Nach den mörderischen Anschlägen auf das Pariser Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ im Januar 2015 gab es unzählige Sympathiebekundungen mit den Opfern und ihren Angehörigen. „Je suis Charlie“, also „ich bin Charlie“ – das posteten viele Menschen weltweit in den sozialen Netzwerken. Auf Demonstrationen wurden entsprechende Schilder und Transparente gehalten. Das war Solidarität und Ausdruck von  Fassungslosigkeit und Trauer. Da verstörte der Fall eines Betriebsratsmitglied aus dem Rastatter Daimler-Werk ganz gewaltig. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er: “Jeder Mensch zahlt für seine Taten! Die einen früher, die anderen später… Fuck Charlie Hebdo”.

Beim Arbeitsgericht Karlsruhe leiteten der örtliche Betriebsrat, die IG Metall und der Arbeitgeber ein Amtsenthebungsverfahren ein. Über dessen Erfolgsaussichten haben wir uns im Betriebsrat Blog bereits an früherer Stelle ausgelassen.

Nun hat das Gericht kurz vor der für den 12. März 2015 geplanten Güteverhandlung das Ruhen des Verfahrens angeordnet. Grund: Wegen eines angeblich gravierenden Verstoßes gegen arbeitsrechtliche Pflichten habe der Autobauer dem betreffenden Kollegen gekündigt. In drei Wochen ist Gütetermin. Der werde abgewartet. Die Kündigung stehe laut Daimler übrigens nicht in Zusammenhang mit den schrecklichen Äußerungen.

Quelle: Stuttgarter Nachrichten – Bildquelle: © MarioGuti – istockphoto

Je suis Charlie – ich bin Charlie“ –  nach den furchtbaren Terroranschlägen auf das französische Satiremagazin Charlie Hebdo bekundeten unzählige Menschen weltweit ihre Solidarität mit den Opfern. Dazu veröffentlichten sie auf ihren sozialen Profilen den eingangs zitierten Satz. Oder trugen auf öffentlichen Kundgebungen und Demos Schilder mit diesen Worten. In der weltweiten Verurteilung des schrecklichen Anschlags schien die Menschheit vereint.

Da verstört die folgende Meldung umso heftiger. Einem Betriebsratsmitglied im Rastatter Werk des Autobauers Daimler fiel nichts Blöderes ein, als privat auf Facebook die Sätze „Jeder Mensch zahlt für seine Taten! Die einen früher, die anderen später… Fuck Charlie Hebdo“ zu posten.

Der Aufruhr, den die Äußerungen verursachten, war enorm. Nicht nur innerhalb der Belegschaft, auch beim Arbeitgeber, bei der Gewerkschaft und innerhalb des Betriebsratsgremiums. Der Aufforderung, die Äußerungen zurückzunehmen,
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