Was nicht passt, wird passend gemacht – so der Titel eines Artikels in Spiegel Online, der einen Skandal erster Güte beschreibt: In unserem Artikel zum Fachkräftemangel haben wir vor wenigen Tagen das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin noch als „renommiert und ziemlich unabhängig“ beschrieben. Ein großer Fehler, wie sich jetzt herausstellte! Hintergrund des Artikels war eine vorab veröffentlichte Studie aus diesem Haus, in welcher von Arbeitsmarktexperte Klaus Brenke festgestellt wurde, dass es einen Fachkräftemangel in Deutschland gar nicht gebe und ein solcher zumindest auf breiter Front nicht zu erwarten sei. Das anschließende Echo in der Öffentlichkeit war gewaltig, widerspricht diese These doch allen Aussagen, die vor allem von Arbeitgeberverbänden in den letzten Jahren durch sämtliche Kanäle geblasen wurden. Besonders fatal: DIW-Chef Klaus Zimmermann höchstpersönlich propagierte vor wenigen Wochen noch das genaue Gegenteil!

Was dann aber geschah, lässt den Glauben an die Seriösität dieses Hauses für alle Zeiten schwinden:
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von Peter am 16.11.2010, 16:40 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Seit langem liegen sie einem schon in den Ohren, um in ihrem monotonen Singsang von zukünftigen fachkräftearmen Zeiten zu klagen, auf die unsere schwer exportüberlastige Wirtschaftsnation zusteuert. „Dramatisch“ sei die Lücke, die sich da auftun würde, so Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP). Einen Haufen Geld würde uns der Mangel kosten, allein letztes Jahr hätten fehlende Arbeitskräfte zu sog. Wohlstandsverlusten in Höhe von 15 Milliarden Euro geführt. Wohlstandsverluste – was für ein unsinniges Wort ist das denn schon wieder? Das Thema ist mittlerweile Chefsache, die Bundesregierung hat zahlreiche Maßnahmen im Köcher. Das Ungemach stehe schon vor der Tür: Hier würden zehntausende Ingenieure fehlen und dort Auszubildende. So so. Wenn man etwas nur oft genug vorgesetzt bekommt, dann glaubt man es irgendwann auch. Denn wenn alle darüber schreiben, so auch dieser Blog kürzlich, dann muss es ja stimmen.

Ein Riss in dieser gewaltigen Kampagnenwand tauchte auf, als
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