von Ines am 03.12.2010, 11:58 Uhr , Kategorie: Rente

Über die Rente mit 67 sind viele von uns noch nicht ganz hinweg. Doch während dieses Thema weiterhin heftig diskutiert wird, gibt es Politiker, die offensichtlich schon wieder einen Schritt weiter sind. Und sie verkünden uns die frohe Botschaft: Arbeitnehmern könnte auch ein Eintrittsalter von 69 Jahren drohen.

Wolfgang Steiger, Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats, hält den momentanen Stand – Rente mit 67 – für einen Zwischenschritt. „Um die Beiträge senken zu können und die gegenwärtige Rentenhöhe zu garantieren, müssen wir über die Rente mit 69 nachdenken“, sagte er in der „Rheinischen Post“. Zugleich verwies er die Wirtschaft darauf, mehr ältere Arbeitnehmer einzustellen. Als Ziel nannte Steiger, dass mindestens 50 Prozent der 60- bis 65-Jährigen erwerbstätig sein müssten. Die Altersgrenze von 60 Jahren, die in vielen börsennotierten Unternehmen für Top-Manager gelte, lehnte er ab.

Hoffentlich bleibt es beim Nachdenken über eine weitere Erhöhung des Rentenalters. Nachzuvollziehen ist das irgendwann nicht mehr. Und mit der Begründung: „Beiträge senken und gegenwärtige Rentenhöhe garantieren“ kann das Rentenalter theoretisch immer und immer wieder erhöht werden. Die Argumente sind ja irgendwo nachvollziehbar. Aber so langsam kippt die Waagschale. Die wirtschaftlichen Ziele zählen immer mehr, der zukünftige Rentner – also der Mensch – immer weniger. Die Chancen, einen aktiven Lebensabend zu verbringen, werden zunehmend geringer. Denn: Entweder fehlt das Geld, weil man früher in Rente geht als vorgesehen (Thema Altersarmut), oder man ist kaputt, weil man bis Eintritt des Rentenalters gewartet hat. Langsam reicht´s!

Ines



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 03. Dezember 2010 um 11:58 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Rente abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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3 Comments »

  1. „Aber so langsam kippt die Waagschale. Die wirtschaftlichen Ziele zählen immer mehr, der zukünftige Rentner – also der Mensch – immer weniger.“

    Gut erkannt! Nur, solange Gewerkschaften und Betriebsräte Gretchenfrage stellen, warum von dem verdammten Geld bei denen „oben“ immer mehr und denen „unten“ immer weniger ankommt, solange die gefährlichen Sprengwirkung unseres zinsbasierten Geldsystems nicht offen diskutiert wird, so lange wird an dieser Entwicklung nichts ändern. So lange bleibt die Diskussion um die Rente mit 67, Sozialabbau, Mindestlöhne etc. ein Scheindiskussion, die ganzen schönen Demos mit hunderttausenden Teilnehmer eine Volksbelustigung, eine Farce!

    Dr. Dieter Petschow, ein niedergelassener Arzt hat 2009 sich die Frage gestellt, warum er mit seinem Praxisteam seit dreißig Jahren Jahr für Jahr mehr arbeitet, aber weniger und weniger Ertrag bleibt und angefangen, nachzurechen. Ein Auszug aus seinem Aufsatz:

    „Bekommt ein Mensch in Deutschland für geleistete Arbeit Geld, zahlt davon keine Sozialbeiträge und keine Steuern, so sei dies strafbar, sagt der Gesetzgeber. Soll ein Arbeitnehmer mehr arbeiten ohne Lohnausgleich, bekommt er für diesen Anteil der Arbeit keine Kaufkraft, der Staat keine Steuern, die Sozialkasse keine Beiträge – dies ist offizielle Wirtschaftspolitik in Deutschland. Bekommt ein Mitmensch hierzulande jedoch viel Geld aus Kapitalertrag, ohne selbst dafür gearbeitet zu haben, zahlt davon weder Sozialbeiträge noch adäquat Steuern, so handelt es sich um einen durch Macht abgesicherten Rechtsanspruch. Faktisch führt diese Vorgehensweise zum Verlust staatlicher und sozialer Ordnung. Welchen Respekt soll ich vor einer solchen monetären Rechts- und Sozialordnung haben?
    http://egon-w-kreutzer.de/Petschow/Einleitung.html

    Der Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler (leider FDP) hat im Mai schriftlich vor dem Bundestag dazu Stellung bezogen:
    http://www.frank-schaeffler.de/sites/default/files/2010_05_21_persoenliche_erklaerung.pdf

    Wem das alles zu trocken ist, der darf sich den Kurzfilm von Max von Bock ansehen.
    http://www.youtube.com/watch?v=9BrLrwbkQWQ

    Kommentar von: A. Sandner – am 22. Dezember 2010 um 10:21

  2. Korrektur zu oben: Ich meinte „…nicht die Gretchenfrage stellen…“

    Kommentar von: A. Sandner – am 22. Dezember 2010 um 10:35

  3. Rente mit 69?

    Was denken sich denn die Politiker.

    Jugendliche stehen auf der Straße, bekommen nach wie vor nicht immer einen Ausbildungsplatz, außer sie sind in der Schule spitze.

    Arbeitslose kommen nur schwer unter, wenn überhaupt!

    Sind sie erst mal über 45 Jahre, dann können Sie theoretisch gleicht um Hartz 4 eingeben. Wenn man über 30 Jahre gearbeitet hat, und dann zusehen muss, wie man alles verliert, hebt dies die Stimmung gewaltig!

    Arbeitsplätze für alle über 50. Da kann ich nur lachen – Theorie und Praxis! Wenn zwar Plätze laut Politik da sind, jedoch nicht an Arbeitnehmer über 50 vermittelt werden, kann doch etwas nicht stimmen.

    Arbeitsämter, die Ihren „KUNDEN“ sagen, dass man sich doch an eine Zeitarbeitsfirma wenden möge, da keine Jobangebote!

    Da bist Du über 50, bekommst über die Zeitarbeit einen Mindestlohn und gegebenenfalls noch für kurze Zeit eine kleine Aufstockung, damit der Absturz nicht gar zu krass ist – welcher aber später wegfällt. Somit hast Du wieder nur den Mindestlohn und die Lebenserhaltungskosten… laufen dir davon, vor allem mit Familie.

    Rente mit 69? – Die Rente mit 67 ist ja schon eine verkappte Rentenkützung. Denn wer bitte ist so lange gesundheitlich wirklich noch auf der Höhe – bei dem Stress heutzutage in den Betrieben, Handwerker, Pflegende, Putzfrauen- und Männer mit schwer körperlicher Arbeit?

    Ja, gut verdienende mit Haushälterin, Putzfrau und evtl. Chauffeur mögen dieses Alter dann erreichen und trotzdem noch tägig sein. Sie können sich auch jederzeit wenigsten Kurzurlaube ermöglichen oder sonst mit Geld für Ihr Wohlbefinden sorgen – aber Otto Normalverbraucher?

    Oder ist die Rente mit 69 nur dazu da, dass die Rente erst gar nicht anfällt. Ein Grab kostet nur den Angehörigen Geld, der Arbeitnehmer hat dann zwar nichts mehr von seinem Leben – aber was soll´s. Es hat schon immer die dummen gegeben, die Arbeiten und die die Geld verdienen.

    Kommentar von: Karl Reinerd – am 04. Januar 2011 um 11:54

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