Letzte Woche berichteten wir über das Phänomen „Präsentismus“ und dem Ergebnis einer Studie, dass jeder Zweite krank in die Arbeit geht. Gründe sind Leistungs-, Termin- und Zeitdruck, Pflichtgefühl und Angst vor Jobverlust. Mindestens ebenso überraschend ist in diesem Zusammenhang das Ergebnis einer weiteren Forschungsarbeit, über die unter anderen Spiegel Online berichtet. Das Unternehmen Lab & Company befragte gemeinsam mit der Coburger Hochschule 381 Führungskräfte, wie sie auf kranke Mitarbeiter reagieren. Das Ergebnis: Jeder dritte Vorgesetzte erwartet sogar, dass die Mitarbeiter sich krank in die Arbeit schleppen und würde seine Leute auch bei einer ernsten Erkrankung nicht nach Hause schicken. Ein Viertel der befragten Führungskräfte würde versuchen, eine Heimarbeitsmöglichkeit für die Erkrankten zu organisieren.

Ziemlich skandalös, oder? Aber vielleicht auch nur auf den ersten Blick. Etwas weniger haarsträubend wirkt das Ergebnis gemäß Spiegel Online nämlich bei einem genaueren Blick auf die Fragestellung. Denn bei der Befragung ging es wohl um „sehr dringende Projekte“ und „wichtige Mitarbeiter“. Schade. Die „Normalos“ wären auch interessant gewesen.

Und wen wundert Folgendes?? Laut Pressebericht leben die Chefs diese Einstellung in der Regel vor. Lediglich 9,4 % von ihnen gaben an, zuhause zu bleiben und sich auszukurieren, wenn sie sich eine mittelschwere Erkältung eingefangen hätten. Über die Hälfte würde trotzdem zur Arbeit gehen, 28,9 % von zuhause arbeiten.

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