von Peter am 06.01.2010, 09:35 Uhr , Kategorie: Ausbildung, Rechtsprechung

Dass man mit einem Bein bereits vor der Betriebstür steht, wenn man den Chef beleidigt, das hat sich herumgesprochen. Ist auch ziemlich unklug, unabhängig von der möglicherweise individuellen inhaltlichen Berechtigung. Kritisch wird es aber auch, wenn man seine Kollegen blöd angeht. So geschehen in einer Bäckerei im Raum Neumünster, Schleswig-Holstein. Kurz zusammengefasst drohte eine Verkäuferin einer Auszubildenden unter anderem mit den Worten: „Wenn du mich noch einmal beim Chef anscheißt, gehe ich dir an den Hals!“ Einen Tag später wiederholte sie die Äußerung, diesmal unter Hinzuziehung des Stinkefingers.

Das war dann doch alles eine Spur zu heftig, so das Landesarbeitsgericht Schleswig-Holstein (Urteil vom 21.10.2009, Az. 3 Sa 224/09) und erklärte die anschließende  fristlose Kündigung der Verkäuferin durch den Arbeitgeber für rechtmäßig. Die sog. Fürsorgepflicht schreibe es dem Arbeitgeber nämlich vor, Beschäftigte vor Drangsalierungen durch Kollegen zu schützen. Dieser sei dazu verpflichtet, den Betriebsfrieden und ein gedeihliches Miteinander zu gewährleisten. Dass es sich bei der bedrohten Kollegin auch noch um eine Auszubildende und somit eine besonders schutzwürdige Person gehandelt habe, kam hier erschwerend hinzu.

Urteil im Volltext (pdf-Datei)

Peter



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 06. Januar 2010 um 09:35 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Ausbildung, Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

No comments yet.

Leave a comment