Senior mit LaptopRecherchen für eine Antwort auf diese Frage haben ergeben: Es gibt keine Einigung darüber. An eine konkrete Altersangabe traut sich schon gar keiner ran. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) hat in ihrer Broschüre „Alles grau in grau?“ folgende Definitionen zusammengefasst: Nach der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gelten als ältere Arbeitnehmer diejenigen, die in der zweiten Hälfte des Berufslebens stehen, das Rentenalter noch nicht erreicht haben sowie gesund und leistungsfähig sind. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit hingegen sieht eine fließende Grenze zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, ab der ein Arbeitnehmer als älterer Beschäftigter bezeichnet wird. Ganz anders definiert der Wuppertaler Kreis e.V., Bundesverband betriebliche Weiterbildung, den älteren Beschäftigten: Für sie ist das eine Personengruppe, die im Erwerbsleben bzw. auf dem Arbeitsmarkt mit altersbedingten Schwierigkeiten bzw. Risiken konfrontiert ist, weil entweder tatsächlich oder vermeintlich von einer bestimmten Altersgruppe ab die berufliche Leistungsfähigkeit abnimmt.

Wird es in Zukunft vielleicht eine eigene Interessenvertretung für diese Zielgruppe geben? So wie für die Jugendlichen und Auszubildenden die JAV die Vertretung für ältere Arbeitnehmer (ÄAV). Drüber nachdenken könnte man ja mal, wo doch der Altersdurchschnitt in den Belegschaften immer weiter nach oben rückt. Bis dahin entscheiden Sie selbst, ob sie jung, älter oder alt sind – und ob das überhaupt wichtig ist.

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von Thomas am 23.05.2011, 15:50 Uhr , Kategorie: Demografie, ifb intern

Wir werden alle älter – und zwar ohne Ausnahme und ununterbrochen. Dies wirkt sich nicht nur auf unser Privatleben, sondern vor allem auch auf unseren Arbeitsalltag aus. Da immer weniger junge Arbeitnehmer auf den Arbeitsmarkt nachkommen, wandelt sich der Altersdurchschnitt in den deutschen Unternehmen erheblich. Der demografische Wandel macht eben auch nicht vor unseren Betrieben Halt. Neben der Geschäftsleitung sind hier vor allem auch die Betriebsräte gefragt. Denn: Wenn man erst einmal in die „Demografie-Falle“ getappt ist, ist es oft schon zu spät. Deswegen heißt es schon jetzt umdenken und aktiv gegensteuern.

Auf der Fachtagung: „Demografischer Wandel im Betrieb – Zukunft gemeinsam gestalten“ des ifb vom 26. Bis 28. Oktober in Düsseldorf bekommen Sie wertvolle Praxis-Informationen darüber
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von Thomas am 24.01.2011, 14:06 Uhr , Kategorie: Arbeitszeit, Tarifrecht, Urlaub

Beim Geld hört der Spaß auf – beim Urlaub übrigens auch!

Das beweist das druckfrische Urteil des LAG Düsseldorf vom 18.01.2011 (Aktenzeichen: 8 Sa 1274/10). Eine 24-jährige Kassiererin klagte, weil ihr laut dem einschlägigen Manteltarifvertrag für den Einzelhandel in NRW „nur“ 34 Urlaubstage zustehen, ältere Kollegen hingegen in den Genuss von 36 Urlaubstagen kommen. Eine offensichtliche
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von Thomas am 05.11.2010, 08:47 Uhr , Kategorie: Demografie, Rente

Die Lebenserwartung in Deutschland erreicht einen neuen Höchststand. Laut Statistischem Bundesamt haben neugeborene Jungen eine Lebenserwartung von 77,3 Jahren, neugeborene Mädchen eine von 82,5 Jahren. Eine revolutionäre Entwicklung! Vor 140 Jahren, als man begonnen hatte eine Statistik der Lebenserwartung zu erstellen, lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 35,7 (Männer) bzw. bei 38,5 Jahren (Frauen).

Klar, dass durch die stark wachsende Lebenserwartung auch die Arbeitswelt neue Herausforderungen zu meistern hat. Abgesehen vom erhöhten Renteneintrittsalter müssen auch in anderen Bereichen neue Wege gefunden werden. Insbesondere in der Kranken- und Pflegeversicherung
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von Thomas am 19.08.2010, 13:39 Uhr , Kategorie: Rente

Während sich Christ- und Sozialdemokraten weiter über die Rente mit 67 unterhalten, wird aus der Wirtschaft munter die Rente mit 70 gefordert.

In eine ganz andere Richtung aber bewegen sich führende Liberale. Diese machen sich für die Rente mit 60 stark. Ja, Sie haben richtig gelesen: Die Partei der Besserverdienenden will uns alle deutlich früher in den Ruhestand entlassen. Angesichts der miesen Grundstimmung für die FDP klingt das
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Dass zu forsches Auftreten im Vorstellungsgespräch nicht gerade Sympathien für den Bewerber erwachsen lässt, sagt einem schon der gesunde Menschenverstand!

Was ist aber, wenn ein provokanter Bewerber eine Altersdiskriminierung vorschiebt, um an Schadensersatzzahlungen wegen Nichteinstellung nach § 15 AGG zu kommen? Diese Zahlungen betragen immerhin bis zu drei Monatsgehälter!

Das Landesarbeitsgericht Köln hat diese Sache vor wenigen Wochen entschieden: Nach Ansicht der Richter kann sich eine „offenkundige fehlende Eignung eines Bewerbers auch aus seinem provokanten Auftreten im Bewerbungsverfahren ergeben“ (LAG Köln vom 10.02.2010 – 5 Ta 408/09).

Folgender Fall lag dem genannten Leitsatz zu Grunde: Ein 61jähriger
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Die gesetzlichen Kündigungsfristen im deutschen Arbeitsrecht müssen geändert werden, das entschied heute der Europäische Gerichtshof. Bislang galt in Deutschland die Regelung, das bei der Berechnung der Beschäftigungsdauer Zeiten, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahrs liegen, nicht berücksichtigt werden, § 622 Abs. 2 S. 2 BGB. Hierin liegt nach Auffassung der Richter eine unzulässige Altersdiskriminierung und ein Verstoß gegen  EU-Recht. Die höchsten EU-Richter wiesen die deutschen Gerichte an, die fragliche deutsche Regelung in laufenden Prozessen vor Arbeitsgerichten „erforderlichenfalls unangewendet zu lassen“.

Geklagt hatte eine Frau, die mit 18 Jahren von einem Unternehmen angestellt und zehn Jahre später entlassen wurde. Da bei der Berechnung der Kündigungsfrist nur 3 Jahre Betriebszugehörigkeit zugrundegelegt wurden, betrug die Kündigungsfrist nur einen Monat. Bei einer 10-jährigen Betriebszugehörigkeit wären es eigentlich vier Monate gewesen.

Andrea