grenze der Unerheblichkeit.

    Das verschiebt doch nur das Problem. Setzt man eine solche Grenze zB auf Wert 10,- Euro hat man die Kündigungen ab 10,01 Euro.

    Man sollte vielmehr den Begriff des Vertrauensmissbrauchs umdefinieren.

    Im Fall oben zB in die Richtung, wer das Buffet aufbaut etc, bei dem kann das essen einer Frikadelle kein Missbrauch sein.
    Kommt jemand vorbei, der damit nichts zu tun hat, sieht das schon wieder anders aus,

    Kommentar von: RG Kutschker – am 07. Oktober 2009 um 10:58

  2. Unabhängig davon, dass ich die Kündigung auch als völlig überzogen ansehe: Es geht in diesen Fällen nicht um den Wert der „geklauten“ Sachen – egal, ob es nun eine Frikadelle, Strom oder Pfandbons sind. Es geht um den Vertrauensverlust bzw. -missbrauch. Der lässt sich nun mal nicht am Wert der Sachen festmachen. Es kommt halt – wie eigentlich immer – auf den Einzelfall an.

    Kommentar von: Björn – am 07. Oktober 2009 um 13:22

  3. Wieso macht es einen Unterschied, ob jemand das Buffet aufbaut oder nicht? Sie hat sich an Waren bedient, die ihr nicht gehören. Anstatt mit unergiebigen Diskussionen über Unerheblichkeitsgrenzen zu versuchen, Grenzen aufzuweichen oder zu verwässern, wäre es sinnvoller und effektiver als präventiver Kündigungsschutz, Mitarbeitern klar die Message zu vermitteln, dass sie unabhängig vom Wert jeglicher Übergriffe auf fremdes Eigentum den Arbeitsplatz mit dem vernichteten Vertrauensvorschuss zerstören. Warum Mitarbeiter, denen man mehr Grundvertrauen entgegenbringt, als jedem Kunden, der einen Laden oder Firma betritt sich mehr herausnehmen dürfen sollen, als dieser, der beides auch nicht mehr betreten kann, ist mir unerfindlich. Würden sie selbst Kunden bei Diebstahl beobachten, müssten sie auch einschreiten, selbst sollen sie sich das erlauben dürfen??
    Wem ein Arbeitsplatz nicht wichtig genug ist, um Respekt vor Eigentum und Werten zu halten, für Waren zu zahlen, die er nimmt oder essen möchte, der muss sich nicht wundern, wenn auch dem Arbeitgeber sein Arbeitsplatz weniger wichtig wird. Und wenn hier schon die Krise als möglicher Grund der angeblich härteren Tendenz bei Kündigungen angesprochen wird: Wäre es so wenig verständlich, wenn Arbeitgeber ihre Haltung ändern, die selbst in der Krise Unternehmen und deren Arbeitsplätze auch für Mitarbeiter zu halten versuchen, aber erleben, dass Mitarbeitern selbst das Risiko für den Arbeitsplatz für Minimalwerte ohne weiteres in Kauf nehmen.
    Im konkreten Fall wie in manchem anderen der letzten Rechtsprechungsfälle: Bevor man sich was nimmt, kann man fragen. Kleine Kindern lernen das, schon bevor sie die Schule besuchen. Erwachsenen fällt auch kein Zacken aus ihrer Krone langer Betriebszugehörigkeit.

    Kommentar von: Liz – am 07. Oktober 2009 um 14:05

  4. […] Blog des ifb entrüstet man sich angesichts eines neuerlichen Falles einer fristlosen Kündigung bei […]

    Pingback: Du, Du, Du…..darfst Du das – Dir einfach was wegnehmen ? « Jus@Publicum – am 07. Oktober 2009 um 14:47

  5. Wenn man wegen einem solchen Anlass gekündigt wird, spricht dies doch in der Regel dafür, dass bereits vorher schon das Verhältnis zwischen AN und AG nicht mehr in Ordnung war. Dann aber muss man als Arbeitnehmer um so vorsichtiger sein. Insbesondere seit dem der Fall Emmy durch alle Medien ging.

    Kommentar von: GH – am 07. Oktober 2009 um 15:28

  6. Hallo das kann doch nicht war sein man eine Kündigung bekommt weil man ein Brötchen ist..Leider werden vor Gericht alle Register gezogen das solche Firmen damit durch kommen.
    Wäre nett wenn sie mir die Firmennamen mir zu kommen lassen.Damit ich ihnen Mitteilen kann das ich Beziehungsweise keiner meiner Kollegen ein Prudukt von ihn weiter kaufen werde.
    Diese Firma muss mal überlegen das so was auch nach hinten los gehen kann.Solche Firmen kriegt man nur in den man sie öffentlich anprangert.
    Den können sie mal überlegen ob man sich auf der Rechtssprechung ausruht.

