Es gibt nur wenig wichtigere Ziele als dieses: Beruf und Privatleben müssen zueinander passen. Viele Unternehmen versuchen deshalb, die Work-Life-Balance ihrer Beschäftigten zu optimieren. Das ist eine gute Nachricht. Denn diese Entwicklung passt. Es ist nicht nur die bessere Ausgangsstellung im verschärften Wettbewerb um gute Mitarbeiter, die Firmen dabei aktiv werden lässt. Natürlich sind auch positive Auswirkungen auf die Motivation der Kollegen und letztlich deren Arbeitsergebnisse wichtig. Diese Motive sind voll ok.

Ob Arbeitnehmer deshalb bald tun und lassen dürfen, was sie wollen? Der britische Milliardär Richard Branson hat bei virgin soeben die Urlaubsanträge abgeschafft. Bestimmte Mitarbeiter (lang nicht alle) können jetzt Urlaub nehmen, wann und so viel sie wollen. Das Modell soll bald für alle gelten. Ein Traum wird wahr? Wohl kaum. Bei näherer Betrachtung handelt es sich eher um eine ziemlich perfide Art, den Konkurrenzdruck untereinander zu schärfen und aus den Mitarbeitern noch das letzte Quentchen Leistung herauszupressen. Kapitalismus? Klar. Hauptsache die Arbeit wird erledigt. Frage: Wer traut sich wohl, als erstes zu gehen? Und wer hat dabei kein schlechtes Gewissen? Diese dauernde nagende Unsicherheit: Tut man wirklich genug? Oder kommt irgendwann alles wie ein Bumerang zurück? Ob man so gerne arbeitet? Wir sind nicht sicher, ob es das bringt.

Vielleicht dann doch lieber so? Bei Bosch in Stuttgart fängt man – nur scheinbar – eine Nummer kleiner an. Dort sind alle Kommunikationsmittel wie Telefon, Internet und e-Mail ab sofort
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