Der Anteil der Väter, die Elterngeld in Anspruch nehmen, hat einen neuen Höchststand erreicht. Das teilte aktuell das Statistische Bundesamt (Destatis) mit. Danach haben Väter von 181 000 der insgesamt rund 663 000 im Jahr 2011 geborenen Kinder Elterngeld bezogen. Dies entspricht einer Väterbeteiligung von 27,3 %, die damit gegenüber dem Vorjahr noch einmal deutlich um 2 Prozentpunkte angestiegen ist. Mütter bezogen in durchschnittlich 95 % der Fälle Elterngeld.

Die höchste Väterbeteiligung gab es laut Pressebericht wie schon in den letzten Jahren in Bayern (35,8 %) und Sachsen (35,6 %). Sie war dort somit mehr als doppelt so hoch wie im Saarland, das mit 17,5 % nach wie vor das Schlusslicht bildet. Veränderungen bei der Dauer der Inanspruchnahme gab es hingegen kaum. Nach wie vor bezogen etwas mehr als drei von vier Vätern (77 %) Elterngeld für maximal zwei Monate. Nur knapp 7 % der Väter nimmt die Leistung für zwölf Monate in Anspruch. Mütter bezogen weiter in neun von zehn Fällen das Elterngeld für zwölf Monate.

Der durchschnittliche Elterngeldanspruch von Vätern, die vor der Geburt des Kindes erwerbstätig waren, lag im ersten Bezugsmonat bundesweit bei 1 204 Euro und war damit nach wie vor mehr als ein Drittel (39 %) höher als der vergleichbare Anspruch von Müttern (868 Euro).

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von Ines am 13.03.2013, 09:13 Uhr , Kategorie: Elterngeld und Elternzeit

Nicht immer, aber oft – so lautet die Antwort auf diese Frage, mit der sich jüngst das Bundesfamilienministerium beschäftigt hat. Das berichtet u.a. die FAZ. Nach einer bisher unveröffentlichten Umfrage bereuen vier von zehn Frauen aus Karrieregründen, Elternzeit in Anspruch genommen zu haben. Bei den Männern sind es 28%. Insgesamt wurden knapp 4000 Mütter und Väter befragt.

Besonders groß ist die Unzufriedenheit laut Pressebericht, wenn junge Eltern in Teilzeit arbeiten. Sie sehen sich beim Wunsch nach einer Reduzierung der Arbeitszeit von ihren Chefs zwar grundsätzlich unterstützt. Doch fast vier von zehn Teilzeitbeschäftigten hielten eine verringerte Arbeitszeit aus Karrieregründen für problematisch. Ähnlich sieht das übrigens auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU). Sie bedauert laut „Welt am Sonntag„, dass noch immer „viel zu viele Eltern karrieretechnisch auf der Verliererseite landen, bloß weil sie Angebote wie Heim- oder Teilzeitarbeit nutzen„. Ihr Plan, um den Widereinstieg nach Elternzeit zu verbessern: Eine gesetzliche Verankerung des Rückkehranspruchs von Teilzeit auf Vollzeit.

Es geht jedoch aus anders: Immerhin sind laut Umfrage vier von fünf Befragten überraschend zufrieden mit den Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Sie gaben an, dass die Inanspruchnahme von Elternzeit in ihren Firmen als unproblematisch erachtet werde.

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Weil sie lesbisch ist, bangt eine 39-jährige Erzieherin nun um ihren Job: Ihr katholischer Arbeitgeber sieht in der offen gelebten Homosexualität einen Verstoß gegen die kirchliche Moral und will ihr deshalb kündigen. Solche Fälle kommen in der katholischen Kirche immer wieder vor. Doch dieser Fall ist besonders: Die Kindergartenleiterin hatte vergangenen August ihrem kirchlichen Arbeitgeber die Geburt ihres Kindes mitgeteilt und diesen über ihre kurz zuvor standesamtlich geschlossene gleichgeschlechtliche Partnerschaft informiert. Aufgrund ihrer Elternzeit genießt sie jedoch besonderen Kündigungsschutz. Somit muss das Gewerbeaufsichtsamt dem Rauswurf zustimmen. Doch die Behörde weigerte sich, der Kündigung zuzustimmen. Das wollte die Kirche nicht auf sich sitzen lassen: Die katholische Pfarrkirchenstiftung, vertreten durch die Rechtsabteilung der Diözese, zog deshalb gegen den Freistaat Bayern vor Gericht.
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Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat neben der flexibleren Gestaltung der 3-jährigen Elternzeit nun auch und eine „Großelternzeit“ gefordert. Das berichtet die Bundesregierung.

