von Ines am 29.06.2007, 12:12 Uhr , Kategorie: Rechtsprechung

Und da haben wir es wieder, das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Kürzlich habe ich über die Uneinigkeit Deutschlands zum Thema ?Das AGG und die Anwendbarkeit bei Kündigungen? berichtet. Die besteht immer noch. Aber wie ist das denn mit der Anwendbarkeit des Gesetzes bei Einstellungen von neuen Arbeitnehmern? Ja…, das steht klar im AGG drin. Niemand darf bei der Auswahl und Einstellung wegen des Alters benachteiligt werden.


Das wollen aber wiederum anscheinend noch nicht alle in Deutschland glauben. Die Lufthansa ließ sich lieber verklagen, als eine 46jährige Stewardess einzustellen und muss jetzt Schadensersatz in Höhe von 4.000,00 ? zahlen. Die befristet angestellte Stewardess hatte sich auf eine unbefristete Stelle beworben, wurde aber deutlich ?wegen ihres Alters? abgelehnt. Die Fluggesellschaft hatte argumentiert, das wirtschaftliche Risiko krankheitsbedingter Ausfälle sei bei älteren Arbeitnehmern wesentlich höher und dem Unternehmen nicht zumutbar.

Diese Argumentation verstößt laut dem Urteil gegen das seit August vergangenen Jahres geltende AGG. Das wirtschaftliche Risiko möglicher Lohnfortzahlung im Krankheitsfall dürfe bei der Auswahl von Bewerbern nicht zum Maßstab gemacht werden, stellte das Gericht fest. Die Höhe der Entschädigung beträgt drei Monatsgehälter (Arbeitsgericht Frankfurt Az.: 11 Ca 8952/06).

Viele Grüße und ein schönes Wochenende

Sonja



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 29. Juni 2007 um 12:12 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Rechtsprechung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

No comments yet.

Leave a comment