Ein erschwerender Faktor in Sachen Burn-out ist, so Experten, bei vielen Arbeitnehmern die ständige Erreichbarkeit. Insbesondere die sogenannten Smartphones sorgen dafür, dass wir auch außerhalb des Büros bzw. außerhalb der eigentlichen Arbeitszeiten dienstliche E-Mails und Anrufe empfangen können. Mit dem Ergebnis, dass ein Abschalten von der Arbeit oft kaum noch möglich ist und die Erholung entsprechend auf der Strecke bleibt.

Der Betriebsrat von Volkswagen geht nun mit gutem Beispiel voran, um der Burn-out-Gefahr einen Riegel vorzuschieben. Das berichtet unter anderem Zeit online: Künftig werden hier nach Feierabend keine E-Mails mehr an die Firmen-Blackberrys von Mitarbeitern verschickt. 30 Minuten nach Ende der Gleitzeit wird der Server-Betrieb eingestellt, 30 Minuten vor Beginn des nächsten Arbeitstages sind die Verbindungen wieder offen. Telefonate sind nach wie vor möglich. Die neue Betriebsvereinbarung betrifft
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von Ines am 22.12.2011, 09:39 Uhr , Kategorie: Burn-out

Endlich scheint es auch in oberen Kreisen angekommen zu sein: Arbeitsministerin Ursula von der Leyen kündigte an, sie wolle den Schutz vor psychischen Belastungen am Arbeitsplatz zum Schwerpunkt der Gemeinsamen Deutschen Arbeitsschutzstrategie (GDA) im nächsten Jahr machen. Hier ist geplant, Konzepte zu entwickeln, die ab 2013 in die Betriebe getragen werden sollen. Von der Leyen setzt dabei vor allem auf den Präventionsgedanken und auf einen Bewusstseinswandel in den Unternehmen. Schärfere Gesetze im Arbeitsschutz sind hingegen nicht geplant. „Wir sind in den letzten Jahrzehnten weit vorangekommen, um schwere körperliche Schäden durch Arbeit, etwa durch Fließbandarbeit, deutlich zu reduzieren. Das können wir bei den psychischen Belastungen auch schaffen,“ sagte die Ministerin der „Welt“.

27 Milliarden Euros kostet die Behandlung oft langwieriger psychischer Störungen die Krankenkassen inzwischen im Jahr, so die „Welt“. Die Krankheitstage durch psychische Erkrankungen haben sich in den letzten fünfzehn Jahren fast verdoppelt. All das hat große Auswirkungen auf die Volkswirtschaft. Jeder dritte
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Ralf Rangnick gehört dazu, Miriam Meckel, Peter Plate von Rosenstolz, Sven Hannawald und Tim Mälzer. Alles prominente Persönlichkeiten, über die bekannt wurde, dass sie an Burn-out erkrankten. Und natürlich war da noch Robert Enke, der ehemalige Fußball-Nationaltorwart, der sich im November 2009 als Folge einer Depression umgebracht hat. Burn-out-Fälle und Depressionen haben unsere Gesellschaft, so scheint es, mittlerweile fest im Griff!

„Wer heutzutage keinen Stress hat, gilt ja fast schon als Looser, oder?“ Dr. Tatjana Reichhart (links) stellt die Frage provozierend in den Raum. Die psychiatrische Ärztin hält als Gastrednerin den Eröffnungsvortrag auf der Fachtagung „Wenn Arbeit krank macht: Burn-out, Stress und innere Kündigung“, die vom ifb Institut zur Fortbildung von Betriebsräten Ende November 2011 in Leipzig veranstaltet wurde. Über 100 Betriebsräte und Personalräte nahmen daran teil. Keiner von ihnen widersprach auf die Frage wegen dem Looser! Mit ihrem Interesse für Burn-out seien alle hier sehr eng am Puls der Zeit, so die Ärztin. Das Thema ihres Vortrags: „Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz – Was können Unternehmen dafür tun?“

Arbeitgeber von Tatjana Reichhart ist das Centrum für Disease Management (CFDM), eine klinische Einrichtung der Technischen Universität München. Das CFDM beschäftigt sich intensiv mit dem Thema „Psychische Erkrankungen“: In der Klinik werden akute
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von Peter am 09.12.2011, 16:43 Uhr , Kategorie: Burn-out, Gesundheitsschutz, ifb intern, Seminare