    Kommentar von: KAI – am 07. Oktober 2009 um 21:51

  7. Soso, Vertrauensverlust nach 34 Jahren.
    An Hermann Schulte-Hiltrop Stelle, zu sehen hier http://www.bauverbaende.de/wir-ueber-uns/team.html#, würde ich nun ganz schön ins schwitzen kommen im Bewusstsein was die Sekräterin in eben diesen 34 Jahren alles mitbekommen hat/haben könnte.
    Doch vermutlich wollte da jemand kurz vor der Pensionierung noch mal für bessere Bilanzen sorgen und Personalkosten schlagen sich als erste nieder.

    #k.

    Kommentar von: Kand.in.Sky – am 08. Oktober 2009 um 12:37

  8. Also ich tippe ja eher, dass er einfach die „alte“ Sekretärin durch eine „junge“ oder „frische“ Sekretärin austauschen wollte, wenn man sich die von Ihnen angegebene Webseite mal genauer ansieht.

    Verehrenswerte Liz, so sehr ich sie für Ihre unumstößliche Vorstellung von Moral und Integrität bewundere, und dabei insgeheim wirklich hoffe, dass Sie die von Ihnen vorausgesetzten Regeln auch selbst überall einhalten und einhalten werden:

    Normale Menschen machen Fehler. Im vorliegenden Fall hat die Sekretärin einen Fehler gemacht. Das haben Sie schön dargestellt, in einem solchen Eifer, dass man Ihnen meines Erachtens durchaus ein Verdienstkreuz verleihen sollte.

    Allerdings stellt sich die Frage, was mit unserer Gesellschaft passiert, wenn jeder noch so kleiner Fehler bestraft wird. Jetzt können Sie juristisch korrekt einwenden, dass es sich ja vorliegend um ein vorsätzliches Vergehen gehandelt hätte, die Sekretärin also nicht schützenswert sei.

    Allerdings sollte sich jeder vernunftbegabte Mensch fragen, ob man Sanktionen in Form einer Kündigung aufgrund einer begangenen Bagatelle fördern oder zumindest dulden sollte.

    Denn, und darauf kommt es an: Vergehen und Sanktion stehen doch in keinem Verhältnis. Selbst wenn der Sekretärin nun der (absolut fernliegende) Verdacht entgegengehalten werden kann, dass sie sich täglich ein Brötchen stibitzt hat (das, wie oben bereits schön erwähnt, mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit sowieso den Weg zu ihr gefunden hätte, und Ihren Vergleich mit der Bäckereifachverkaufskraft hinken lässt), ist es immer noch höchstfraglich, ob dies einen Vertrauensverstoß rechtfertigt, der ein seit 34 Jahren bestehendes, funktionierendes Arbeitsverhältnis in dem Maße belasten kann, dass dieses beendet werden soll.

    Machen Sie sich bitte nochmal dien Sachverhalt genauestens bewusst: Es handelte sich nicht um eine Mitarbeiterin auf Probe, die erst seit einigen Wochen im Betrieb ist, sondern um eine seit 34 Jahren fest im Betrieb verankerte Arbeitskraft.

    Je näher ich mich dem zugrundeliegenden Sachverhalt annähere, desto mehr neige ich dazu, Ihnen das Verdienstkreuz wieder abnehmen zu wollen.

    Kurz: Ab in die Ecke und schämen Sie sich!

    Kommentar von: hähä – am 08. Oktober 2009 um 13:43

  9. Ich möchte zur Wirksamkeit der Kündigung und zu rechtlichen Abwägungen keinen Kommentar abgeben.

    Ich kann mich mit dem Gedanken einer „Unerheblichkeitsgrenze“ nicht anfreunden. Wieso sollte man Straftaten bis zu einer gewissen finanziell messbaren renze im Arbeitsverhältnis tolerieren. Bis 10 € klauen ist frei?

    In Lukas, Kapitel 16, Vers 10 heisst es: Wer in den kleinen Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen Unrecht tut, der tut es auch bei den großen.

    Ich denke, daran ist was Wahres. Und nicht das Brötchen, der belag o.ä. ist der Grund, überhaupt ernsthaft eine Kündigung in Beracht zu ziehen, sondern die Weisheit des o.g. Satzes.

