Die Wahlen zu den betrieblichen Schwerbehindertenvertretungen laufen noch oder sind vorbei. Egal ob man als SBV gerade neu gewählt wurde oder schon seit längerer Zeit SBV-Experte ist: Der Beginn einer Amtszeit ist immer wie ein Neustart. Aber gerade die „Neuen“ stehen nun vor ziemlich vielen Fragen. Eine wichtige lautet: Wie schaffe ich mir im Betrieb meinen Platz? Klar ist: Rechtskenntnisse müssen schnell her. Denn: Ohne entsprechendes Wissen kann man seine neue Aufgabe kaum erfüllen. Aber dafür gibt es zum Glück gute Schulungen und Seminare, ganz am Ende haben wir einige Tipps dazu.

Und sonst? SBV’ler sind meistens Einzelkämpfer. Sie haben fast nie ein Gremium im Rücken, so wie etwa der Betriebsrat. Und bei den Beschäftigten im Betrieb sind sie in ihrer Funktion auch eher nur wenig bekannt. „Was machst du nochmal?“, diese Frage dürfen sich viele anhören. Wenn man denn überhaupt fragt.

Sich seinen Platz im Betrieb schaffen – hier sind drei Tipps aus der Praxis, wie das leichter gelingt.

Tipp 1 – Selbst-Marketing

Machen Sie sich bei der Belegschaft bekannt. Wer bin ich ? Was ist mein Job? Wo und wann erreicht man mich? Wie kann ich anderen weiter helfen? Informieren Sie über sich! Machen Sie Aushänge am Schwarzen Brett, stellen Sie sich auf der nächsten Betriebsversammlung persönlich vor oder besuchen Sie Ihre Kollegen mal auf einem Betriebsrundgang. Warum verteilen Sie nicht Visitenkarten wo Ihre Funktion als SBV’ler drauf steht? Kleiner Tipp: Hier können Sie kostenlos welche bestellen.

Tipp 2 – unbedingt Sitzungen besuchen

Wussten Sie schon, dass Sie als Schwerbehindertenvertreter ein beratendes Teilnahmerecht an allen Sitzungen des Betriebsrats haben? Auch ohne Stimmrecht, gehen Sie da hin! Der Betriebsrat muss Sie einladen und vorab über die Tagesordnung informieren. Ihr Vorteil: Sie sind über die Vorgänge im Betrieb im Bilde, erkennen relevante Themen für die schwerbehinderten Kollegen und können sich schnell einklinken. Sonst wird leider vieles an Ihnen vorbeigehen.

Tipp 3 – schulen Sie den Arbeitgeber

Auch wenn Sie es nur ahnen: So mancher Arbeitgeber kennt sich mit den Rechten der SBV aus dem SGB IX kaum aus. Ihre Aufgabe sollte somit auch sein, den Chef zu schulen. Tun Sie das sanft, aber nachdrücklich. Oft ist nicht bekannt, dass Sie den SBV-Job während Ihrer Arbeitszeit machen dürfen, dass Sie ein Recht auf Schulungen haben, dass man Sie über Bewerbungen schwerbehinderter Menschen informieren muss, dass Sie an den Monatsgesprächen „Betriebsrat Arbeitgeber“ teilnehmen können, dass Sie Ihre eigenen Versammlungen mit den schwerbehinderten Kollegen durchführen dürfen und und und …

SBV’ler sein  – das ist eine ganz besondere Aufgabe. Vieles was man wissen muss, holt man sich zu Beginn der Amtszeit. Also JETZT! Im Seminar „Schwerbehindertenvertretung Teil I“ lernt man alle Grundlagen – das sollte man bald besuchen. Das ifb bietet ein praktisches Starterpaket für die SBV an. Und viele weitere Infos findet man hier.

Bildquelle: © pojoslaw – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Montag, 20. Oktober 2014 um 16:23 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Schwerbehindertenvertretung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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