Noch ist es nur ein Spielzeug. Ein teures Spielzeug, das es in Deutschland derzeit nicht zu kaufen gibt. Aber das wird sich wohl bald ändern.

Google Glass ist eine Hightech-Brille. In ihr Gestell ist ein Hochleistungs-Computer im Miniformat montiert. Das Brillenglass wird zum Monitor. Auf dieses werden Daten projiziert, die der Träger der Brille direkt vor Augen hat. Egal wohin er seinen Blick richtet. Das Bild der echten Umgebung wird für ihn um weitere Daten ergänzt. Für den sog. Lifestyle-Bereich funktioniert das offenbar schon ganz gut. Da hat der Läufer seine aktuelle Zeit vor Augen, der Autofahrer die Navigation und als Besucher einer Stadt kann man sich wichtige Infos zu Sehenswürdigkeiten einblenden lassen.

Wie gesagt, bisher ist es nur ein Spielzeug. Ein Spielzeug aber, das bald den Sprung in die Arbeitswelt vornehmen wird. Auf der Sonderausstellung „Schöne schlaue Arbeitswelt“ der DASA in Dortmund kann man sich darüber informieren.

Eine Visison: Ein Ingenieur repariert eine komplizierte Maschine. Die Datenbrille zeigt ihm genau an, wo sein nächster Handgriff sitzen muss und um was es sich bei dem dem einen oder anderen Teil genau handelt. Noch eine Vision: Der Chemiker, der im Labor an Substanzen forscht, bekommt die nächsten Schritte eingeblendet. Samt detaillierter Arbeitsanweisung und wichtigen Warnhinweisen.

Manche Arbeitgeber sind offenbar schon ganz verrückt danach. Der erste Gedanke:
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An vielen Arbeitsplätzen ist es nicht gänzlich ungefährlich. Salopp gesagt. Eigentlich meint man: An manchen ist es wirklich saugefährlich. Auch deshalb gibt es Unfallverhütungsvorschriften. Damit gar nicht erst was passiert. Erleidet ein Arbeitnehmer am Arbeitsplatz trotzdem einen Unfall, springt die Berufsgenossenschaft (BG) als gesetzlicher Unfallversicherer ein. Das ist allseits bekannt. Die BG ersetzt dem Verletzten seinen Schaden. Das tut sie auch dann, wenn der Arbeitgeber sich nicht an Vorschriften gehalten hat und ein Beschäftigter gerade deshalb einen Schaden erlitt. Der Gedanke liegt nahe, dass sich die Berufsgenossenschaft die Leistungen beim Arbeitgeber als Regress zurückholt. Aber geht das so einfach?

Folgender Fall: Ein Handwerker arbeitet auf der Baustelle eines Einfamilienhauses als Betonmischer und Einschaler. Was ist ein Einschaler? Wer sich nicht mit Bautechnik auskennt: Ein Einschaler zimmert, vereinfacht gesagt, aus Brettern eine Form und gießt in diese flüssigen Beton hinein. Ist der Beton hart, werden die Bretter wieder entfernt. So entstehen Kellerwände, Decken in Häusern aber auch Treppen.

Hier war die Kellerdecke bereits fertig ausgehärtet. Im Bereich des offenen Treppenhausschachtes waren die Schalbretter nicht vernagelt und ragten über den Schacht hinaus. Man hat sie wahrscheinlich als notdürftige Sicherung einfach darüber gelegt. Wir schätzen, das ist oft so üblich. Als der Chef am Ende des Tages die Baustelle verließ und dies sah, wies er den betroffenen Kollegen an, die Bretter zu kürzen und anschließend gescheit zu vernageln. Was passierte? Der Bauarbeiter trat später auf eines der immer noch unbefestigten Bretter und stürzte fast 3 Meter tief in den Schacht. Dabei verletzte er sich sehr schwer am Kopf und erlitt einen Schulterbruch.

Die BG leistete im Folgenden rund 56.000,- Euro für
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von Peter am 08.08.2014, 14:10 Uhr , Kategorie: Arbeitsschutz

Was für ein Quatsch: Angeblich 300 Tote jährlich an deutschen Arbeitsplätzen allein durch den falschen Gebrauch von Kugelschreibern? Echt jetzt? Spiegel Online hat wieder voll zugelangt: In einem Interview mit Buchautor Thorsten Wiese kam dieses gefährliche Phänomen ans Tageslicht. Nun ist es so: Insgesamt gab es im Jahr 2012 laut DGUV (Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung) 500 Arbeitsunfälle mit tödlichem Ausgang. Und davon 300 als Opfer ihres Kugelschreibers? Ohjemine! Bitte nicht mißverstehen: Wenn hier mal was passiert (zum Beispiel verschlucken … wie kriegt man das hin?), ist das furchtbar, genauso wie jedes andere Unglück.

