Als Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen mit überhöhter Geschwindigkeit über das Rollfeld brettern? Oder: Dem Chef verbal bescheiden, er solle sich „bei seiner Vorgeschichte besser in Acht nehmen“? Solche Äußerungen und Verhaltensausfälle merkt sich ein Arbeitgeber. Ist das Arbeitsverhältnis dann beendet, könnte es gut sein, dass das Arbeitszeugnis nicht so ausfällt, wie der Mitarbeiter es gerne hätte.

So wie in diesem Fall eines Eilverfahren (einstweiliges Verfügungsverfahren), in welchem das Hessische Landesarbeitsgericht ein Berufungsurteil erließ (Urteil vom 17.02.2014 – Az. 16 SaGa 61/14). Vorab: Einstweilige Verfügungen bezüglich Erteilung oder Berichtigung von Arbeitszeugnissen sind mangels Eilbedürftigkeit eher die Ausnahme. Im Gegensatz zu normalen „Zeugnisverfahren“ vor den Arbeitsgerichten: Die gibt es schon wesentlich häufiger.

Der Kollege wendete sich mit juristischer Hilfe gegen ein Arbeitszeugnis, das er zum Ende seiner Beschäftigung erhielt. Darin hieß es unter anderem: „Sein Verhalten gegenüber Kollegen war jederzeit korrekt. Vertrauliche Angelegenheiten behandelte Herr W stets mit der erforderlichen Diskretion.“ Neben weiteren Passagen, die seiner Meinung nach seine Arbeitsqualität recht unzutreffend wiedergeben, monierte er, dass eine
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von Susanne am 02.08.2012, 09:02 Uhr , Kategorie: Rechtsprechung

Fast jeder zehnte Deutsche ist tätowiert – Tendenz steigend. Tattoos sind inzwischen gesellschaftlich akzeptiert. Für viele ist es Ausdruck von Individualität und Persönlichkeit. Früher dem klassischen Szene-Publikum vorbehalten, ist das Spektrum derjenigen, die sich tätowieren lassen, heute sehr viel breiter. Das kann allerdings fatale Folgen haben, wenn man in den Polizeidienst möchte. Tattoos an sichtbaren Körperstellen wie auf Händen, Unterarmen oder im Nacken sind in vielen Bundesländern ein Ausschlusskriterium für den Polizeidienst. Das sogenannte Mäßigungsgebot verbietet Tattoos an sichtbaren Körperstellen. Die Begründung: Polizisten sind Repräsentanten des Landes, das äußere Erscheinungsbild und das Auftreten tragen entscheidend dazu bei. Nun hat sich ein Bewerber aus Nordrhein-Westfalen gegen eine entsprechende Regelung gewehrt – und das mit Erfolg.
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