Hier stinkt es gewaltig zum Himmel! Immer wieder sorgt die Modekette Hollister für negative Schlagzeilen. Vor nicht allzu langer Zeit ließ Mike Jeffries, Chef des amerikanischen Mutterkonzerns Abercrombie & Fitch, verlauten, er wolle in seinen Läden nur dünne und schöne Leute („Ganz ehrlich, wir wollen die coolen Kids. Viele Menschen haben in unserer Kleidung nichts zu suchen.“). Aber nicht nur die Philosophie des Konzerns ist fragwürdig, auch die Arbeitsbedingungen lassen zu wünschen übrig.

Das neueste „Glanzstück“ bei Hollister: Jeder Mitarbeiter muss sich beim Gang zur Toilette von einem Mitglied des Wachpersonals begleiten lassen. Was skurril anmutet, ist für die Mitarbeiter bittere Realität. Die Unternehmensleitung begründete diese Maßnahme mit Vandalismus auf den Toiletten. Nun hat zumindest in Frankfurt der Betriebsrat diesem Elend ein Ende gesetzt. Der Betriebsrat hatte eine einstweilige Verfügung gegen die Kontrollen beantragt. Das Arbeitsgericht Frankfurt bestätigte, dass ein für Dienstag angesetzter Gerichtstermin aufgehoben wurde. Eine endgültige Betriebsvereinbarung steht aber noch aus.

Die Einigung gilt nur für die Frankfurter Filiale. Allerdings sind die Arbeitsbedingungen nach Angaben der Gewerkschaft Verdi in anderen Shops der Modekette nicht besser. Eine weitere Arbeitnehmervertretung gibt es Verdi zufolge bisher nur in Ludwigshafen. Das Problem: Viele – oft befristet – Beschäftigte hätten Angst, dass ihr Vertrag nicht verlängert wird, wenn sie sich im Betriebsrat engagieren.

Erst im April ging der Betriebsrat der Frankfurter Filiale in mehreren Fällen gegen den Arbeitgeber vor. Insbesondere ging es um flächendeckende Taschenkontrollen der Frankfurter Hollister-Mitarbeiter (wir berichteten). Bis zum Abschluss einer endgültigen Betriebsvereinbarung werden die Mitarbeiter dort nach einem „Würfelprinzip“ überprüft: Wer eine Vier würfelt, wird kontrolliert. Eine endgültige Einigung steht noch aus.

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Um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen, haben sich über 300 Mitarbeiter des chinesischen Apple/Microsoft/Dell-Zulieferers Foxconn einmal etwas anderes einfallen lassen, berichtet heute Bild-Online. Danach haben sich die Arbeiter gemeinsam auf das Dach der Fabrik in Wuhan gestellt und gedroht zu springen.

Der Grund: Bereits in der Vergangenheit gab es eine Selbstmordserie unter Foxconn-Angestellten. Der Konzern geriet daher wegen schlechten Arbeitsbedingungen in die Schlagzeilen und Foxconn-Arbeiter erhoben Schadensersatzforderungen gegen ihre Firma. Der Konzern sagte
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von Peter am 03.08.2011, 11:01 Uhr , Kategorie: Allgemein

Die Reihe „ARD-exklusiv“ ist ein politisches Reportageformat, das über unbequeme Themen berichtet. Heute abend ist es wieder soweit: Die 30minütige Sendung widmet sich diesmal dem größten postunabhängigen Paket-Zustelldienst Hermes und den dort herrschenden Arbeitsbedingungen. Etwa 12.000 Paketzusteller sind hier beschäftigt. Dabei kommt ein nicht ganz durchsichtiges Sub-Unternehmersystem zur Anwendung, das schon öfters kritisiert wurde.

Zwei Personen stehen im Mittelpunkt der Reportage: Einmal geht es um den Milliardär Michael Otto, den Mehrheitsaktionär des gleichnamigen Versandhaus-Unternehmens Otto. Zum Verständnis: Bei Hermes handelt es sich um eine 100% Tochtergesellschaft der Otto Gruppe. Auf der anderen Seite porträtiert der Film den Arbeitsalltag eines Hermes-Paketboten namens Peter. Dieser arbeitet für rund 60 Cent pro ausgeliefertem Paket, nach einem zehn Stunden langen Arbeitstag hat er etwa 60 Euro verdient. Davon geht ungefähr die Hälfte
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Letzte Woche war im Betriebsrats Blog ein TV-Tipp zu lesen: Die KiK-Story. Eine hochinteressante Reportage, die sich mit der Ausbeutung von KiK-Arbeitnehmern in Deutschland und vor allem mit den skandalösen Bedingungen in den Produktionsstätten in Bangladesh beschäftigte.

Heute morgen stand in der Tageszeitung  Die Welt eine interessante Pro-Contra-Debatte genau zu diesem Thema: „Soll man Billig-Kleidung“ boykottieren?“

Für
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