Ersthelfer wissen Bescheid! Bei Erreichen eines Unfalllortes lautet die wichtigste Regel: Safety first! Erst sich selbst absichern, dann erst um die anderen kümmern. Hat nichts mit Egoismus zu tun. Eher mit der Überlegung: Wie soll man anderen helfen, wenn man selbst gleich einbricht?  „Und das bedeutet für den Fall eines Druckverlustes: Immer erst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen, dann erst dem Sitznachbarn.“ An dieser Stelle hält die Hamburger Psychologin Andrea Danker (im Bild links) inne. Über 100 Betriebsräte, Personalräte und Mitglieder von kirchlichen MAV-Vertretungen sitzen vor der Burn-out-Expertin im Vortragssaal eines großen Leipziger Hotels. Sie fährt fort: „Für Betriebsräte gilt nichts anderes: Wer sich in seinem Amt um Burn-Out-Betroffene kümmert, der muss auch ganz dringend sich selbst genau im Auge behalten. Denn neben Führungskräften gehören vor allem die Mitarbeitervertreter zur besonders gefährdeten Zielgruppe. Bitte vergessen Sie nicht: Als Betriebsrat haben Sie Vorbildcharakter.“ Die Psychologin weiß aus Erfahrung, dass gerade wegen der häufig vorkommenden Doppel- und Mehrfachfunktion die Belastungen bei Betriebsräten durch Stress überdurchschnittlich hoch sind.

Vier Fachtagungen veranstaltete das ifb Institut zur Fortbildung von Betriebsräten zum Thema Psychische Belastungen am Arbeitsplatz im Jahr 2011.  „Wenn Arbeit krank macht: Burnout, Stress und innere Kündigung„, so der offizielle Titel. Ines Heinsius leitet beim ifb den Fachbereich Arbeits- und Gesundheitsschutz: „Manche meinen ja immer noch, Burn-out sei nur eine Modeerscheinung. Aber von wegen: Nach statistischen Angaben erleiden mittlerweile etwa 25-30% aller Beschäftigten während ihres Arbeitslebens ein Burn-out-Syndrom.“ Manche Branchen seien dabei leider besonders stark betroffen, erläutert die Juristin: „Wir haben überdurchschnittlich viele Teilnehmer aus
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Die Nachrichten zum Thema Burn-out überschlagen sich! Weil er völlig ausgebrannt war, musste nun sogar ein bekannter Fußballtrainer seinen Job aufgeben. Immer mehr Arbeitnehmer sind psychisch am Ende. Darunter leiden nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Betriebe: Inzwischen belaufen sich die Krankheits- und Ausfallkosten auf über 6 Milliarden Euro jährlich!

Es ist höchste Zeit, dass Sie als Betriebsrat etwas gegen Burn-out in Ihrem Betrieb tun. Das sehen auch die Gerichte so. Gerade hat das Arbeitsgericht Essen entschieden,
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Das ist doch mal eine gute Nachricht. Das Arbeitsgericht Essen hat entschieden: Für die Erforderlichkeit der Teilnahme an einer Schulung zum Thema „Burn-out“ ist es ausreichend, wenn der Betriebsrat darauf verweisen kann, dass ihn Beschäftigte mehrfach auf eine bestehende Überforderungssituation angesprochen haben (Beschluss vom 30.06.2011, 3 BV 29/11).

Ein Betriebsrat, der außerdem Mitglied im Gesundheitsausschuss ist, wurde per Beschluss zum Seminar „Burn-out im Unternehmen“ entsendet. Der Arbeitgeber lehnte die Übernahme der Kosten jedoch ab mit der Begründung, dass ein anderes Betriebsratsmitglied bereits im letzten Jahr eine Schulung zum selben Thema besucht hatte. Außerdem gibt es im Unternehmen ein sogenanntes „Employee Assistance Program (EAP)“, das eine telefonische Beratung und Unterstützung für Mitarbeiter durch einen externen Anbieter beinhaltet.

