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Professor zum Mindestlohn: Alles unter 9,47 Euro ist entwürdigend

Der Niedriglohnsektor nimmt wie eine Krake Überhand: Nach einer Studie [1] des IAQ-Instituts der Universität Duisburg-Essen arbeitet mittlerweile jeder fünfte Arbeitnehmer unterhalb der Niedriglohnschwelle. Professor Gerhard Bosch, einer der beiden Studienleiter, in der ZDF-Sendung „Frontal 21“ [2]: „Wir sind zu einem für uns erschütternden Ergebnis gekommen: In Deutschland gebe es den stärksten Anstieg von Niedriglohnbeschäftigung in Europa in den letzten Jahren.“ Er weist darauf hin, dass es eine deutsche Besonderheit sei, dass vor allem die ganz niedrigen Löhne, also bis unter fünf oder sechs Euro, stark zugenommen hätten. „Solche Löhne“, so Bosch im ZDF , „dürfen in Frankreich und England gar nicht bezahlt werden, weil es dort gesetzliche Mindestlöhne gibt.“

Die derzeit oft geforderten 7,50 Euro pro Stunde reichen bei weitem nicht aus, um auch im Alter ein Leben ohne zusätzliche staatliche Unterstützung, das heißt „in Würde„, zu führen. Einfaches Rechenbeispiel: 7 Euro 50 die Stunde, 40 Stunden die Woche und das 45 Arbeitsjahre lang, ergibt einen Rentenanspruch von 620 Euro nach heutigen Maßstäben. Die Folge: Nach einem langen Arbeitsleben geht es auch in der Rente nicht ohne das Sozialamt! Ein allgemeiner Mindestlohn sollte deshalb laut Professor Bosch nicht unter 9,47 Euro die Stunde liegen.

Video: Das ganze Interview mit Prof. Bosch in der ZDF-Mediathek [3]

Peter