von Thomas am 21.01.2010, 16:03 Uhr , Kategorie: Arbeitsvertrag, Lohn und Gehalt, Rechtsprechung

Gerade jetzt im Januar friert ganz Deutschland bei frostigen Minusgraden. Und wo es sehr kalt ist, da dürfen Schnee und Eis natürlich nicht fehlen. Kinder und Wintersportler freut es, dass wir dieses Jahr einen „richtigen“ Winter haben. Aber bekanntlich ist ja des einen Freud des anderen Leid. Und so trifft das Leid diesmal die Arbeitnehmer, die statt die Winterfreuden genießen zu können, werktäglich Ihren Weg zur Arbeitsstätte und wieder nach Hause zurücklegen müssen.

Vom lästigen Eiskratzen, der Kälte und Dunkelheit am frühen Wintermorgen abgesehen, besteht vor allem zu dieser Jahreszeit eine erhöhte Unfall- und Staugefahr. Und zu allem Überfluss will manchmal sogar das Auto nicht anspringen, weil die Batterie die Kälte einfach nicht mag… Es kann also leicht passieren, dass ein Arbeitnehmer einmal verspätet an seinem Arbeitsplatz eintrifft… Und was passiert dann???

Aus dem Arbeitsvertrag schuldet der Arbeitnehmer seinem Arbeitgeber pünktliches Erscheinen zum Arbeitsbeginn. Kommt er zu spät, verstößt er gegen seine Arbeitnehmerpflichten. Aber was kann der Arbeitnehmer dafür, dass das Winterwetter seine Unpünktlichkeit verursacht hat? Das Bundesarbeitsgericht hat festgestellt (BAG vom 8.12.82 – AZR 134/80 und BAG vom 8.9.82 – 5 AZR 283/80), dass der Arbeitnehmer das Wegerisiko trägt: Ist es draußen glatt, dann muss er eben schon vorsorglich eine längere Fahrtzeit einplanen.

Wer zu spät kommt, den bestraft bekanntlich das Leben: Und so sieht es auch schlecht für den verspäteten Arbeitnehmer aus! Nach den oben genannten Entscheidungen kann der Arbeitgeber diesem nämlich für die verspätete Zeit das Gehalt anteilig kürzen. Kann der Arbeitnehmer allerdings im Rahmen von Gleitzeit o.ä. die Arbeitszeit nachholen, so muss der Arbeitgeber ihm dies grundsätzlich ermöglichen.

Thomas



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1 Kommentar »

  1. Interessanter Artikel zum Thema Glatteis-Gehalt. Leider ist es bei diesem Winter nicht gerade einfach längere Fahrtzeiten zu kalkulieren..

    Kommentar von: Kira – am 07. Februar 2010 um 13:59

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