von Thomas am 26.03.2010, 12:45 Uhr , Kategorie: Kündigungsschutz, Rechtsprechung

Das mit dem Riechen ist so eine Sache: Von den fünf Sinnen des Menschen (Sehen, Hören, Schmecken, Tasten und Riechen) ist der Geruchssinn eher einer der weniger essentiellen. Und trotzdem: Wenn unser Geruchsempfinden empfindlich gestört wird, kann dies sogar im Arbeitsrecht zu Konsequenzen führen:

So wurde in Köln einem Arbeitnehmer auf Grund seiner starken Schweißausdünstungen gekündigt. Und das völlig zu Recht wie das Arbeitsgericht Köln gestern festgestellt hat (Urteil vom 25.03.2010 – 4 Ca 10458/09). Gegenüber dem Personalrat begründete die Stadt Köln als Arbeitgeberin ihre Kündigung damit, dass der Arbeitnehmer ständig nach Schweiß roch und zudem ungepflegt wirkte.

Der Arbeitnehmer, ein fünfzigjähriger Denkmalschutz-Experte, erhielt das Kündigungsschreiben kurz vor dem Ende seiner Probezeit – und genau das wurde ihm zum Verhängnis! Denn: Der allgemeine Kündigungsschutz greift nach § 1 Abs. 1 KSchG erst nach einer Beschäftigungsdauer von einem halben Jahr ein. So durfte die Arbeitgeberin auch ohne Vorliegen eines Kündigungsgrundes das Arbeitsverhältnis beenden.

Einen von der Stadt Köln angebotenen Vergleich nahm der gekündigte Arbeitnehmer übrigens nicht an: Er hätte sein Gehalt weitere vier Monate ausgezahlt bekommen und die Schweiß-Begründung wäre aus dem Kündigungsschreiben entfernt worden. Seine Antwort: „Meine Ehre kann mir keiner abkaufen“.

Fazit: Zumindest während der ersten sechs Monate ohne Kündigungsschutz sollte man ab und an zur Seife greifen.

Thomas



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