    Bei mir war neulich eine Bäckereifilialverkäuferin, die 44 Brötchen geklaut hatte. Reicht das? In der Filiale waren über die Jahre ihrer Beschäftigung über 9000 € Inventurverluste aufgetreten, in den anderen Filialen erheblich weniger.

    Aktuell beschäftige ich mich mit einer Dame, die zwei Stück Kuchen vom Buffet hat mitgehen lassen, die hat aber Pech, es nicht in die Bild geschafft zu haben, so dass ihr Fall wohl nur anhand des Gesetzes und nicht des Volkszornes entschieden werden wird.

    Nochmal: Nach 34 Jahren gibt es eine umfassende Interessenabwägung und der Prozess der Bautante ist noch lange nicht gelaufen und auch dem Verdacht, der Chef mag lieber ne jüngere, die nicht so viel isst:-) wird nachgegangen werden müssen.

    Aber ich meine durchaus: Schon in den kleinen Dingen sollte man seine Zuverlässigkeit beweisen (s.o.)

    Gruß M.

    Kommentar von: murakami3kyu – am 09. Oktober 2009 um 08:45

  10. Die Süddeutsche Zeitung vertritt in einem Kommentar die Ansicht, nicht die Sekretätin müsse hier gehen, sondern der Chef:

    http://www.sueddeutsche.de/jobkarriere/960/490338/text/

    Kommentar von: Peter – am 09. Oktober 2009 um 09:50

  11. Lieber M.,

    ihrem Schlusssatz möchte ich in keinster Weise widersprechen.

    Er ist zutreffend, was sowohl die juristische, als auch die Lebenssachverhaltsbearbeitung angeht.

    Nur können auch die kleinen Verfehlungen, oder wie hier, die kleine Verfehlung (singular) nur im Rahmen einer weiten Interessen- und Güterabwägung ins Große Bild hineingezogen werden.

    Nochmal, erwische ich eine gerade eingestellte Mitarbeiterin, die ein Bagatellvergehen begeht, sehe ich keinen Grund, weshalb man nicht ein gestörtes Vertrauensvehältnis annehmen darf, das eine Kündigung gerechtfertigt.

    Handelt es sich dagegen um eine Person, mit der ich jahrelang zusammengearbeitet habe, die ich fast täglich mehrere Stunden in meiner Nähe gehabt und kommuniziert habe, dann ist doch wohl, vorausgesetzt es gab nicht jahrelang immer wiederkehrende Verfehlungen, ein Vertrauensvehältnis entstanden, dass a) weit umfassender ist als das zu einem neuen Mitarbeiter und b) nicht durch eine kleine Bagatelle bereits so stark gestört werden kann, dass dies eine Kündigung rechtfertigt.

    Es bleibt dabei: Sie haben recht, dass auch kleine Bagatelldelikte das Vertrauen beeinflussen.
    Jedoch, und das haben in meinen Augen und wohl auch in denen der Allgemeinheit die Richter der ergangenen Entscheidungen übersehen,
    hat dies im Rahmen einer Gesamtbetrachtung zu erfolgen, in der eine langjährige Zusammenarbeit doch entsprechend gewürdigt werden sollte.

    Der von ihnen genannte Fall der Backereifilialverkäuferin unterscheidet sich ja gerade in diesem Punkt massiv von dem Vergehen unserer Sekretärin und auch von Emmily: Hier kam es zu einem Inventarverlust von 9000 € über mehrere Jahre, also ein dauerhaft gestörtes Vertrauensverhältnis.

    Ob dies alleine ausreicht und ob nicht auch die im gleichen Zeitraum die Einnahmen der Bäckereifiliale zu beachten sind, was, da bin ich mir sicher, viele Menschen befürworten würden, das steht ja in den hier aufgezeigten Fällen gerade nicht zur Debatte.

    Nur ob eine kleine Bagatelle ein jahrelanges stabiles Arbeitsverhältnis zunichte machen kann.

    MFG

    Kommentar von: hähä – am 09. Oktober 2009 um 11:16

  12. @hähä:

    Das mit der Gesamtschau ist ja völlig richtig und so wird es auch gehandhabt. Den Fall der hungrigen Sekretärin kann ich deshalb auch nicht beurteilen, weil da natürlich die Informationen fehlen. Nur finde ich, dass bei dieser Gesamtabwägung, der Betrag, um den es geht, nicht die entscheidende Bedeutung zukommt. ielmehr kommt es daruf an: War es eine spontan Aktion, wie gezielt ging die AN vor, war es Gedankenlosigkeit oder Hinwegsetzen über Eigentumsgrenze, habe ich es zugegeben und mich entschuldigt oder habe ich versucht, die Sache zu verschleiern und einer Kollegin anzulasten (so die gar nicht ach so arme und mE richtig fiese Emmily!!!).