Das Gericht entschied: Die Arbeitgeberin ist gemäß § 40 Abs.1 BetrVG verpflichtet, die Schulungskosten für dieses Seminar zu tragen, da der Betriebsrat das dort vermittelte Wissen für seine Tätigkeit benötigt. Das folgt an erster Stelle aus
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Ein Burnout nähert sich oft ganz leise, fast unbemerkt: Man arbeitet und arbeitet und hat trotzdem das Gefühl, viel zu wenig zu schaffen. Immer mehr Aufgaben kommen hinzu, nicht immer nur von Vorgesetzten aufgeladen, oft auch selbst gewählt. Erfolge im Beruf stellen sich zwar ein, trotzdem steigt die Unzufriedenheit. Dann beginnt der Körper zu rebellieren: Man schläft immer schlechter, wird gereizt, erst nur wenn es um die Arbeit geht, später dann auch bei privaten Themen, man ist ständig müde, die Stimmung schwankt, man ärgert sich zunehmend und ist dauergenervt. Kollegen, Freunde und Partner empfindet man als verständnislos, man zieht sich in Etappen von ihnen zurück. Das Ende ist das buchstäbliche „Arbeiten bis zum Umfallen„.

ZDF Zoom berichtet über das neue Volksleiden Burnout. Die 30 minütige Reportage stellt einen Polizeibeamten vor, der das erlebt hat:
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Ist das Burn-out-Syndrom eine Modeerscheinung oder eine ernstzunehmende Krankheit? Zu dieser Frage nimmt der Ärztliche Direktor der Panorama-Fachkliniken Scheidegg, Dr. Christian Dogs in einem Interview Stellung. Seinem Eindruck nach täuschen immer mehr Patienten in Deutschland psychische Erkrankungen vor, um früher in Rente gehen, sich in wunderschön gelegenen Kliniken erholen oder unberechtigterweise Krankengeld kassieren zu können. Und beuten damit mit einer erschreckenden Selbstverständlichkeit das System aus. Besonders bei einem Krankheitsbild wie dem Burn-out-Syndrom gibt es viele Pseudo-Patienten, so Dogs.

Wie kann das sein?
„Früher waren psychische Erkrankungen stigmatisiert. Heute sind sie salonfähig und werden zu einer ernsthaften Belastung der Volkswirtschaft und der Krankenkassen“, sagt der Ärztliche Direktor. „Wir erkennen in der Klinik,
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Wenn Arbeit krank macht: Burnout, Stress und innere Kündigung“. So lautet der Titel der Fachtagung des ifb zum Thema Psychische Belastungen am Arbeitsplatz, die vom 03. – 05. Mai 2011 in Leipzig stattfindet. Die Wichtigkeit einer solchen Veranstaltung liegt auf der Hand. Zwar reden alle vom Aufschwung – und dennoch (oder vielleicht gerade deshalb?): Von dünnen Personaldecken, engen Zeitvorgaben, hohem Leistungsdruck und großer Angst um den Job sind viele Mitarbeiter betroffen. Die Fehlzeiten wegen seelischer Leiden steigen dramatisch! Mittlerweile ist Psycho-Stress der dritthäufigste Grund für Krankschreibungen. Doch in den Betrieben wird gegen psychische Belastungen noch immer viel zu wenig getan!
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von Peter am 08.07.2010, 10:58 Uhr , Kategorie: Burn-out, Gesundheitsschutz

Bislang dachte ich, man würde es dann letztlich schon irgendwie selbst merken, ob man burnout gefährdet ist oder nicht. Aber da ist wohl die Laienpsychologie mit mir durchgegangen. Möglicherweise merkt man es zwar, die Frage ist aber, ob man in einem solchen Fall dann persönlich noch irgendetwas vernünftig gestalten und für sich zum Positiven ändern kann. Nun ist ja eine Gefährdung immer erst eine Vorstufe. Wenn man als Arbeitnehmer oder Arbeitnehmerin burnout gefährdet ist, so wird bestimmt vieles, das auf diesen Zustand hindeutet, im Bewusstsein aktiv ausgeblendet, die Wahrnehmung wird einem im Zweifel sicher nicht die richtigen Signale zuspielen. Und tut sie es doch, dann ist dieser Button „Ignorieren“ gleich wieder weggeklickt. Das ist wie mit den Anzeichen von Sucht: Da ist auch jeder davon überzeugt,
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