von Ines am 19.11.2014, 17:21 Uhr , Kategorie: Arbeitszeugnis, Rechtsprechung

Zu diesem Ergebnis kommt ganz aktuell das Bundesarbeitsgericht mit einer Entscheidung von gestern (Urteil vom 18. November 2014, 9 AZR 584/13). Geklagt hatte eine Arbeitnehmerin, die in einer Zahnarztpraxis im Empfangsbereich und als Bürofachkraft beschäftigt war. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses erstellte der Zahnarzt ein Arbeitszeugnis. Darin wurde die Leistung der Mitarbeiterin mit „zur vollen Zufriedenheit“ beurteilt. Dies kommt im Schulnotensystem einem „befriedigend“ gleich und ist im Allgemeinen als Arbeitszeugnis, naja, sagen wir mal, nicht so besonders. Vor Gericht möchte sie nun ein „stets zur vollen Zufriedenheit“, also ein „gut“ erstreiten.

Die Vorinstanzen haben der Klage zunächst stattgegeben. Beim Bundesarbeitsgericht hatte jedoch letztlich der Arbeitgeber Erfolg und muss entsprechend das Zeugnis nicht ändern. Mit folgender Begründung: Bescheinigt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer im Zeugnis unter Verwendung der Zufriedenheitsskala, die ihm übertragenen Aufgaben „zur vollen Zufriedenheit“ erfüllt zu haben, erteilt er in Anlehnung an das Schulnotensystem die Note „befriedigend“. Beansprucht der Arbeitnehmer eine bessere Schlussbeurteilung, muss er im Zeugnisrechtsstreit entsprechende Leistungen vortragen und gegebenenfalls beweisen. Dies gilt grundsätzlich auch dann, wenn in der einschlägigen Branche überwiegend gute („stets zur vollen Zufriedenheit“) oder sehr gute („stets zur vollsten Zufriedenheit“) Endnoten vergeben werden.

Also: Auch wenn der der Arbeitgeber verpflichtet ist, ein „wohlwollendes“ Zeugnis zu schreiben, heißt das nach diesem Urteil noch lange nicht, dass der Arbeitnehmer automatisch ein Anrecht auf ein „gutes“ Zeugnis hat.

Bildquelle: © eccolo – fotolia.com

von Ines am 22.11.2012, 15:39 Uhr , Kategorie: Allgemein

Alle Jahre wieder suchen die meisten Chefs mit ihren Mitarbeitern das Gespräch, das sogenannte Mitarbeitergespräch. Der eine sieht darin eine konstruktive Chance für ein erfolgreiches Miteinander. Doch eben nicht jeder: 55 % der deutschen Arbeitnehmer lehnen Mitarbeitergespräche ab, weil sie diese als willkürlich und unverbindlich erleben. Das berichtet unter anderem das „Hamburger Abendblatt“ entsprechend dem Ergebnis einer Umfrage des Unternehmens Metaberatung unter 1100 Arbeitnehmern in Deutschland.

Es wurde von rund 61 % der Befragten bemängelt, dass Vorgesetzte die Mitarbeitergespräche oft als reines Pflichtprogramm durchziehen. Rund 79 % finden, dass die Gespräche nach dem „Einbahnstraßen-Prinzip“ geführt werden. Für sie wäre es wichtig, neben den eigenen Leistungen auch die der Führungskräfte in die Gespräche mit einzubeziehen. Ein weiterer Minuspunkt sei die mangelnde Verbindlichkeit, so die Umfrage. 47 % sind der Ansicht, dass diese Gespräche  zu nichts führen würden, da das dort Besprochene oft nach kürzester Zeit ohnehin wieder vergessen sei.
mehr »