    Frage deshalb: Sagt der Kunde, dem die Kassiererin an der Kasse heimlich 10 Euro aus der Tasche zieht auch:“och ist ja nicht so schlimm, war nur ne Bagatelle“?

    Ich glaube kaum. Deshalb: Nach 34 Jahren hat ein ArbV einen enormen Bestandsschutz und die Richter werden eine umfassende Interessenabwägung vornehmen, aber der messbare Geldwert der Sachen kann mE deshalb nicht das entscheidende Kriterium sein.

    Gruß M.

    Kommentar von: murakami3kyu – am 09. Oktober 2009 um 16:01

  13. Die Frage ist nicht, ob der Brötchendiebstahl (der juristisch gesehen kein Verbrechen, sondern nur ein Vergehen ist, das darüber hinaus kein Staatsanwalt je verfolgen würde) eine Kündigung rechtfertigt. Die Frage ist, ob er eine fristlose(!) Kündigung rechtfertigt, weil es dem Arbeitgeber nicht zuzumuten ist, das Arbeitsverhältnis bis zum Ablauf der gesetzlichen Kündigungsfrist fortzusetzen. Der Unterschied sollte doch bei der Diskussion im Auge behalten werden.

    Man muss doch wirklich über diesen Arbeitgeber staunen, der meint, eine Abmahnung täte es hier nicht auch.

    Kommentar von: Jeanne O. – am 10. Oktober 2009 um 18:06

  14. Ups, die Qualifikation als Vergehen muss ich zurücknehmen. Bei der Voraussage zum Ermittlungsverfahren bleibe ich aber. 😉

    Kommentar von: Jeanne O. – am 10. Oktober 2009 um 18:16

  15. Stimme zu!

    Kommentar von: hähä – am 10. Oktober 2009 um 19:03

  16. […] in die Jahre gekommenen Chefsekretärin wegen einer Frikadelle kündigen zu können. Die seltsamen Kündigungsgründe der letzten Zeit sind symptomatisch für den geistigen Primitivismus deutscher Führungskräfte, […]

    Pingback: Schulte-Hiltrops Frikadelle und die Psycho-anal-yse. Sigmund Holmes ermittelt. – am 11. Oktober 2009 um 10:43

  17. Also Leute und liebe Berufsbetroffene, beantwortet mir bitte eine Frage:

    Wieviel Geld darf ich Euch klauen, ohne dass ihr Euch aufregt?

    Es jkann doch wohl nicht wahr sein, dass jemand sich beklauen lassenm muss, nur weil er Ag ist und AN einen Freibrief bekommen. Wegen jeder Delle im Auto werden in Deutschland Prozesse geführt, aber wenn einer AN ist, darf er alles und der beklaute, das Opfer, ist der Böse??

    Auch im Arbeitsverhältnis gilt: Klauen ist schlicht und einfach verboten und es gilt ZUM GLÜCK nicht: Klauen ist erst ab 10 oder 20 oder 30 Euro verboten. So schön einfach kann Jura sein!

    Also noch einmal: Würdet Ihr ein solches Verhalten, das Ihr jetzt so in Schutz nehmt, an Euch selbst dulden? Wohl kaum! Und warum sind die, die sich nicht bestehlen lassen wollen, die Primitiven und nicht die , die stehlen?

    Ich wage die Voraussage, dass Ihr alle nur so lange so cool seid, bis ihr selbst betroffen seid – aber dann möchte ich keine Klagen hören, wenn Ihr von Kolleginnen/Kollegen um 10 Euro beklaut oder betrogen werdet, sonst seid Ihr total primitiv.

    Gruß M

    Kommentar von: murakami3kyu – am 11. Oktober 2009 um 13:52

  18. Da kann aber jemand sehr sachlich diskutieren… /ironie off.

    Natürlich hat sie falsch gehandelt. Das bestreitet doch niemand, niemand nimmt das Verhalten der AN in Schutz. Es geht um die Zulässigkeit der erfolgten fristlosen Kündigung aufgrund dieses Vorfalls.

    Wenn Jura schon so einfach sein kann, murakami3kyu, dann sollte man doch auch bitte umfangreich prüfen und die Anforderungen an die Fristlosigkeit nicht unter den Tisch fallen lassen, egal um wieviel Euro es geht. Denn ZUM GLÜCK ist auch Gesetz, das man nicht wegen jedes Fehltritts gleich von heute auf morgen seinen Job verliert.

