von Peter am 17.08.2016, 17:05 Uhr , Kategorie: Betriebsrat

Preisträger des sächsischen Mitbestimmungspreises 2016Lange Zeit galt Sachsen als Bundesland mit einer nur geringen Betriebsratsdichte. Der Grund lag vor allem darin, dass es hier viele kleine und mittlere Betriebe gibt, die kaum tarifgebunden sind. Außerdem ist es häufig so, dass mit abnehmender Betriebsgröße die Wahrscheinlichkeit für einen Betriebsrat automatisch sinkt. West oder Ost, relativ egal.

Doch in den vergangenen Jahren hat sich hier einiges getan. Mehr und mehr Betriebsräte wurden gegründet. Und das ist gut so, denn: In Betrieben, in denen Mitbestimmung durch Betriebsräte praktiziert wird, sind die Beschäftigten mit ihren Arbeitsbedingungen und Löhnen viel zufriedener. Das sagen Studien, das weiß aber auch Olivier Höbel,  Bezirksleiter des IG Metall Bezirkes Berlin-Brandenburg-Sachsen. Bei der Verleihung des Sächsischen Mitbestimmungspreises Mitte August in Dresden hielt er die Festansprache. Markus Schlimbach, stellvertretender Vorsitzender des DGB Sachsen ergänzte: Betriebliche Mitbestimmung müsse bei einem guten Unternehmen einfach dazu gehören. Bei vielen ist das schon angekommen, dennoch werden regelmäßig Fälle von sog. Betriebsrat Bashing bekannt, also dem Verhindern von Neugründungen oder dem Behindern bereits installierter Gremien durch den Arbeitgeber.

In Dresden wurden nun vier Betriebsratsgremien für ihr besonderes Engagement ausgezeichnet: Der erste Preis ging an den Betriebsrat der Annaberger Backwaren GmbH, der erfolgreich eine Videoüberwachung der Beschäftigten in den Filialen verhinderte. Geehrt wurde außerdem der Betriebsrat der Firma Solar World in Freiberg. Hier gelang der Abschluss einer Betriebsvereinbarung zur Begrenzung der Leiharbeit im Unternehmen. Weitere Preise erhielten die Kolleginnen und Kollegen vom Konzernbetriebsrat der Leipziger Verkehrs- und Versorgungsgesellschaft mbH (LVV) sowie der Betriebsrat der Falke Strumpffabrik GmbH in Dorfchemnitz. Herzliche Glückwünsche auch von uns.

Originalquelle: DGB Sachsen

Bildquelle: © DGB Sachsen (mit freundlicher Genehmigung)

von Peter am 03.07.2015, 14:41 Uhr , Kategorie: Industrie 4.0

DigitalisierungWie ist das eigentlich, wenn die Politik eine Expertenkommission ins Leben ruft? Ist dann das Thema, um das es geht, wahnsinnig heiß, ist es viel eher schon längst durch oder ist es in Wahrheit so fad, dass man es lieber erst mal in andere Gremien abschiebt und dadurch zumindest Aktionismus vorgibt?

Industrie 4.0 – schon mal gehört? Das ist eines dieser Themen, die begrifflich noch recht neu, inhaltlich aber schon etwas älter sind und die unter diesem Namen gerade erst jetzt mit der Heavy Rotation im Medienbetrieb so richtig begonnen haben. Industrie 4.0 – liest man gerade überall.

Kurze und knackige Beschreibungen, was das ist, sind rar. Industrie 4.0 ist ganz pauschal ein Begriff, der mit den immer digitaler werdenden Arbeitswelten zusammenhängt. Im Bereich des industriellen Sektors, in dem rund 25% der hiesigen Arbeitnehmer beschäftigt sind, geht es um umfassend miteinander vernetzte Produktionsprozesse. Wikipedia erklärt es etwas fundierter.

Industrie 4.0 betrifft zumindest indirekt auch rechtliche Bereiche, die für jeden Betriebsrat essentiell sind

Im Rahmen des IT-Gipfels der Bundesregierung wurde vor einiger Zeit eine solche – eingangs erwähnte – Expertenkommission eingesetzt, die sich mit der Digitalisierung der Arbeitswelt befassen soll. Vor wenigen Tagen traten nun die 26 Herrschaften,
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Es wird noch über die Rente mit 63 diskutiert, da wagt sich der DGB schon einen Schritt weiter: Beschäftigte sollten mit 60 statt wie bisher mit 63 Jahren eine Teilrente beziehen können. Bei der Teilrente erhalten Arbeitnehmer zwischen einem und zwei Dritteln der regulären Bezüge und können sich etwas hinzuverdienen. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach nennt dies die „Brücke vom Erwerbsleben in den Ruhestand“ und verlangt eine Verbesserung der Übergangsbedingungen von der Arbeit in die Rente. Vor allem geht es ihr laut Tagesschau um tarifpolitische Instrumente, die besonders belasteten Arbeitnehmern den Übergang in Rente ohne Absturz ermöglichen“. Das will die Gewerkschaft nun in der von der Bundesregierung angekündigten Arbeitsgruppe zur sogenannten Flexi-Rente verhandeln.

