Skurrile englischsprachige Berufsbezeichnungen wie Facility Manager, Business Developer oder CEO (Chief Executive Officer) sind in Deutschland mittlerweile an der Tagesordnung und sorgen nicht selten für Verwirrung. Was sich hochtrabend anhört, bezeichnet allerding meist einen ganz normalen Job. Bei einem Kündigungsschreiben jedoch sollte  im Zweifel auf die – vielleicht nicht ganz so schicke – deutsche Version zurückgegriffen werden, wie ein Urteil des Landesarbeitsgericht (LAG) Mecklenburg-Vorpommern zeigt (Az.: 2 Sa 290/11). Denn: Ist die Personalbezeichnung des Unterzeichnenden nicht mit einem deutschen Begriff genannt, kann das ganze Kündigungsschreiben unwirksam sein.

In dem vorliegenden Fall wurde die Kündigung einer Mitarbeiterin von einem Contact Center Manager (CCM) unterschrieben. Da die Mitarbeiterin nicht wusste, dass es sich bei dem Contact Center Manager um den Niederlassungsleiter handelte, wies sie die Kündigung unverzüglich zurück – mit der Begründung, der CCM hätte keine Kündigungsberechtigung.

Zu Recht, so die Richter des LAG Mecklenburg-Vorpommern. Auch wenn ein Niederlassungsleiter grundsätzlich berechtigt ist, Kündigungen auszusprechen, müssen die Arbeitnehmer wissen, dass es sich bei dem CCM um den Niederlassungsleiter handelt. Da das hier nicht der Fall war, war die ausgesprochene Kündigung unwirksam.

Bildquelle: © fovito – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 16. August 2012 um 13:11 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kündigungsschutz, Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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