von Susanne am 13.09.2011, 15:43 Uhr , Kategorie: Rechtsprechung

Es gibt nichts, was es nicht gibt. Da schlagen sich Politik und Arbeitsgerichte – zu Recht! – mit dem brisanten Thema Leiharbeit rum, und dann muss man lesen, dass selbst das manchen Arbeitgebern nicht reicht. Nein – die Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft m.b.H. (GHB) beschäftigt sogar Tagelöhner, um den stark schwankenden Arbeitsanfall auszugleichen. Bitte was? Richtig gehört: Tagelöhner! Dieser etwas verstaubt anmutende Begriff – eine ebenfalls schöne Bezeichnung dafür ist „unständig Beschäftigter“ – bezeichnet laut Wikipedia Arbeitnehmer, die nicht ständig bei demselben Arbeitgeber beschäftigt sind und in keinem festen Arbeitsverhältnis stehen. 

Die Problematik: Seit Jahren beschäftigte die GHB unständig Beschäftigte mit der Begründung, vorübergehenden Mangel ausgleichen zu müssen. Nur: von einem vorübergehenden Mangel konnte nicht die Rede sein! Angeblich besetzte die GHB bis 2009 40 % der Schichten mit Tagelöhnern, 2010 noch bis zu 35 %. Und das eigentlich Peinliche an der Geschichte ist: Sogar die Gewerkschaft drückte beide Augen zu. Da bleibt einem doch die Spucke weg!

Als während der Wirtschaftskrise einige der Betroffenen immer weniger Schichten bekamen, beschlossen diese zu klagen. Nachdem das Hamburger Arbeitsgericht in seinem Urteil vom 6. Juli 2010 (Az.: 25 Ca 66/10) feststellte, dass für den Kläger faktisch seit August 2002 ein Arbeitsverhältnis als Gesamthafenarbeiter besteht, einigten sich andere gütlich mit dem Arbeitgeber. So wurden aus „unständig Beschäftigten“ „ständig Beschäftigte“. Zumindest hat inzwischen der Geschäftsführer der GHB angekündigt, die rund 1.000 Festangestellten bis zum Jahresende auf 1.200 aufzustocken.

Susanne

 

Bildquelle: © Ralf Beier - Fotolia.com

 



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 13. September 2011 um 15:43 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

1 Kommentar »

  1. Hallo Susanne, wenn du auf die website gehst kannst du den genauen ablauf des rechtsstreites mit der ghbg nachlesen. mich würde interessieren wie deine meinung dazu ist. gruß
    henry- jean

    Kommentar von: henry-jean demberg – am 12. Oktober 2011 um 16:08

Leave a comment