Man sollte Artikel noch mal mit der „Hirn-ON“-Funktion checken, bevor man sie veröffentlicht. Wir beim Betriebsrat Blog versuchen das auch. Und kriegen es überwiegend hin. Autor Wiese weist dennoch auf ein paar interessante, wenn auch nicht gänzlich neue Dinge im Zusammenhang mit Arbeitsunfällen hin. Dass zum Beispiel jeder zweite Dachdecker, Bergarbeiter oder Gerüstbauer es wegen berufsbedingter Krankheit nicht bis zum gesetzlichen Rentenalter schafft. Oder dass das Stolpern die weitaus gefährlichste Unfallquelle in den Betrieben ist: Über 71.000 meldepflichtige Unfälle hatten im Jahr 2011 in irgendeiner Form etwas „mit dem Fußboden“ zu tun.

Bei allem Unsinn und der mit dem Artikel eigentlich beabsichtigten Werbung für ein Buch: Die Grundlagen im betrieblichen Arbeits- und Gesundheitsschutz sollte jeder Betriebsrat drauf haben. Das kann man nicht oft genug sagen. Denn: Mit der körperlichen Unversehrtheit der Beschäftigten macht man keine Späße. Es gehört zu den Top-Aufgaben jedes Gremiums, sich für sichere Arbeitsplätze einzusetzen. So bilden sich neue Betriebsräte nach der Wahl fast immer sofort im Arbeitsrecht weiter: sehr vorbildlich! Aber: Danach bitte gleich eine große Portion Sensibilisierung was gesunde und sichere Arbeit bedeutet. „Stolperfallen“ sind dann meist das geringste Übel, das man nach einer Schulung viel besser erkennen und beseitigen kann.

Bildquelle: © Firma V – Fotolia.com

In knapp vier Wochen ist es wieder soweit: Die A+A Messe für persönlichen Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit öffnet vom 05. bis 08. November 2013 auf der Messe Düsseldorf ihre Tore.

Laut eigener Pressemitteilung ist die A+A mit rund 1.600 Ausstellern aus vielen Ländern der Welt international die wichtigste Fachmesse mit Kongress für sicheres und gesundes Arbeiten. Sie ist damit der ideale Ort, um sich praxisnah zu informieren und Konzepte und Lösungen im Hinblick auf sichere und menschengerechte Gestaltung der Arbeit kennen zu lernen und zu erleben. Im Vordergrund stehen „Klassiker“ wie der persönlicher Schutz, die betriebliche Sicherheit und die Gesundheit bei der Arbeit. Aber auch die ergonomische Arbeitsgestaltung wird vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und der zunehmenden Zahl der psychischen Erkrankungen ein großes Thema sein.

Tipp: Diese Veranstaltung ist für Betriebsräte hochinteressant, in den letzten Jahren fanden sich deswegen auch sehr viele betriebliche Interessenvertreter im Fachpublikum. Im Rahmen der diesjährigen Messe wurde, wie schon vor zwei Jahren, ein „Tag der Betriebs- und Personalräte“ eingerichtet, der speziell am 07.11.2013 Raum für ein umfassendes Informations- und Diskussionsangebot bietet! Treffpunkt ist das Congresscenter im 1. Obergeschoss.

Übrigens: Das ifb Institut zur Fortbildung von Betriebsräten ist auch dieses Jahr mit einem eigenen Stand vertreten (Halle 10, Stand A67). Besuchen Sie uns in Düsseldorf. Unser Messeteam ist vor Ort und freut sich auf viele interessante Gespräche. Also: Unbedingt vorbeischauen!

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von Ines am 22.12.2011, 09:39 Uhr , Kategorie: Burn-out

Endlich scheint es auch in oberen Kreisen angekommen zu sein: Arbeitsministerin Ursula von der Leyen kündigte an, sie wolle den Schutz vor psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zum Schwerpunkt der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) im nächsten Jahr machen. Hier ist geplant, Konzepte zu entwickeln, die ab 2013 in die Betriebe getragen werden sollen. Von der Leyen setzt dabei vor allem auf den Präventionsgedanken und auf einen Bewusstseinswandel in den Unternehmen. Schärfere Gesetze im Arbeitsschutz sind hingegen nicht geplant. „Wir sind in den letzten Jahrzehnten weit vorangekommen, um schwere körperliche Schäden durch Arbeit, etwa durch Fließbandarbeit, deutlich zu reduzieren. Das können wir bei den psychischen Belastungen auch schaffen,“ sagte die Ministerin der „Welt“.

