Des einen Freud des anderen Leid, besagt ein Sprichwort. Dies könnte ein gutes Beispiel dafür sein: Seit letztem Jahr gilt der neue Mindestlohn von 8,50 Euro für das Friseurhandwerk. Schritt für Schritt hatte ver.di das für die Friseurinnen und Friseure in Deutschland ausgehandelt. Jetzt machen sich erste Veränderungen bemerkbar. Weniger für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, als vielmehr für die Kunden: Die Preise können zum Teil nicht mehr gehalten werden. Um den gesetzlichen Mindestlohn zu finanzieren, sind beispielsweise Herrenhaarschnitte für weniger als 20 Euro künftig nicht mehr machbar, so der Unternehmenschef der Friseurkette Klier, der mit bundesweit 900 Salons und mehr als 5700 Mitarbeitern nach eigenen Angaben der größte Arbeitgeber der Branche ist. Das berichtet unter anderem der Spiegel. Laut dieser Presseinformation befürchten auch Konkurrenten, wie die börsennotierte Friseurkette Essanelle aus Düsseldorf, Einschnitte durch den Mindestlohn.

Was sich hier abspielt, gilt laut der WELT als Vorzeichen für andere Branchen mit hohen Personalkostenanteilen. Es stellt sich die Frage, ob die gesetzliche Lohnuntergrenze von 8,50, die ab dem kommenden Jahr für die gesamte Wirtschaft gelten soll, die Preise allgemein in die Höhe treiben wird. Die Auswirkungen sind, so die WELT „heiß umstritten“.

„Mann trägt wieder lang“, könnte eine Folge der Preiserhöhung im Friseurhandwerk sein. Zu befürchten ist, dass es dabei aber wahrscheinlich tatsächlich nicht bleiben wird.

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