Es ist noch gar nicht so lange her, da haben wir unter Berufung auf den DAK-Gesundheitsreport 2012 folgenden Blogbeitrag gepostet: „Alarmierend: Psychische Leiden auf Platz drei der Fehlzeiten“. Damals lagen vor den psychischen Leiden nur noch Muskel-Skelett- sowie Atemwegserkrankungen. Kaum ein Jahr später haben wir ein neues und – leider auch noch passend zur Thematik – deprimierendes Ergebnis. Denn: Die psychischen Erkrankungen haben inzwischen die Atemwegserkrankungen vom zweiten Platz verdrängt. Das berichtet der Gesundheitsreport des BKK-Dachverbandes 2013.

Angesichts dieser Statistik werden in den Betrieben Aufschreie laut: „Was das bedeutet!“ klagt der Arbeitnehmer. „Was das kostet!“, jammert der Arbeitgeber. Klar ist jedoch: Dringender Handlungsbedarf ist angesagt – an allen Ecken und Enden und auf allen Ebenen. Aber: Der Arbeitgeber müsste handeln, tut es aber nicht. Der Arbeitnehmer möchte handeln, kann es aber nicht. Wie so oft ist auch an dieser Stelle der Betriebsrat gefragt. Holen Sie sich hier das nötige Praxiswissen und hilfreiche Handlungskonzepte, um psychischen Belastungen in Ihrem Betrieb erfolgreich entgegen zu treten.

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Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) sowie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) sind in einer Studie der Frage nachgegangen, wie viele Arbeitnehmer trotz Krankheit zur Arbeit (Präsentismus) gehen. Befragt wurden 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland. Darüber berichtet unter anderem das Internetportal arbeitssicherheit.de.

Ergeben hat die Studie laut Pressebericht Folgendes: Jeder zweite Arbeitnehmer geht trotz Krankheit zur Arbeit. Innerhalb der letzten 12 Monate sind die Beschäftigen im Durchschnitt an 11,5 Tagen ihrer Arbeit weiter nachgegangen, obwohl sie gesundheitlich angeschlagen waren. An 17,4 Tagen dagegen sind sie zuhause geblieben. Dieses Verhalten kommt am häufigsten in Berufen der Bau- und Landwirtschaft sowie in Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsberufen vor. Als Begründung wurde besonders häufig angegeben, dass die Befragten sich wegen Leistungs-, Termin- und Zeitdruck auch in schlechter Verfassung zur Arbeit schleppen und sich nicht krankschreiben lassen wollen. Das Pflichtgefühl spielt eine große Rolle, vor allem dann, wenn keine Vertretung vorhanden ist oder psychischer Druck dahinter steckt. Viele Beschäftigte glauben, wer lange oder häufig krank ist, verliert seinen Job.

Folgen des Präsentismus sieht die BAuA vor allem in nachlassender Leistungsfähigkeit und abnehmender Produktivität. Sie warnt vor Langzeitfolgen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Kosten von Präsentismus mindestens so hoch seien wie die Kosten von krankheitsbedingtem Fehlen.

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von Ines am 13.08.2012, 11:52 Uhr , Kategorie: Allgemein

Dieser Trend überrascht nicht wirklich…und macht dennoch betroffen. Laut DAK-Gesundheitsreport 2012 (Pressemitteilung vom 07.08.2012) haben sich im ersten Halbjahr 2012 die Arbeitnehmer bei einem Krankenstand von 3,6 % genauso häufig krankgemeldet wie in 2011. Bedenklich ist jedoch die Entwicklung der psychischen Erkrankungen. Sie machen inzwischen 13,6 % der Ausfalltage aus und steht damit auf Platz drei der Fehlzeiten. Vor 15 Jahren machten Depressionen & Co. nur 6,6 Prozent aller Fehltage aus und lagen noch auf dem 6. Platz. Heute liegen vor den psychischen Leiden nur noch Muskel-Skelett-Erkrankungen (21,3 %) und Atemwegsinfektionen (16,8 %). Durchschnittlich fehlte ein Beschäftigter in den ersten sechs Monaten 6,5 Tage im Job.

„Die Zahlen machen deutlich, dass der Handlungsbedarf für Betriebe bei Arbeitsorganisation und Prävention wächst“, kommentiert Herbert Rebscher, Chef der DAK-Gesundheit, die Entwicklung. Experten sehen laut Pressemitteilung unter anderem in mehr Stress und beschleunigten Arbeitsprozessen Risikofaktoren für psychische Erkrankungen.

