von Peter am 04.08.2009, 13:08 Uhr , Kategorie: Rechtsprechung

Emmely stand am Anfang, dann kam der Brötchenbelag-Fall. Nun scheint der vorläufige Gipfel mit dem Handystrom-Fall erreicht zu sein. Es ist einfach unglaublich: Einem Arbeiter aus Oberhausen wurde nach 15 Jahren Beschäftigung fristlos gekündigt, weil er im Betrieb sein Handy aufgeladen hat. Ein Sachverständiger hat mittlerweile die Schadenshöhe ermittelt: 0,014 Cent (nicht Euro!).

Der Fall liegt gerade beim Arbeitsgericht Oberhausen. Im Termin hat man sich erst mal verglichen: der Arbeitgeber nimmt die Kündigung zurück, der Arbeitnehmer lädt in Zukunft sein Gerät woanders auf. Die Annahmefrist für den Vergleich läuft noch bis Oktober.

Wie kurios werden die Fälle mit fristlosen Kündigungen wegen Diebstahls geringwertiger Sachen in Zukunft noch werden? Strom im Wert von einem Hundertstel Cent. Das erscheint einem schon völlig irre! Aber ich bin mir sicher: Es geht noch absurder. Der Phantasie sind bei sowas keine Grenzen gezeigt.

Letztlich bleibt ein Arbeitnehmer zurück, der eine wegen Formfehlern oft unwirksame und inhaltlich völlig absurd erscheinende, tatsächlich aber erstmal real vorhandene KÜNDIGUNG erhalten hat, gegen die er was tun muss. Und auch ein Justizsystem, das von uns allen mit Steuergeldern teuer bezahlt und von manchem Arbeitgeber auf diese Weise instrumentalisiert und mißbraucht wird. Es wird Zeit, dass eine Bagatellgrenze eingeführt wird.

Peter



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 04. August 2009 um 13:08 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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