von Thomas am 26.01.2011, 09:24 Uhr , Kategorie: Allgemein

Das „Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz“ will Benachteiligungen verhindern bzw. beseitigen, § 1 AGG. Vor allem Arbeitnehmer und Stellenbewerber kommen in den Genuss des AGG-Schutzes: Denn gerade in der Arbeitswelt soll kein Platz für Willkür und Diskriminierung sein.

Wie jede andere Sache hat aber auch das AGG seine Grenzen. Geschützt wird nämlich nur vor den im Gesetz genannten Gründen. So musste schon eine ostdeutsche Bewerberin die schmerzhafte Erfahrung machen, dass
mehr »

von Peter am 30.11.2010, 16:58 Uhr , Kategorie: Allgemein

Vorstellungsgespräche als Blind-Date“ – so ähnlich lautete ein Beitrag im Betriebsrat Blog vor einiger Zeit. Damals berichteten wir über die Pläne des Bundesfamilienministeriums, neue Wege bei Bewerbungsverfahren gehen zu wollen. Anonym gehaltene Bewerbungen sollen dabei helfen, dass Umstände wie Nationalität, Lebensalter, Geschlecht oder Aussehen nicht mehr länger zu einem schon frühzeitigen Ausscheiden im Bewerbungsverfahren führen. Denn das ist die tägliche Diskriminierung im Personalbüro: Stimmt schon der Klang des Namens eines Kandidaten nicht mit den Vorstellungen des Entscheiders überein, dann schaut er sich den Rest der Bewerbung gar nicht mehr an. Und verpasst damit womöglich den Besten von allen. Der wiederum schaut in die Röhre, öfters vermutlich.

Die Antidiskriminierungsstelle des Bundes hat Ende November nun offiziell das Pilotprojekt „Anonymisierte Bewerbungsverfahren“gestartet. Mit dabei sind fünf große Unternehmen sowie drei öffentliche Arbeitgeber. Für einen Zeitraum von 12 Monaten werden dort für 225 zu besetzende Arbeitsplätze sämtliche eingehenden Bewerbungen in der Vorauswahl anonym behandelt. Es gibt drei Möglichkeiten, wie das geschehen wird:

  • per anonymisierten Online-Bewerbungsbogen, der speziell für ein Unternehmen angefertigt wird
  • per standardisiertem Bewerbungsformular, das einen Fragebogen enthält
  • per nachträglicher Anonymisierung, zum Beispiel durch Schwärzen bestimmter Stellen

Im Projekt werden alle Varianten getestet. Das Ziel lautet: Eine Einladung zum Vorstellungsgespräch soll ausschließlich aufgrund der Qualifikation des Bewerbers erfolgen.

Die Deutschen fänden solche Blind-Date-Bewerbungen grundsätzlich prima: Immerhin 56% sollen sich in einer Umfrage für ein solches Verfahren ausgesprochen haben. In anderen Ländern wie den USA herrschen da schon seit langem ganz andere Sitten:
mehr »

von Peter am 19.10.2010, 16:44 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Früher machte man um eine Geburt kein großes Aufheben: Die hochschwangere werktätige Frau durfte auf dem Feld solange schuften, bis ihre Wehen einsetzten, anschließend erfolgte die Geburt unter schwierigsten hygienischen Bedingungen, dann einmal durchschnaufen und weiter ging’s. Entsprechend hoch waren die Todesraten bei Säuglingen und Müttern. Diese finsteren Zeiten sind längst vorbei. Der Schutz werdender Mütter vor und nach der Geburt wurde vor allem in den letzten 130 Jahren kontinuierlich ausgebaut. Nun steht eine weitere Verbesserung ins Haus: Das Europäische Parlament will den Mutterschutz in der Europäischen Union vereinheitlichen. Das Ziel lautet 20 Wochen bei vollem Lohnausgleich.

In Deutschland sind werdende (erwerbstätige) Mütter gesetzlich geschützt. Bereits 1878 wurde geregelt, dass für Fabrikarbeiterinnen
mehr »

von Thomas am 07.10.2010, 11:09 Uhr , Kategorie: Allgemein

So geschehen in Frankreich: Ein Praktikant namens Mohamed wurde von seinem Arbeitgeber aufgefordert sich am Firmentelefon mit dem französischen Namen Alexandre zu nennen. Die Begründung des Arbeitgebers lautete: „Mohamed ist nicht gängig. Du wirst Dich Alexandre nennen, das kommt besser an!“

Der Praktikant weigerte sich – und durfte darauf hin seine Sachen zusammenpacken, wie Focus online berichtet. Allerdings erstattete er Anzeige wegen Diskriminierung: „Ich bin Franzose, ich will wie jeder andere auch mit meinem richtigen Vornamen leben.“ Wie Recht er doch hat! Allein aus arbeitsrechtlicher Sicht gesehen, liegt hier ein ganz klarer Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlugsgesetz (AGG) vor.