    Ein Brötchendiebstahl ist über die Frage der Zulässigkeit der fristlosen(!) Kündigung darüber hinaus m.E. noch nicht gleichzusetzen mit dem Diebstahl von X Euro. Die Brötchen waren zum Verzehr da, wenn auch nicht für die Sekretärin, waren also jedenfalls im Gegenteil zu Bargeld zum Abschuss freigegeben und kein mit Bargeld vergleichbarer Vermögensgegenstand. 😉

    Kommentar von: Jeanne O. – am 11. Oktober 2009 um 19:49

  19. 1. Meine Fragen wurden nicht beantwortet.

    2. Diebstahl ist natürlich auch an zum Essen bestimmten Brötchen möglich.

    3. Meine Meinung, ob die fristlose K. gerechtfertigt ist steht weiter oben; vllt einfach mal lesen.

    4. Ich meine nur, dass es nicht primitiv ist, Opfer einer Straftat zu sein, unabhängig, ob die Reaktion hierauf (m)einer kündigungsrechtlichen Prüfung standhielte.

    5. Ich halte Diebe für primitiv, würde aber nicht jede Kündigung deswegen bestätigen wollen.

    6. Ich will einfach nur aufwühlen und mal provozierend ruhig klar machen, dass diese automatische Mitleidstour für AN, die schlicht falsch handeln, fragwürdig ist.

    7. Es gibt keinen sachlichen Grund, Diebstahl zu rechtfertigen, nur weil er im Rahmen eines Arbeitsverhältnisses erfolgt.

    8. Was also toleriert Ihr, wenn man Euch beklaut.

    Kommentar von: murakami3kyu – am 11. Oktober 2009 um 23:17

  20. Auf 1. besteht auch kein Anspruch. 😉

    Wie man provozierend ruhig etwas klar macht ist mir zwar nicht klar – vor allem bei dem Satz „sonst seid ihr total primitiv“ will sich mir die Ruhe nicht ganz erschließen – , aber ich klinke mich an dieser Stelle aus der Diskussion aus, denn ein Weltbild, dass Diebe pauschal als „primitiv“ beurteilt ist mir wirklich zu primitiv (im ursprünglichen Sinne von einfach) für eine Diskussionsbasis. Also wirklich…

    (Es hat übrigens immer noch niemand den Diebstahl gerechtfertigt!)

    Kommentar von: Jeanne O. – am 12. Oktober 2009 um 15:11

  21. Tja, Schade, dass Du Dich weigerst, die Beiträge richtig zu verstehen – zugegeben: provozierend und ruhig habe ich in der Wortreihenfolge vertauscht – aber den Rest willst Du ja auch nicht verstehen – find ich dann im Ergebnis nicht so schlimm, schließlich ist es wirklich nicht nötig weiter zu diskutieren, wenn die Standpunkte ausgetauscht sind und sich keiner mehr bewegt –

    Gruß M.

    Kommentar von: murakami3kyu – am 12. Oktober 2009 um 20:37

  22. Zwischen dem „Brötchendiebstahl in der Bäckerei“ und dem Verspeisen eines Buffet-Brötchens besteht dieser grundlegende Unterschied:

    In der Bäckerei ist das Brötchen explizit die Handelsware. Es ist Bestandteil des Geschäftsmodells. Hier kann argumentiert werden: wer dem Geschäftsmodell nicht folgt, verliert das Vertrauen.

    Das Brötchen am Buffet ist keine Handelsware. Es gehört nicht zum Kerngeschäft, sondern ist Bestandteil eines Kundenarrangements. Hier geht es nicht um Vertrauen, sondern nur um Schadensbetrag. Und weil Mit-Nutzung von Buffets durch Belegschaft Usus war, ist es insbesondere kein Diebstahl, allenfalls ein abmahnfähiger Fehlgriff.

    Kommentar von: Wolf-Dieter – am 13. Oktober 2009 um 11:28

  23. Wenn das usus war, war mir bisher unbekannt, hast Du völlig Recht – evtl. müsste dann sogar noch vor einer Abmahnung bekannt gemacht werden, dass man diesen usus jetzt in Zukunft nicht mehr duldet –

    aber die abstrakte Frage bleibt – sie betrifft dannn nur nicht mehr diesen Fall

    Kommentar von: murakami3kyu – am 14. Oktober 2009 um 17:42

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