Ein Arbeitnehmer muss eine Kündigung, die aufgrund von Medienrummel um seine Liebesbeziehung zu einem (gerade noch) Minderjährigen ausgeprochen wurde, nicht akzeptieren. Das entschied im vergangenen Monat das Hessische Landesarbeitsgericht (Hessisches LAG vom 01.02.2010 – 17 Sa 1340/09).

Hintergrund der Geschichte ist Folgender: Ein langjähriger Flugbegleiter der Lufthansa wurde in Japan festgenommen, weil er mit seinem Freund eine heiße Nacht im Crew-Hotel verbrachte. Grund für die Festnahme war das Alter des Freundes: Dieser stand kurz vor seinem 18. Geburtstag und war damit noch minderjährig.

Die japanische Boulevardpresse berichtete ausführlich über den Vorfall und erwähnte auch immer fleißig, dass es sich bei dem Festgenommenen um einen Lufthansa-Mitarbeiter handelt. Die Lufthansa war über diese negative PR natürlich weniger erfreut und reagierte prompt: Sie kündigte dem langjährigen Flugbegleiter und zwar fristlos.

Aber zu Unrecht, wie das zuständige LAG festgestellt hat: Es besteht nämlich kein direkter Zusammenhang zwischen dem Arbeitsverhältnis und der privaten Liebesbeziehung des Arbeitnehmers! Zudem hätte bei einer fristlosen Kündigung auf jeden Fall zuvor eine Abmahnung erfolgen müssen.

Die Lufthansa muss nun den Mitarbeiter zu den bisherigen Bedingungen weiterbeschäftigen.

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 30. März 2010 um 07:57 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kündigungsschutz, Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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