Im Zusammenhang mit dem Thema Sucht hat man stets Alkohol, Zigaretten oder Medikamente vor Augen. Doch auch die nichtstoffgebundenen Süchte, die sogenannten Verhaltenssüchte, sind auf dem Vormarsch. Ob Arbeit, Glücksspiel oder Internet – all das kann von der Lust zur Last werden.

Über das Thema Arbeitssucht haben wir schon einmal berichtet. Im Zusammenhang mit der Umfrage des Wissenschaftlichen Instituts der Krankenkasse AOK (WIdO) sind nun aktuelle Zahlen erschienen: Derzeit ist bereits mindestens jeder neunte Arbeitnehmer in Deutschland (10,8 %) arbeitssüchtig. Jeder siebte Arbeitnehmer in Deutschland (14 %) ist gefährdet, arbeitssüchtig zu werden, berichtet unter anderen Focus Online. Die Betroffenen verbringen mehr Zeit mit Arbeit als mit Freizeit und zeigen ohne Arbeit die gleichen Entzugserscheinungen wie Drogensüchtige.

Experten haben die Dringlichkeit erkannt und fordern, Arbeitssucht ebenso wie Glücksspiel- und Kaufsucht oder Internetsucht als ernst zu nehmende Krankheit anzuerkennen. Denn: Ohne Diagnose keine Kostenübernahme und ohne Kostenübernahme gibt es keine klare Zuständigkeit und keine Standards was die Beratung und Behandlung angeht, so der Fachverband Medienabhängigkeit e.V. Nur durch die Anerkennung als „echte“ Krankheit können die Einbeziehung von Abhängigen in das Suchthilfesystem erleichtert und auch gezielte Vorsorgemaßnahmen in Betrieben ermöglichen werden mit dem Ziel, hilfesuchende Menschen in ihrer Not angemessen zu unterstützen.

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Seminartipp: Arbeit, Glücksspiel, Internet: Verhaltenssüchte in der Arbeitswelt

von Peter am 17.02.2012, 11:36 Uhr , Kategorie: Burn-out, Gesundheitsschutz

Wann ist man als Arbeitnehmer nicht mehr fleißig, sondern arbeitssüchtig? Dr. Jürgen Glaser kennt die Antwort: „Wenn man mehr arbeitet, als es der Job verlangt und das in einer zwanghaften und exzessiven Weise.“ Im Interview mit der SZ spricht der Psychologe, der am Institut für Arbeitsmedizin der Uni München forscht, über die Ursachen und Folgen von Arbeitssucht. Die Gesundheit der Betroffenen leide, Burn-out und Depressionen können entstehen, auch das private Umfeld sei stark gefährdet.

Das ganze Interview ist im Portal betriebsrat.de erschienen.

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