Eine verhaltensbedingte Kündigung ist grundsätzlich möglich, wenn sich ein Arbeitnehmer trotz Abmahnungen weigert Dienstkleidung zu tragen. Das hat das Arbeitsgericht Cottbus (20.03.2012, 6 Ca 1554/11) entschieden.

Folgender Fall lag den Richtern vor: Die Arbeitnehmerin war in einem Möbelhaus als Einrichtungsberaterin tätig. Der Arbeitgeber führte eines Tages eine einheitliche Dienstbekleidung ein. Das homogene Erscheinungsbild sollte die Angestellten sofort für den Kunden erkennbar machen und zu einem Imagegewinn für das gesamte Unternehmen führen. Für den Kauf der Kleidungsstücke und der Schuhe bekam jeder Mitarbeiter einen Einmal-Zuschuss in Höhe von 200 Euro.

Der Einrichtungsberaterin war das zu wenig. Außerdem sah sie in der neuen Vorschrift eine Einschränkung ihrer persönlichen Freiheit. Daher erschien sie mehrfach ohne Dienstkleidung und erhielt dafür zweimal eine Abmahnung. Als sich nichts änderte, kündigte der Arbeitgeber wegen Arbeitsverweigerung. Zu Recht, wie die Richter fanden. Die Anweisung des Arbeitgebers, die Kleidung selbst zu beschaffen, ist vom Weisungsrecht gemäß § 106 GewO umfasst, so das Urteil. Außerdem stellt dies keine schwerwiegende Belastung des Arbeitnehmers da, denn er hatte das Geld hierfür erhalten. Last but not least überwiegt das betriebliche Interesse an einem einheitlichen Erscheinungsbild.

Anders läge der Fall, wenn der Arbeitnehmer einen Teil seines Lohns für die Dienstkleidung aufwenden müsste. Dies würde dem Weisungsrecht entgegenstehen. Im vorliegenden Fall konnte jedoch nachgewiesen werden, dass die geforderten Kleidungsstücke ohne Weiteres für weniger als die erfolgte Einmalzahlung zu haben sind.

Bildquelle: HLPhoto – Fotolia.com

von Thomas am 12.09.2011, 11:12 Uhr , Kategorie: Arbeitsvertrag

Polizisten, Köche, Krankenschwestern und viele mehr müssen während ihrer Tätigkeit bestimmte Arbeitskleidung tragen. Der Arbeitgeber muss dann seinen Mitarbeitern Aufbewahrungsmöglichkeiten hierfür zur Verfügung stellen. Über deren Ausgestaltung hat ein Ordnungspolizist mit seiner Arbeitgeberin, einer nordhessischen Stadt, gestritten. Die Stadt hat ihm hierfür einen Spind mit 1,75 m Höhe, 1 m Breite und 0,46 m Tiefe zur Verfügung gestellt. Dieser reichte jedoch nicht für die komplette Dienstkleidung (in mehreren Ausführungen) aus. Folglich musste der Ordnungshüter einen Teil der Dienstkleidung zu Hause aufbewahren. Dies war ihm ein Dorn im Auge. Deshalb verlangte er von seiner Arbeitgeberin einen größeren Spind oder aber hilfsweise 30,- € monatlich als Aufwendungsersatz für die private
mehr »

von Susanne am 12.08.2011, 13:43 Uhr , Kategorie: Allgemein

Wissen Sie, was Haare, Schultern, Hände – ja sogar Schuhe! – über die wahren Gedanken anderer aussagen? Nein? David Givens weiß es: Er ist Experte für Körpersprache und leitet das Zentrum für nonverbale Studien im US-Bundesstaat Washington. In seinem Buch Die Macht der Körpersprache verrät der Kommunikationswissenschaftler, wie man die echten Gedanken von Kollegen und Vorgesetzten entlarvt und warum im Berufsleben die (richtige) Wahl der Kleidung so wichtig ist.

Kleider machen Leute. Im Büro sollte man deshalb nie Sandalen oder Peeptoes tragen und außerdem auf ärmellose Kleidung verzichten, so der Autor im Interview mit der Süddeutschen Zeitung (SZ). Nicht mal bei 35 Grad im Schatten? Richtig. Und das hat auch einen guten Grund:
mehr »

von Ines am 12.01.2011, 18:44 Uhr , Kategorie: Allgemein

Das entschied kürzlich das Landesarbeitsgericht Köln (18.08.2010, 3 TaBV 15/10). In dem Fall ging es um einen Betriebsrat, der gegen eine seiner Meinung nach zu strenge Kleiderordnung klagte. Diese betraf die Mitarbeiter eines  Sicherheitsunternehmens, die am Flughafen die Passagierkontrollen durchführen. In der entsprechenden Dienstvorschrift hatte der Arbeitgeber u.a. festgelegt, dass die Mitarbeiter weiße oder hautfarbene Unterwäsche tragen müssen. Außerdem legte er für die Damen Länge der Fingernägel sowie Farbe des Nagellacks fest. Den Herren wurde das Tragen von künstlichen Haarteilen verboten.

Der Betriebsrat sah hierin einen unzulässigen Eingriff in das Persönlichkeitsrecht der Kolleginnen und Kollegen. Die Richter beurteilten das teilweise genauso. Sie prüften die einzelnen Punkte mit folgendem Ergebnis:
mehr »

von Thomas am 14.07.2010, 08:16 Uhr , Kategorie: Arbeitszeit, Rechtsprechung

Ein Klassiker: Es geht um die Frage, ob das Anlegen von Dienstkleidung schon Arbeitszeit ist oder nicht. Das Verwaltungsgericht Münster hat am 01.07.2010 (AZ: 4 K 1753/08) entschieden, dass das Anziehen einer normalen Polizeiuniform der Arbeitszeit zuzurechnen ist: „Die Uniform stelle für den Polizeivollzugsbeamten keinesfalls eine dem reinen Privatbereich zuzuordnende Kleidung dar, sondern eine allein auf Gewährleistung von Schutz und Sicherheit ausgerichtete Ausrüstung.“

Erfreulich für den klagenden Polizisten. Denn dieser bekommt bei einer durchschnittlichen Ankleidezeit von etwa einer Viertelstunde am Tag nun
mehr »

von Thomas am 18.02.2010, 11:23 Uhr , Kategorie: Arbeitszeit, Rechtsprechung

Dass nicht jeder Klamottenwechsel während der Arbeitszeit erfolgen darf ist klar: Schließlich kann ein Arbeitnehmer nicht im Schlafanzug im Büro erscheinen und sich dann dort erst einmal seine normale Tageskleidung anziehen und dem Arbeitgeber dann noch die dafür benötigte Zeit als Arbeitszeit berechnen.

Anders war jedoch ein Fall, den das Bundesarbeitsgericht vor drei Monaten zu entscheiden hatte. Hier stritten Arbeitgeber und Betriebsrat darüber, ob das An- und Ablegen von blau-gelber Dienstkleidung nun eigentlich in die Arbeitszeit fällt oder nicht (BAG vom 10.11.2009 – 1 ABR 54/08).
mehr »