Thomas

von Andrea am 10.09.2010, 16:09 Uhr , Kategorie: Rechtsprechung

Das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz hält für Arbeitgeber immer wieder Stolpersteine bereit. Wie schafft man es, in die „AGG-Falle“ zu tappen? Man bracht dazu:

1. Eine Stellenausschreibung wie folgende:

„Suchen zunächst auf ein Jahr befristet eine(n) junge(n) engagierte(n) Volljuristin/Volljuristen“

2. Einen Bewerber, der bis auf das Wörtchen “JUNG“ alle Anforderungen erfüllt.

3. Und: Einen Bewerber, der
mehr »

Ein HIV-Positiver Arbeitnehmer erstritt von seinem Arbeitgeber eine Entschädigung wegen Diskriminierung. Er war in einer internen Stellenausschreibung  – harmlos ausgedrückt – benachteiligt worden. Tatsächlich wurde er gar nicht erst berücksichtigt.

Das Berliner Unternehmen hatte intern eine Stelle zur Besetzung ausgeschrieben. Zahlreiche hausinterne Bewerbungen gingen ein, unter ihnen auch die eines HIV-positiven Mannes.
mehr »

von Ines am 10.08.2010, 12:15 Uhr , Kategorie: Allgemein

Im Blog-Beitrag vom 05.08.2010 hatte ich es schon angekündigt: Heute folgt mehr zum Thema „Was Ihr Name über Ihre Karriere-Chancen verrät“. Ob es da wirklich einen Zusammenhang gibt? Jedenfalls behauptet das Bernd M. Samland, Geschäftsführer der Kölner Namensagentur „Endmark“. Er hat untersucht, wie sich Namen auf die Karriere auswirken. Mit folgendem Ergebnis:
mehr »

von Ines am 05.08.2010, 12:11 Uhr , Kategorie: Allgemein

Das Bundesfamilienministerium will gemeinsam mit fünf großen Unternehmen und dem Land NRW anonyme Bewerbungen testen. Das Ziel: Auf dem Arbeitsmarkt soll mehr Chancengleichheit erreicht und Diskriminierung von vornherein verhindert werden. Im kommenden Herbst wurde dazu der Beginn eines Pilotprojekts angekündigt. Stellenbewerber sollen dann in ihren Unterlagen auf Angaben wie Name, Alter, Nationalität, Familienstand, Geschlecht, Religion – und natürlich auf das Foto – verzichten.

Die erste Bewerberauswahl wird dadurch ein Stück neutraler und man fällt nicht gleich aus dem Verfahren raus, weil dem Personalleiter die Nase, das Alter oder auch der Name nicht passt.
mehr »

von Thomas am 13.04.2010, 11:45 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Gleichberechtigung

Die Deutsche Einheit ist nun schon seit über 20 Jahren vollendet und trotzdem muss sich ein Arbeitsgericht mit Spätfolgen beschäftigen! Anscheinend sind wir Deutschen immer noch nicht so recht zusammengewachsen: Ansonsten würde es nicht zu solchen arbeitsrechtlichen Prozessen kommen:

Wie die Süddeutsche Zeitung letzten Freitag berichtete, hatte sich eine 49jährige Berlinerin in einem westdeutschen Unternehmen als Buchhalterin beworben. Allerdings nicht erfolgreich, denn sie erhielt die Bewerbungsunterlagen zurück. So weit nicht ungewöhnlich. Was den Fall aber interessant macht war der Umstand, dass der Arbeitgeber Kommentierungen auf den Bewerbungsunterlagen vorgenommen hatte. So standen handschriftliche Vermerke wie „Ossi“ und „DDR
mehr »

…so entschied gestern (08.04.2010) das Oberverwaltungsgericht (OVG) Münster. Eine Raucherpause ist nach Ansicht der Richter keine zulässige Arbeitsunterbrechung wie zum Beispiel der Gang zur Toilette. Damit bestätigten das Münsteraner OVG eine vorangegangene Entscheidung des Verwaltungsgerichts Köln (29.02.2008 – 1 A 812/08). Für die klagenden Beschäftigten der Stadt Köln ist damit die Kippenpause erst einmal gestorben.

Das von der Arbeitgeberin ausgesprochene Verbot von zusätzlichen Zigarettenpausen im Büro sieht das OVG nicht als Diskriminierung der rauchenden Belegschaft an, sondern vielmehr als Verwirklichung der Gleichberechtigung!

Schließlich müssen alle Beschäftigten während der Kernarbeitszeit
mehr »

  1. Seiten:
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4