Da weiß man ja gar nicht, wie man anfangen soll, so peinlich ist diese Geschichte: Einem Lkw-Fahrer muss bei der Arbeit langweilig gewesen sein oder was auch immer, auf jeden Fall kam er auf die glorreiche Idee sein „bestes Stück“ mit dem Handy zu fotografieren. Natürlich nicht für sich, da bedarf es ja keiner Aufnahme, nein, seine Freundin sollte in den „Genuss“ kommen. Seine Idee: Überrasch ich sie doch mal per SMS, da wird sie Augen machen. Vielleicht hat er sich später auch noch kurz gewundert, dass seine Auserwählte überhaupt nicht reagiert hatte, doch da war das Unheil auch nicht mehr zu stoppen. Denn: Bei der Versendung der SMS ist er beim Eintragen des Empfängers in der Zeile verrutscht, weshalb das schicksalhafte Bild an jemand ganz anderen raus ging: An seine Chefin! Autsch!!!

Deren erste Reaktion ist nicht überliefert, die zweite wurde dann hochoffiziell: Fristlose Kündigung! Grund: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Reaktion des Fotografen: Kündigungsschutzklage (nicht ganz zu Unrecht wie wir finden…). Ergebnis in der mündlichen Verhandlung vor dem Arbeitsgericht Hagen: Vergleich der Parteien mit Umwandlung der fristlosen in eine fristgerechte Kündigung sowie Beendigung des Arbeitsverhältnisses.

Das ist mal wieder eine dieser typischen Geschichten, die mit E-Mail, Handy und der neuen Technik zusammenhängen. Einmal nicht aufgepasst und schon läuft alles aus dem Ruder. Es muss ja nicht immer gleich so eine vogelwilde Geschichte wie die hier sein. Oft ist alles viel harmloser: Man erhält eine Mail, über deren Inhalt man sich ärgert. Man will die Mail einem Freund weiterleiten, das ganze gewürzt um eine eindeutige Kommentierung wie etwa  „Lies bitte mal, was dieser #*?+$!%Äß wieder für einen #*($% abgesondert hat“. Aus Versehen klickt man dann dummerweise nicht auf „Weiterleiten“ sondern auf „Antworten“, wodurch die Mail nicht beim Freund sondern beim ursprünglichen Absender landet. Alles schon passiert. MIR AUCH! Bilder werde ich deshalb nicht verschicken. Zumindest nicht per SMS.

Peter

Nachtrag 07.07.: Wir bedanken uns für den Hinweis eines Lesers, dass es technisch nicht möglich sei, mit einer SMS ein Foto zu verschicken. Sowas funktioniert natürlich nur mit einer MMS (Erklärung bei wikipedia)! Allerdings hätten wir dann in der Überschrift nicht den Begriff „gesimst“ verwenden können, den wir recht cool finden. Denn „gemimst“ gibt es unserer Meinung nach ja leider noch nicht, oder?



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 16. Juni 2011 um 15:15 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kündigungsschutz, Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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