Solche „irrwitzigen Forderungen“ hören die Arbeitgeberseite und die Union gar nicht gern, berichtet u.a Spiegel Online. Hier will man genau das Gegenteil: Das gesetzliche Rentenalter von 67 wenn gewünscht sogar verlängern. Die Arbeitsgruppe sei nicht dafür da, um neue Wege zur Frühverrentung zu besprechen. Außerdem sei es wirklichkeitsfremd, in einer älter werdenden Gesellschaft die Rente mit 60 zu fordern. Die SPD hingegen fordert zumindest, den DGB-Vorschlag zu diskutieren und sich damit auseinander zu setzen, statt eine „gesinnungsgetriebenen Debatte“ zu führen. So warten wir gespannt auf die ersten Berichte aus der Arbeitsgruppe, die sich in den nächsten Tagen zum ersten Mal trifft.

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von Ines am 09.04.2014, 10:49 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Mit beunruhigenden Umfrage-Ergebnissen, so FOCUS Online. Denn: Der neue Report des DGB-Index Gute Arbeit für das Jahr 2013 zeigt, dass sich die Arbeitsqualität aus Sicht der Beschäftigten trotz eines erholten Arbeitsmarkts gegenüber dem Jahr 2012 nicht verbessert hat. Befragt wurden 5800 abhängig Beschäftigte.

Ein zentrales Problem ist weiterhin die hohe Arbeitsintensität. Daneben wird insbesondere die Einkommenssituation negativ bewertet. Positiv schneidet einzig der Sinn ab, den Arbeitnehmer in ihrem Beruf sehen. FOCUS Online nennt die wichtigsten Fakten aus dem Bericht:

–         61 Prozent der Beschäftigten müssen in derselben Zeit mehr arbeiten als im Vorjahr.

–         56 Prozent der Beschäftigten arbeiten sehr häufig oder oft gehetzt.

–         45 Prozent gehen davon aus, unter diesen Bedingungen nicht bis zum gesetzlichen Rentenalter durchzuhalten.

–         für 43 Prozent der Beschäftigten reicht das Einkommen nicht oder gerade so aus.

–         17 Prozent arbeiten sehr häufig oder oft außerhalb der normalen Arbeitszeit unbezahlt für den Betrieb.

ver.di-Chef Frank Bsirske, kommentierte den DGB-Index unter anderem so: „Wir müssen schnellstens zu einer neuen Ordnung der Arbeit kommen.“

Ausführlich lesen Sie alle Ergebnisse der Umfrage hier.

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von Ines am 12.03.2012, 10:52 Uhr , Kategorie: Allgemein

Gewerkschaften sowie Sozial- und Wohlfahrtsverbände haben das „Bündnis für gute Pflege“ gegründet. Das berichtet der DGB. Ziel des Bündnisses ist es, die Situation der pflegebedürftigen sowie pflegenden Menschen in Deutschland zu verbessern. Denn: „Wir können und wollen die Situation in der Pflege nicht mehr länger hinnehmen“, erklärten das AWO-Vorstandsmitglied Brigitte Döcker, DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach und der Präsident des Sozialverbandes Deutschland Adolf Bauer im Namen der zehn Partner aus Gewerkschaften, Sozial- und Wohlfahrtsverbänden sowie weiteren Organisationen.
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Große Aufregung um die DGB-Bildungsstätten in Hamburg-Sasel und Niederpöcking. Seit vor einem knappen Jahr bekannt wurde, dass die beiden renommierten Bildungseinrichtungen geschlossen werden, kocht die öffentliche Auseinandersetzung mehr und mehr über. Ende Juni berichtete der Betriebsrat Blog, dass etliche der betroffenen Mitarbeiter in den zwei Zentren mittlerweile über ihre Kündigung informiert wurden und die Verhandlungen über einen Interessenausgleich gescheitert sind.

