von Susanne am 04.09.2012, 07:58 Uhr , Kategorie: Kündigungsschutz, Rechtsprechung

Wer sich ehrenamtlich engagiert, fällt nicht unter den Kündigungsschutz. Das entschied das Bundesarbeitsgericht (BAG) mit Urteil vom 29. August 2012 (Az.: 10 AZR 499/11). Der Grund: Eine ehrenamtliche Tätigkeit ist kein Arbeitsverhältnis, deshalb genießen Ehrenamtliche auch keinen arbeitsrechtlichen Schutz. Sie können formlos – ohne Angabe von Gründen oder Einhaltung von Fristen – von ihrer Tätigkeit entbunden werden. Das BAG wies damit die Kündigungsschutz- klage einer 46-jährigen Mitarbeiterin bei der Telefonseelsorge ab.

Diese hatte knapp acht Jahre lang zehn Stunden im Monat unentgeltlich für die örtliche Telefonseelsorge gearbeitet – zusammen mit einem hauptamtlichen und rund 50 weiteren ehrenamtlichen Kollegen. Nach deren Dienstordnung wurde eine regelmäßige Teilnahme erwartet. Jeweils im Vormonat legte der Beklagte Dienstpläne für den Folgemonat aus, in die sich die ehrenamtlichen Mitarbeiter eintragen sollten. Für ihre Beteiligung erhielt die Klägerin eine Aufwandsentschädigung von 30 €. Am 22. Januar 2010 wurde sie mündlich von ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit entbunden.

Die von ihr erhobene Kündigungsschutzklage blieb in allen Instanzen erfolglos. Bis zur Grenze des Missbrauchs sei es durchaus erlaubt, unentgeltliche Arbeit zu vereinbaren, sofern eine Vergütung auch nicht zu erwarten ist. Dies sei aber gerade bei ehrenamtlichen Tätigkeiten der Fall. Die Ausübung von Ehrenämtern diene nicht der Sicherung oder Besserung der wirtschaftlichen Existenz. Sie sei Ausdruck einer inneren Haltung gegenüber den Belangen des Gemeinwohls und den Sorgen und Nöten anderer Menschen, so das BAG. Im vorliegenden Fall bestehe kein Anhaltspunkt für die Umgehung zwingender arbeitsrechtlicher Schutzvorschriften.

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von Thomas am 01.06.2011, 17:11 Uhr , Kategorie: Allgemein

Wer ehrenamtlich tätig ist sammelt Pluspunkte im Vorstellungsgespräch. In welchem Bereich das ehrenamtliche Engagement erfolgt (Verein, Kirche, Feuerwehr, Naturschutz usw.) ist zweitrangig. Wichtig ist dem Arbeitgeber jedoch, dass der Bewerber der freiwilligen Sache ernsthaft nachgeht; das berichtet „Die Welt online“.

Warum das Ehrenamt eine so wichtige Stellung hat, erklärt Thomas Fritz, Personalchef des Beratungsunternehmens McKinsey: „Wir suchen schließlich echte Persönlichkeiten, die gesellschaftlich etwas verändern wollen und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.“ Was man tatsächlich macht ist zweitrangig, denn: „Die Hauptsache ist, dass ein Bewerber soziale Fähigkeiten trainiert, die er im Umgang mit unseren Kunden braucht,“ so Fritz.

Durch das soziale Engagement wird die
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