Die deutschen Arbeitnehmer haben einer Studie zufolge als einzige in der Europäischen Union in den vergangenen acht Jahren einen Reallohn-Verlust hinnehmen müssen. In keinem anderen Land sind die Löhne seit 1995 so wenig gestiegen wie hier. Nämlich genau 2% (z.B. im Vergleich zu Irland mit 30 %). Das zeigen laut einem gestrigen Bericht der BILD Zahlen der EU-Kommission. Und: Wir haben nicht nur die niedrigsten Lohnerhöhungen sondern zahlen auch noch die zweit-höchsten Steuern. Auf der anderen Seite „pumpen wir so viele Milliarden in Euro-Pleitestaaten wie kein anderes Land“, so der Pressebericht. Wenn dem so ist, kann man sich tatsächlich irgendwie als Depp fühlen.

Hinsichtlich der Gründe für diese Misere gibt es unterschiedliche Ansichten. Für den rheinland-pfälzischen ver.di-Sprecher Jürgen Dehnert beispielsweise ist laut SWR die Ursache klar: Der Niedriglohnsektor und Minijobs drücken die Löhne in Deutschland. Vertreter der Unternehmerverbände meinen hingegen, die angegebenen Zahlen seien nicht aussagekräftig. Absolut gesehen seien die Löhne hier bei uns im Vergleich immer noch höher. Zwar hätte Deutschland Lohnzurückhaltung geübt, dafür aber viele neue Arbeitsplätze geschaffen. Hierzu zählen insbesondere Arbeitslose, die auf den Arbeitsmarkt zurückkehren und „die verdienen natürlich erstmal weniger. Das heißt jeder, der aus der Arbeitslosigkeit zurück ins Erwerbsleben kommt, senkt quasi den Durchschnitt der Lohnerhöhung.“

Das Motto für die Zukunft kann eigentlich nur wie folgt lauten: Entweder Löhne rauf oder Steuern runter. Passiert aber irgendwie nicht … . Wird es Zeit zu rufen: „Ich bin ein deutscher Arbeitnehmer, holt mich hier raus!“? Wohl dem, – oder auch nicht – der im Wirtschafts- und Politdschungel noch den Durchblick hat.

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In den deutschen Atomkraftwerken (AKW) werden deutlich mehr Leiharbeitnehmer beschäftigt als in anderen Branchen, berichtet betriebsrat.de. Der Gründe hierfür liegen auf der Hand: Zum einen ist die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern für Arbeitgeber billiger, da sie bei der derzeitigen Gesetzeslage einfach den „equal-pay-Grundsatz“ umgehen können. Und zum anderen sind die Beschäftigten in AKWs auf Grund der Strahlenbelastung einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Dieses möchten die AKW-Betreiber bei der eigenen Belegschaft wohl vermeiden.

Laut Statistik der Bundesregierung waren im Jahr 2009 in den deutschen AKWs knapp 6000 festangestellte Mitarbeiter radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Die Zahl der Leiharbeitnehmer in diesem Bereich betrug hingegen über
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Das Arbeitsgericht München hat entschieden (8.10.2010 – 24 Ca 861/10), dass ein zum Betriebsrat gewählter, befristet beschäftigter Arbeitnehmer, eine unbefristete Weiterbeschäftigung von seinem Arbeitgeber verlangen kann. Kurz gesagt: Durch die Wahl zum Betriebsrat wird das befristete Arbeitsverhältnis in ein Unbefristetes gewandelt. Im entschiedenen Fall stellte der Arbeitgeber einen Arbeitnehmer befristet ein, ohne dass ein entsprechender Sachgrund (z.B. Schwangerschaftsvertretung) vorlag (§ 14 Abs. 2 TzBfG). Kurz vor dem Auslaufen der Befristung wurde der Arbeitnehmer zum Betriebsrat gewählt. Der Arbeitgeber wollte das Arbeitsverhältnis nun nicht mehr verlängern, sondern die Befristung auslaufen lassen. Der frisch gebackene Betriebsrat klagte deshalb auf unbefristete Weiterbeschäftigung. Denn: Wenn der Arbeitgeber ihn nun einfach vor die Tür setzen könnte, wäre er nicht ausreichend in seiner Funktion als Interessenvertreter der Arbeitnehmerschaft geschützt. Der Arbeitgeber könnte auf diese Weise jeden „unliebsamen“ befristet beschäftigte Betriebsrat einfach loswerden. Dies sei
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von Ines am 25.10.2010, 14:13 Uhr , Kategorie: Rente

Trotz scharfer Proteste gegen die französische Rentenreform hat der Senat am vergangenen Freitag (22. Oktober) das wichtigste Gesetzesvorhaben von Präsident Sarkozy gebilligt: Die Anhebung des Renteneintrittsalters von 60 auf 62 Jahre. Das berichtet unter anderen die Süddeutsche Zeitung. In mehreren Städten kam es in den Tagen vorher noch  zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen der Polizei und den Demonstranten. Streiks im Schienen- und Flugverkehr führten zu langen Wartezeiten, Schulen und Universitäten blieben geschlossen. Die Gewerkschaften kündigten bereits weitere Maßnahmen an. Sarkozy hält die Reform für unerlässlich, um die Rentenkassen zu sanieren und Frankreichs Kreditwürdigkeit zu wahren.

Die Anhebung des Rentenalters ist übrigens nicht nur bei uns und in Frankreich, sondern in halb Europa Thema: Auch in
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