Flexiblere Elternzeit hießt: Bisher können maximal zwölf Monate der Elternzeit bis zum Ende des achten Lebensjahres übertragen werden. Diesen Anteil will die Bundesregierung auf 24 Monate erhöhen. So soll Eltern bis zum 14. Lebensjahr des Kindes ermöglicht werden, ihre Arbeitszeit mit Zustimmung des Arbeitgebers zu reduzieren oder zeitweilig auszusteigen.

Doch was ist jetzt die „Großelternzeit“? 
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Ein Arbeitgeber darf nicht völlig frei über die Verlängerung einer Elternzeit entscheiden. Er muss vielmehr zwischen seinen und den Interessen des Arbeitnehmers abwägen, den Entschluss also nach „billigem Ermessen“ treffen, so das Bundesarbeitsgericht in seiner Entscheidung vom 18.10.2011 (Az.: 9 AZR 315/10).

Im Gegensatz zur Vorinstanz gaben die Richter in Erfurt damit einer fünffachen Mutter recht, die nach einer einjährigen Elternzeit aufgrund ihres Gesundheitszustandes um Verlängerung der Elternzeit gebeten hatte. Der Arbeitgeber war der Bitte nicht nachgekommen. Stattdessen
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Vor einem Jahr gab es für viele Männer in diesem Land stillen Grund zur Freude: Familienministerin Kristina Schröder verkündete, dass mittlerweile rund 20 Prozent der Väter die sog. Partnermonate bei der Elternzeit in Anspruch nehmen würden. Und, jetzt kommt’s: Männer, die sich um die Erziehung ihrer Kinder in diesem frühen Stadium kümmern wollten, würden nicht mehr unter gesellschaftlichem Weichei-Verdacht stehen. Deswegen wolle man das Elterngeld auch weiterentwickeln: Die „Vätermonate“ sollen von zwei auf vier verdoppelt werden. So ähnlich stand es auch im Koalitionsvertrag von 2009. Guter Plan!

Diese Pläne sind jetzt leider vom Tisch oder etwas glitschiger ausgedrückt,
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Väter sollen zukünftig einen längeren Anteil der Elternzeit in Anspruch nehmen können. Die neue Bundesfamilienministerin Kristina Köhler, CDU, kündigte im Familienausschuss des Bundestags an, die sog. Partnermonate ab dem Jahr 2011 von derzeit zwei auf vier Monate auszuweiten. Mittlerweile würden 20 Prozent der Väter diese Partnermonate in Anspruch nehmen. Männer würden somit nicht mehr unter einem Weichei-Verdacht stehen, wenn sie sich um die Erziehung ihrer Kinder kümmern wollen, so die Ministerin.

Auch beim Bezug des Elterngeldes sind Erleichterungen geplant. Die Ministern kündigte weiterhin an, das Teilelterngeld für diejenigen Mütter und Väter auszubauen, die neben Teilzeitarbeit parallel Elterngeld beziehen wollen.

Link: Informationen zur Elternzeit auf der Webseite „Familien-Wegweiser“ des Bundesfamilienministeriums

Download: Offizielle Broschüre „Elterngeld und Elternzeit“ (pdf)

Peter

von Peter am 17.11.2009, 09:45 Uhr , Kategorie: Teilzeit

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales möchte Väter mit einer neuen Broschüre dabei unterstützen, mehr Teilzeit in Elternzeit zu wagen. Unter dem Titel „Abenteuer Teilzeit“ werden Männern viele Argumente an die Hand gegeben, wie man den gängigen Vorurteilen im Betrieb, also bei Vorgesetzen und Kollegen besser begegnen kann. Denn mit Sprüchen wie „Keine Lust mehr zu arbeiten?“ oder „Packst du’s nicht mehr? So alt bist du doch noch gar nicht!“ muss man erst mal umgehen können.

Broschüre online bestellen

Broschüre herunterladen (pdf-Datei, ca. 1,2 MB)

Peter

Nachtrag: Am 17.11.09 meldet die Hans-Böckler-Stiftung, dass die Zahl der Väter die Elternzeit in Anspruch nehmen, langsam aber stetig ansteigt. Mehr als jeder Dritte bleibt mittlerweile auch länger als die „üblichen“ zwei Monate zu Hause.

Übersicht:

Bildquelle: Hans-Böckler-Stiftung

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