Gewerkschaftsfunktionär Olaf Harms wirbelte kürzlich viel Staub auf, als er in einem Interview behauptete, es sei „erstunken und erlogen“ gewesen,
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von Ines am 18.07.2011, 14:49 Uhr , Kategorie: Allgemein

In Spanien ist die Siesta die traditionelle Mittagsruhe, die unter anderen Bezeichnungen auch in vielen anderen Ländern üblich ist. Nun setzt sich der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) auch bei uns für die Einführung einer Siesta am Arbeitsplatz ein. „Ein kurzer Mittagsschlaf senkt das Herzinfarktrisiko und sorgt für neue Energie„, so die Vorstandsvorsitzende Annelie Buntenbach. Auch Experten aus der Industrie unterstützend diese Idee. „Kluge Unternehmer wissen, wie wichtig schöpferische Pausen für den Erhalt der Leistungsfähigkeit, Kreativität und Motivation der Mitarbeiter sind„, sagte der Präsident des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft, Mario Ohoven, der „Bild“-Zeitung.

Forscher bestätigen das grundsätzlich: „Eine Mittagsruhe überbrückt eine leistungsarme Zeit mit einem erhöhten Risiko für Fehler und wir reagieren anschließend schneller, sind aufmerksamer, unser Gedächtnis ist besser und wir sind auch noch besserer Laune.“, so Jürgen Zulley, Professor an der Universität Regensburg. Das mag ja alles stimmen. Doch wie realistisch ist das Ganze?
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Jetzt wird es ernst für Sasel und für Niederpöcking. Letzten Herbst kündigte das DGB Bildungswerk an, seine beiden renommierten Bildungsstätten in der Nähe von Hamburg und München zu schließen. Seit 1974 konzentriert die Gewerkschaft hier ihre Betriebsrätequalifizierung. Die Kosten seien zu hoch, so die Begründung. Ein Sturm der Empörung brach aus, der Betriebsrat Blog berichtete.

Anschließend begannen im Februar 2011 die Interessenausgleichsverhandlungen zwischen dem Gesamtbetriebsrat (GBR) und der Geschäftsführung des DGB Bildungswerks. Mitte März erklärte Bildungswerk-Geschäftsführer Dieter Eich die Verhandlungen einseitig für gescheitert. Begründung: Die Zukunft des Bildungswerkes könne nur mit der Schließung der Tagungszentren gesichert werden (Info des GBR dazu zum downloaden als pdf-Datei).

Im April kam es in Sasel
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von Peter am 19.05.2011, 16:43 Uhr , Kategorie: Datenschutz

Der Gesetzentwurf zur Regelung des Beschäftigtendatenschutzes geht in die nächste Runde: Am 23.05.2011 findet im Innenausschuss des Deutschen Bundestages unter Vorsitz von Wolfgang Bosbach eine öffentliche Anhörung statt. Acht Sachverständige sind eingeladen, sich zu allen bisher vorgelegten Entwürfen und Anträgen zu äußern. Zuletzt verschärfte sich der Ton in der öffentlichen Diskussion: Der Bundesbeauftragte für den Datenschutz, Peter Schaar, kritisierte, dass bei dem Thema von der Regierung viel angekündigt, aber bislang fast nichts auf den Weg gebracht wurde. Vom Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Hans-Peter Uhl wurde ihm daraufhin empfohlen, den Mund zu halten. Und kürzlich kam der DGB mit der Meldung heraus, dass Betriebsräte großer Unternehmen einen kompletten Stop des neuen Gesetzes fordern würden. Der Grund: Mit den neuen Regeln würde es keinen verbesserten Datenschutz, sondern nur
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von Ines am 13.05.2011, 09:45 Uhr , Kategorie: Leiharbeit

In Angelegenheiten „Frauenquote“ haben wir diskutiert: Frau von der Leyen will diese per Gesetz erzwingen. Das heißt auch: Bei Nichtbefolgen drohen Sanktionen. Steuert das Thema Leiharbeit jetzt in eine ähnliche Richtung? Die Bundesregierung verweigert bisher eine finanzielle Gleichstellung von Leiharbeitern und einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro. Doch die Bundesländer steuern nun dagegen und versuchen, mit Initiativen zur sozialen Regulierung des Arbeitsmarktes, der Leiharbeit einen Riegel vorzuschieben.

Aus Thüringen hört man aktuell Folgendes: Wirtschaftsminister Matthias Machnig nutzt die öffentliche Wirtschaftsförderung, um Leiharbeit unattraktiv zu machen. Mit anderen Worten: Durch eine zum 1. April in Kraft getretene Richtlinie sollen nun Unternehmen weniger Wirtschaftförderung erhalten, wenn die Zahl der LeiharbeiterInnen eine bestimmte Quote überschreitet. In einem Interview begrüßte Stefan Körzell, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen diesen Schritt. Seiner Meinung nach ist
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