Ganz so krass wird die Frage im Vorstellungsgespräch vielleicht nicht sein. Trotzdem kommen Arbeitgeber schon mal auf die ein oder andere unangenehme Sache zu sprechen. Klar, sie wollen den Bewerber möglichst genau kennenlernen. Aber das hat deutliche Grenzen, wie aktuell erneut das Bundesarbeitsgericht entschieden hat (Urteil vom 15. November 2012 – 6 AZR 339/11). Danach geht eine Frage nach einem eingestellten strafrechtlichen Ermittlungsverfahren zu weit und ist unzulässig.

Folgender Fall lag den Richtern in Erfurt vor: Ein 48-jähriger Mann hatte sich als Seiteneinsteiger für eine Lehrerstelle an einer Hauptschule in Nordrhein-Westfalen beworben. Vor seiner Einstellung wurde er aufgefordert, auf einem Vordruck zu erklären, ob er vorbestraft sei, und zu versichern, dass gegen ihn kein Ermittlungsverfahren anhängig sei oder innerhalb der letzten drei Jahre anhängig gewesen sei. Der Mann unterzeichnete den Vordruck, ohne Angaben zu etwaigen Ermittlungsverfahren zu machen und wurde eingestellt

Einige Zeit später erhielt die Bezirksregierung einen anonymen Hinweis. Die nachfolgenden Recherchen ergaben: Gegen den Seiteneinsteiger war in der Vergangenheit mehrfach ermittelt worden, die Verfahren wurden aber eingestellt. Daraufhin wurde der Mann fristlos gekündigt, weil er bei der Frage nach Ermittlungsverfahren gelogen hatte. Er selbst hielt die Kündigung jedoch für unwirksam. Denn seiner Ansicht nach hatte er bereits eingestellte Ermittlungsverfahren nicht angeben müssen.

Das Bundesarbeitsgericht gab dem Neulehrer Recht und erklärte die Kündigung für unwirksam.
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von Ines am 03.11.2010, 19:36 Uhr , Kategorie: Allgemein

Wir wissen es alle, ob wir es gut finden oder nicht: Das Aussehen ist heutzutage mehr als wichtig und spielt nicht nur in der Partnersuche/-findung sondern auch im Beruf und in der Karriere eine wichtige Rolle. Attraktive Bewerber/innen erhalten oft den Vorzug gegenüber anderen. Das wissen auch die Psychologen Prof. Matthias Spörrle und Maria Agthe im „Personalmagazin“. Es gibt aber auch Ausnahmen von dieser Regel, so die Experten. Denn: Ein attraktives Äußeres soll den Bewerbern im Gespräch mit dem Personaler nämlich nur weiterhelfen, wenn dabei ein Mann auf eine Frau trifft oder umgekehrt. Trifft man auf das gleiche Geschlecht sieht es schon ganz anders aus. Insbesondere bei Frauen
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von Ines am 05.08.2010, 12:11 Uhr , Kategorie: Allgemein

Das Bundesfamilienministerium will gemeinsam mit fünf großen Unternehmen und dem Land NRW anonyme Bewerbungen testen. Das Ziel: Auf dem Arbeitsmarkt soll mehr Chancengleichheit erreicht und Diskriminierung von vornherein verhindert werden. Im kommenden Herbst wurde dazu der Beginn eines Pilotprojekts angekündigt. Stellenbewerber sollen dann in ihren Unterlagen auf Angaben wie Name, Alter, Nationalität, Familienstand, Geschlecht, Religion – und natürlich auf das Foto – verzichten.

Die erste Bewerberauswahl wird dadurch ein Stück neutraler und man fällt nicht gleich aus dem Verfahren raus, weil dem Personalleiter die Nase, das Alter oder auch der Name nicht passt.
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Dass zu forsches Auftreten im Vorstellungsgespräch nicht gerade Sympathien für den Bewerber erwachsen lässt, sagt einem schon der gesunde Menschenverstand!

Was ist aber, wenn ein provokanter Bewerber eine Altersdiskriminierung vorschiebt, um an Schadensersatzzahlungen wegen Nichteinstellung nach § 15 AGG zu kommen? Diese Zahlungen betragen immerhin bis zu drei Monatsgehälter!

Das Landesarbeitsgericht Köln hat diese Sache vor wenigen Wochen entschieden: Nach Ansicht der Richter kann sich eine „offenkundige fehlende Eignung eines Bewerbers auch aus seinem provokanten Auftreten im Bewerbungsverfahren ergeben“ (LAG Köln vom 10.02.2010 – 5 Ta 408/09).

Folgender Fall lag dem genannten Leitsatz zu Grunde: Ein 61jähriger
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