27 Milliarden Euros kostet die Behandlung oft langwieriger psychischer Störungen die Krankenkassen inzwischen im Jahr, so die „Welt“. Die Krankheitstage durch psychische Erkrankungen haben sich in den letzten fünfzehn Jahren fast verdoppelt. All das hat große Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Jeder dritte
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Vor vier Wochen haben wir schon mal darauf hingewiesen, nächste Woche ist es soweit: Die A+A Messe für persönlichen Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit öffnet vom 18. bis 21. Oktober 2011 auf der Messe Düsseldorf ihre Tore. Rund 1.500 Aussteller aus vielen Ländern der Welt werden vertreten sein. Im Vordergrund stehen innovative Produkte, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und die maßgeblichen Entwicklungen im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb. Diese Veranstaltung ist für Betriebsräte hochinteressant, in den letzten Jahren fanden sich deswegen auch sehr viele betriebliche Interessenvertreter im Fachpublikum.

Tipp: Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung wurde ein „Tag der Betriebs- und Personalräte“ eingerichtet, der speziell am 20.10. für ein umfassendes Informations- und Diskussionsangebot bietet!

Das ifb Institut zur Fortbildung von Betriebsräten ist dieses Jahr mit einem eigenen Stand vertreten (Halle 10, Stand G49).
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Betriebs- und Personalräte spielen eine zentrale Rolle für Sicherheit, Gesundheit und Arbeitsgestaltung im Betrieb. Sie müssen sich heute mit der ganzen Breite des Arbeits- und Gesundheitsschutzes befassen, die vom Unfallschutz und Maschinensicherheit über psychische Belastungen bis hin zu neuen Themen wie Demografie reicht. Dieser Besonderheit will auch die größte Messe für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, A+A, Rechnung tragen. Daher wurde im Rahmen der diesjährigen Messe (18. – 21.10. in Düsseldorf) ein „Tag der Betriebs- und Personalräte“ eingerichtet, der am 20.10. für diese spezielle Zielgruppe ein umfassendes Informations- und Diskussionsangebot bietet. Es werden u.a. Themen wie Psychische Belastungen erfassen und reduzieren, Die DGUV Vorschrift 2, Aufschwung auf Kosten guter Arbeit?, Gute Arbeit jetzt! und nicht irgendwann, Arbeitsschutzausschuss, Unterweisung, Arbeitsplatzbegehung oder Dienstvereinbarung zur Gesundheitsförderung vorgetragen und diskutiert. Seien Sie doch auch dabei!!!!!

Und wenn Sie dann noch Zeit und Lust haben, kommen Sie kurz am ifb-Stand vorbei. Wir freuen uns!! Sie finden uns in Halle 10 Stand G49.

Ines H.

Bildquelle: © Messe Düsseldorf GmbH

 

von Thomas am 08.08.2011, 09:29 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Arbeitnehmer, die in ihrem Job permanent unterfordert sind, sich langweilen und nichts Wichtiges zu tun haben, leiden in ihrem Beruf.

Dass ein lauer Job, das Schönste sein kann, was einem in der Arbeitswelt passieren kann, ist ein weit verbreiteter Irrtum, erklärt der Fachautor Peter Werder im heute.de-Interview. Auf Dauer überfordert einen die Unterforderung. Im Ergebnis kann dies genauso schlimm sein wie Dauerstress. In Deutschland leiden ca. 15% der Arbeitnehmer an diesem Syndrom, das von Fachleuten „Boreout“ genannt wird. Das ist allerdings ein Tabuthema, denn wer im Job nicht gestresst ist, wird von der Gesellschaft als nicht
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von Peter am 12.07.2011, 10:40 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Innenraumarbeitsplätze wie zum Beispiel Büros verfügen, was die Gesundheitsbelastung angeht, an sich über die allerbesten Voraussetzungen: Hier wird nicht mit Gefahrstoffen hantiert und die Lärmbelastung ist normalerweise auch halbwegs erträglich. Klagen Beschäftigte an solchen Orten über Symptome wie brennende Augen, eine laufende Nase oder ständige Kopfschmerzen, kommt möglicherweise ein sog. Sick-Building-Syndrom als Ursache in Betracht.

Im Innenraum zu arbeiten kann viele Vorteile haben, Arbeitnehmer sind aber auch hier keinesfalls frei von gesundheitlichen Belastungen, ganz im Gegenteil!
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Es ist eine gute Sache, wenn sich Arbeitnehmer die Arbeitszeit nach ihren eigenen Wünschen einteilen können: Wer morgens als erster im Büro ist, darf am Abend auch als erster gehen. Lange schlafen heißt dann aber auch lange arbeiten. Schließlich muss nach dem Arbeitstag der Schreibtisch leer sein.

Effektiv arbeitende Kollegen, die morgens zeitig beginnen und abends früher nach Hause gehen, gelten bei ihren Mitarbeitern jedoch oft als faul. Klar, denn diejenigen, die erst gegen neun, halb zehn morgens das Büro betreten, haben ja auch nicht mitbekommen, dass der andere bereits seit halb acht am Schreibtisch sitzt.

Um dem zu entgehen, bleiben auch die Frühaufsteher oft länger. In unserer Arbeitswelt ist ein Trend zur Selbstausbeutung
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