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Das hat das Landesarbeitsgericht Rheinland-Pfalz (Urteil vom 05.09.2011, 5 Sa 152/11) entschieden. In diesem Kündigungsstreit ging es um eine 52 Jahre alte Maschinenbedienerin. Ihr gegenüber war eine ordentliche krankheitsbedingte Kündigung ausgesprochen worden. Denn: Sie hatte zwischen 2001 und 2009 an insgesamt 358 Arbeitstagen krankheitsbedingt gefehlt. Gegen diese Kündigung wehrte sich die Arbeitnehmerin. Sie war der Meinung, die Kündigung ist sozial ungerechtfertigt. Aufgrund ihrer krankheitsbedingten Fehlzeiten in der Vergangenheit kann keine negative Gesundheitsprognose getroffen werden, da die Ursachen dafür behoben sind.

Ähnlich sahen das auch die Richter. Wichtigste Voraussetzung einer krankheitsbedingten Kündigung ist die negative Gesundheitsprognose. Das heißt, die Kündigung ist nur gerechtfertigt, wenn
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von Ines am 23.09.2011, 13:53 Uhr , Kategorie: Allgemein

Der Fehlzeiten-Report wird jährlich vom Wissenschaftlichen Institut der AOK (WIdO), der Universität Bielefeld und der Beuth Hochschule für Technik Berlin herausgegeben. Er  informiert ausführlich über die Entwicklung des Krankenstands in der deutschen Wirtschaft und beleuchtet detailliert das Arbeitsunfähigkeitsgeschehen in den einzelnen Branchen.

Im Mittelpunkt des diesjährigen Fehlzeiten-Reports steht die „Führungsaufgabe Gesundheit„. Die Studie ergab, dass sich Beschäftigte von ihren Führungskräften Folgendes wünschen:Mehr Einsatz für die Mitarbeiter, mehr Feedback und öfter mal ein Lob für gute Arbeit. Das sich dieser Einsatz lohnt, geht ebenfalls aus dem Report hervor. Danach haben Mitarbeiter, die von ihren Vorgesetzten gut informiert werden und Anerkennung erfahren, weniger gesundheitliche Beschwerden und identifizieren sich häufiger mit ihrem Unternehmen. Die Herausgeber berichten in diesem Zusammenhang aus Projekten in diversen Unternehmen und zeigen Wege auf, wie gesundheitsfördernde Führung im Betrieb aussehen kann.

Darüber hinaus informiert der Report über die Ausfalltage der deutschen Wirtschaft insgesamt:
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Wenn Arbeit krank macht: Burnout, Stress und innere Kündigung“. So lautet der Titel der Fachtagung des ifb zum Thema Psychische Belastungen am Arbeitsplatz, die vom 03. – 05. Mai 2011 in Leipzig stattfindet. Die Wichtigkeit einer solchen Veranstaltung liegt auf der Hand. Zwar reden alle vom Aufschwung – und dennoch (oder vielleicht gerade deshalb?): Von dünnen Personaldecken, engen Zeitvorgaben, hohem Leistungsdruck und großer Angst um den Job sind viele Mitarbeiter betroffen. Die Fehlzeiten wegen seelischer Leiden steigen dramatisch! Mittlerweile ist Psycho-Stress der dritthäufigste Grund für Krankschreibungen. Doch in den Betrieben wird gegen psychische Belastungen noch immer viel zu wenig getan!
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Jahr für Jahr veröffentlicht das wissenschaftliche Institut der AOK-Krankenkasse seinen sog. „Fehlzeiten“-Report. Dieser will umfassend über die Krankenstandsentwicklung in der deutschen Wirtschaft informieren. Da das Institut Zugriff auf die Daten von fast 10 Millionen AOK-Versicherten hat, kann man von einer hohen Genauigkeit dieser Analyse ausgehen. Der neueste Report, der nun Anfang November präsentiert wurde, stellt zentral fest, dass der Krankenstand im letzten Jahr erneut gestiegen ist: Im Schnitt war ein Arbeitnehmer dabei 17,0 Tage krankgeschrieben, im Jahr davor waren es durchschnittlich noch 16,3 Tage. Hauptgrund ist vor allem
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