Ab 1. Januar 2015 gilt ausschließlich die elektronische Gesundheitskarte mit Lichtbild und Chip. Aufgrund dieser Datenspeicherung haben bereits viele Versicherte Bedenken geäußert. Hierzu gibt es nun ein Urteil vom Bundessozialgericht (18.11.2014, Az. B 1 KR 35/13 R). Ein Mann hatte eine Karte ohne Lichtbild verlangt, diese nicht erhalten und daraufhin geklagt. Er sah sein Grundrecht auf informationelle Selbstbestimmung verletzt. Außerdem argumentierte er, es könne nicht nachverfolgt werden, wer die hochsensiblen Daten abrufe und verarbeite. Das Bundessozialgericht wies die Klage ab. Mitglieder einer Krankenkasse können keine Gesundheitskarte ohne Lichtbild verlangen. Ausnahmen gelten nur für Kinder unter 15 Jahren sowie für bettlägerige Menschen. Außerdem überwiege der durch das Bild verbesserte Schutz vor Missbrauch gegenüber dem Interesse des Einzelnen. Die elektronische Gesundheitskarte mit Chip und Lichtbild verbessere ja gerade den Schutz vor missbräuchlicher Inanspruchnahme, so das Urteil.

Bildquelle: © B. Wylezich – fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 09. Januar 2015 um 14:09 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Gesundheitsschutz, Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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3 Comments »

  1. Ich wüßte ja gern, welchen besseren Schutz ich als Versicherter dadurch habe, daß auf der Krankenkassenkarte ein Bild von mir abgebildet ist. Wenn jemand mich auf einem Foto ablichtet, habe ich das Recht an dem Bild. Aber daß dieses Recht nicht gilt, wenn ich auf den „umfassenderen Schutz“ durch ein Lichtbild auf meiner Versichertenkarte verzichten will, ist unglaublich! Da wird doch mit zweierlei Maß gemessen.

    Ich habe von meiner Krankenkasse erst bei der letzten Ausstellung der Karte verlangt, daß kein Foto von mir drauf ist, und werde die Karte so lange wie möglich weiter verwenden.

    Kommentar von: Michael – am 12. Januar 2015 um 11:40

  2. Hallo Micha,

    In unseren Arzt-Praxen ist es aber seit 1.Januar
    “ Gang und Gäbe “
    dass Patienten ohne Lichtbild auf Ihrer Versichertenkarte – abgewiesen werden( können ).

    Kommentar von: Frank – am 14. Januar 2015 um 08:09

  3. Der Schutz für jeden Einzelnen besteht darin, dass keiner mehr irgendwelche Versichertenkarten stehlen kann (sind teilweise sogar während der Zustellung durch die Post gestohlen worden, und scheinbar in nicht zu geringem Ausmaß! Ist mir selbst schon passiert!) und sich damit ungerechtfertigterweise Leistungen der Krankenkasse erschleicht. Dies wirkt sich positiv auf die Ausgaben der Krannkenkassen aus und somit am Ende auf den Beitrag, den jeder Einzelne bezahlen muss.
    Du weist damit nach, dass du tatsächlich der Inhaber der Karte bist.
    Wobei genau genommen, auch die Karte zusammen mit einem gültigen Ausweis mit Bild verwendet werden könnte. Oder hast du auch einen Führerschein und Personalausweis ohne Bild beantragt???
    Die Karte ist genauso ein offizielles Dokument und sollte daher so gut wie möglich vor Missbrauch geschützt sein.
    Die Leute stellen zig Bilder von sich in Facebook, Whatsapp etc zur Schau, aber auf der Krankenkassenkarte ist es plötzlich ein Problem…

    Kommentar von: A.R. – am 15. Januar 2015 um 15:43

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