von Peter am 29.01.2016, 10:30 Uhr , Kategorie: Allgemein

Schönheitsoperation, BotoxManche tun es tatsächlich: Gehen in der Mittagspause einfach zum Sport anstatt was zu essen. Nun ja, was der eine nicht nachvollziehen kann und mit Kopfschütteln quittiert, tut dem anderen gut. Dabei geht’s um Gesundheit, Fitness und eigenes Wohlfühlen. Das darf man ruhig akzeptieren. Keines dieser Ziele werden diejenigen erreichen, die dem allerneuesten Trend folgen: Statt Pasta am Lunchbuffet setzt’s eine Botoxspritze.

Wie bitte? Kleine Schönheitsoperationen in der Mittagspause oder zwischen den Meetings – in unseren Breitengraden ist das bislang nur wenig verbreitet. Unter weiblichen Büroangestellten in China handelt es sich dagegen laut Süddeutscher Zeitung um den allerletzten Schrei. Der Trend im Pekinger Großraumbüro geht definitiv zur makellosen Schönheit  – und die entscheidet zunehmend über den Erfolg einer beruflichen Karriere.

Vor allem für Absolventen von Schulen und Universitäten wird es immer schwerer, einen guten Job zu bekommen. Viel zu viele Kandidaten strömen Jahr für Jahr auf den gesättigten Arbeitsmarkt. Irgendwann wurde es zum Trend, dass (natürlich männliche) Entscheidungsträger in großen Unternehmen damit begannen, nicht mehr ausschließlich nach dem Können auszuwählen, sondern auch nach dem Aussehen. Und das setzte bei vielen jungen Frauen in China etwas in Bewegung. Die „Mittagspausen-Schönheit“ – so werben Kliniken mittlerweile für ihre Angebote. Wer nicht attraktiv genug ist, hat keine Chancen mehr auf dem Arbeitsmarkt – eine gruselige Vision, die in Fernost gerade Gestalt anzunehmen scheint.

Wie ist es hier zu Lande? Niemand wird es so richtig zugeben, aber Entscheider (m), die die Wahl zwischen mehreren ähnlich qualifizierten Bewerberinnen (w) haben, werden sich, ohne dass es ihnen in jedem Fall bewusst sein muss, für diejenige entscheiden, die ihnen am besten gefällt. Das muss ja nicht gleich das Aussehen sein, das kann auch Sympathie bedeuten. Wobei, seien wir ehrlich: Es ist das Aussehen. Was sonst? Und entscheiden Frauen über Männer, dann wird das ähnlich laufen. Ist das verwerflich? Nein! Vielleicht ungerecht, aber letztlich irgendwie auch menschlich. Für den Job unters Messer legen braucht man sich deswegen aber noch lange nicht. Wo endet eigentlich die Selbstachtung? Gestörte Welt.

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Apple-Zulieferer Foxconn, der vor allem durch miserable Arbeitsbedingungen seit Jahren in den Schlagzeilen ist, wählt in Kürze einen Betriebsrat. Diese Meldung wird von Medien aller Art hyperventilierend durch das Land posaunt. Betriebsrat … Apple … Foxconn … China: Klingt sensationell,  ist es aber gar nicht mal so. Denn zum einen gibt es in China schon seit längerer Zeit sowas wie „Arbeitsrecht“, zum anderen ist Foxconn nicht das erste Unternehmen im Reich der Mitte, das einen Betriebsrat wählt. Und schließlich bedeutet „Betriebsrat in China“ bei weitem nicht das gleiche wie „Betriebsrat in Deutschland“.

Hier ein paar Fakten aus Fernost, damit man eine ungefähre Vorstellung bekommt, wie das in China grob läuft: Ja, auch dort gibt es Arbeitsrecht! Ob das chinesische Rechtssystem nun einen ähnlich effektiven Rechtsschutz bietet wie das deutsche, bleibt dahingestellt. Menschenrechtsverletzungen in China sind leider nach wie vor ein Riesen-Thema! Dennoch ist ein isolierter Blick auf die arbeitsrechtliche Situation und Systematik ganz interessant.

Zur Geschichte: Im Jahr 1986 führte China ein Arbeitsvertragssystem ein. Dieses löste das epochale Konzept lebenslanger vertragsloser Beschäftigungsverhältnisse ab.
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Beim iPhone-Hersteller Foxconn in China sollen sich seit Beginn des Jahres 13 Arbeiter das Leben genommen haben. Unter anderem stürzten sie sich von einem der Fabrikgebäude in Shenzhen in den Tod. Der Grund: unerträgliche Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne, militanter Führungsstil, soziale Isolation der Mitarbeiter. „Wir werden nicht wie Menschen sondern wie Maschinen behandelt“, erzählt ein ehemaliger Foxconn-Mitarbeiter dem Fernsehsender RTL. „Während der Arbeit dürfen wir nicht mit Kollegen sprechen und abends fällt man nur noch todmüde ins Bett. Das ist doch nicht lebenswert.“
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