Der Niedriglohnsektor nimmt wie eine Krake Überhand: Nach einer Studie des IAQ-Instituts der Universität Duisburg-Essen arbeitet mittlerweile jeder fünfte Arbeitnehmer unterhalb der Niedriglohnschwelle. Professor Gerhard Bosch, einer der beiden Studienleiter, in der ZDF-Sendung „Frontal 21“: „Wir sind zu einem für uns erschütternden Ergebnis gekommen: In Deutschland gebe es den stärksten Anstieg von Niedriglohnbeschäftigung in Europa in den letzten Jahren.“ Er weist darauf hin, dass es eine deutsche Besonderheit sei, dass vor allem die ganz niedrigen Löhne, also bis unter fünf oder sechs Euro, stark zugenommen hätten. „Solche Löhne“, so Bosch im ZDF , „dürfen in Frankreich und England gar nicht bezahlt werden, weil es dort gesetzliche Mindestlöhne gibt.“

Die derzeit oft geforderten 7,50 Euro pro Stunde reichen bei weitem nicht aus, um auch im Alter ein Leben ohne zusätzliche staatliche Unterstützung, das heißt „in Würde„, zu führen. Einfaches Rechenbeispiel: 7 Euro 50 die Stunde, 40 Stunden die Woche und das 45 Arbeitsjahre lang, ergibt einen Rentenanspruch von 620 Euro nach heutigen Maßstäben. Die Folge: Nach einem langen Arbeitsleben geht es auch in der Rente nicht ohne das Sozialamt! Ein allgemeiner Mindestlohn sollte deshalb laut Professor Bosch nicht unter 9,47 Euro die Stunde liegen.

Video: Das ganze Interview mit Prof. Bosch in der ZDF-Mediathek

Peter



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 06. Oktober 2010 um 17:59 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Mindestlohn, Rente abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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