von Christine am 27.02.2019, 21:41 Uhr , Kategorie: Arbeitsvertrag, Arbeitszeugnis, Rechtsprechung
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Die Karnevalszeit dauert von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch – zumindest in Köln. Das hat das dortige Arbeitsgericht kurz vor der Frohsinns-Zeit entschieden (19 Ca 3743/18).

Schwarz auf weiß im Zeugnis

Geklagt hatte eine Kellnerin, die unter anderem am Karnevalssamstag gearbeitet hatte. Sie hat einen Anspruch darauf, dass eine „in der Karnevalszeit“ geleistete Tätigkeit in ihrem Zeugnis steht.

Kein Zweifel im Rheinland

Im Rheinland bestehe kein Zweifel an der Auslegung des Begriffs. Während mit dem Wort „Karnevalstage“ vielleicht nur Weiberfastnacht, Rosenmontag und Aschermittwoch gemeint sein könnten, beziehe sich „Karnevalszeit“ eindeutig auf die gesamte Zeit von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch. Dies sind in der Gastronomie naturgemäß Tage mit besonders hoher Arbeitsbelastung.

Tipp aus der Newsletter-Redaktion für alle Närrinnen und Narren

Susanne Helmer von unserer Newsletter-Redaktion hat für Sie zusammengetragen, auf was man an den kommenden Tagen am Arbeitsplatz achten sollte:

Faschingsfrei? Wahre Karnevals-Jecken können gar nicht anders: Von Weiberfastnacht bis zum Aschermittwoch wird ausgiebig gefeiert. Aber aufgepasst: Rosenmontag, Faschingsdienstag & Co sind keine gesetzlichen Feiertage! Eingefleischte Karnevalisten müssen also Urlaub beantragen bzw. sich die freien Tage vorab genehmigen lassen. Wer das nicht macht, muss mit ernsten Konsequenzen rechnen. Oft regeln Betriebsvereinbarungen, ob und in welchem Umfang an den Faschingstagen gearbeitet werden muss. In einigen Fällen kann sogar die sogenannte „Betriebliche Übung“ greifen. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn zwar nichts geregelt ist, aber die letzten drei Jahre traditionell am Rosenmontag nicht gearbeitet wurde. Dann hat die Belegschaft Anspruch darauf, dass dies auch in diesem Jahr genauso gehandhabt wird. Ob ein solcher Anspruch tatsächlich vorliegt, sollte im Einzelfall genau geprüft werden.

Kostümiert am Arbeitsplatz? Ob man verkleidet zur Arbeit erscheinen darf, hängt davon ab, wo man arbeitet. Nach der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts kann der Arbeitgeber verlangen, dass sich die Mitarbeiter branchenüblich kleiden. Denn gerade im Kundenkontakt könnte dies negativ auffallen. Klassisches Beispiel ist hier die Bank: Nicht jeder Kunde möchte mit einem Vampir oder einer Catwoman über seine Geldanlagen sprechen. Und ist im Betrieb Schutzkleidung vorgeschrieben, darf diese auch in der Faschingszeit nicht mit einem Kostüm getauscht werden.

Prost, Chef? Vorsicht ist beim Alkohol geboten. Hier gelten die betriebsinternen Bestimmungen. Das heißt: Alkoholische Getränke dürfen grundsätzlich nur dann getrunken werden, wenn es der Arbeitgeber erlaubt. Hat der Chef in der Vergangenheit dazu sein Okay gegeben, kann sich daraus ebenfalls eine betriebliche Übung ergeben. Zu beachten ist in jedem Fall, dass jeder Arbeitnehmer die Pflicht hat, seine Leistungsfähigkeit und die Sicherheit am Arbeitsplatz nicht durch Alkoholkonsum zu gefährden.

Stichwort Unfallschutz: Bei der betrieblichen Karnevalsfeier gelten in Sachen Unfallschutz keine Sonderregelungen. Wenn die Feier dem Betriebsklima dient und allen Betriebsangehörigen offensteht, stehen die Arbeitnehmer während des Fests und auf dem Hin- und Heimweg unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Entscheidend für den Unfallschutz ist allein, ob die Feier mit dem Einverständnis und der Unterstützung des Arbeitgebers durchgeführt wurde.

Fazit: Kein Karnevalsbonus: Arbeitnehmer sollten sich bewusst sein, dass es in der fünften Jahreszeit keinen Karnevals-Bonus gibt. Wie weit Sie am Arbeitsplatz gehen dürfen, hängt letztendlich stark von Region, Branche und Unternehmen ab. Wichtig ist vor allem, dass die arbeitsvertraglichen Pflichten nicht außer Acht gelassen werden. Wer gegen die Regeln verstößt, riskiert unter Umständen seinen Job.

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