Zum Jahresanfang ein skurriler Fall aus den USA: Dort hatte ein Zahnarzt aus Iowa nach 10 Jahren Zusammenarbeit plötzlich seine Zahnarzthelferin entlassen. Der Grund: Sie sei “zu unwiderstehlich” und deshalb eine Gefahr für seine Ehe. Das wollte sich die Frau nicht bieten lassen und zog vor Gericht. Dort erlebte sie jedoch die zweite Überraschung: Das Gericht lehnte ihre Diskriminierungsklage ab!

Der Zahnarzt hatte seine Assistentin neun Jahre lang korrekt behandelt, doch dann fing er eines Tages an, sich über ihre (angeblich zu enge) Kleidung zu beklagen, da diese ihn völlig aus dem Konzept bringe. Einmal teilte er ihr mit, sollte sie verdächtige Ausbeulungen seiner Hose bemerken, dann wisse sie, dass ihre Kleidung zu freizügig sei. Ein anderes Mal kommentierte er das unregelmäßige Sexleben der Zahnarzthelferin mit ihrem Mann: „Das ist wie einen Lamborghini in der Garage zu haben und ihn nie zu fahren.“

Die Ehefrau des Zahnarztes, die in derselben Praxis tätig ist, empfand die junge Blondine als Bedrohung für die Ehe und zwang ihren Mann zur Entlassung. Mit einem  Priester im Schlepptau (!) kam er der Forderung nach. Die Klägerin, selber verheiratet und Mutter zweier Kinder, sah sich dadurch als Frau diskriminiert. «Wäre ich ein Mann gewesen, wäre ich nicht arbeitslos geworden», so die Zahlarzthelferin.

Zwar verbieten die Gesetze in Iowa die Geschlechterdiskriminierung am Arbeitsplatz, doch sah das – im Übrigen ausschließlich männlich besetzte – Gericht in dem Verhalten des Zahnarztes keine Diskriminierung. Vielmehr habe der Mann sie entlassen, um keinen Ehebruch zu begehen – und das sei nicht verwerflich, sondern löblich. Für die Anwältin der Klägerin ein handfester Skandal, für die Vertedigung hingegen ein „Sieg für die familiären Werte“ und die Ehe: Es ermögliche künftig auch anderen Arbeitgebern, ihre Angestellten zu entlassen, um ihre Ehe zu retten.

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Lufthansa-Piloten müssen weiterhin in öffentlichen Flughafenbereichen ihre Pilotenmützen tragen, während für Pilotinnen die Mützenpflicht nicht gilt. Im Gegensatz zur Vorinstanz sah das LAG Köln darin keine Benachteiligung von Männern (Urteil vom 29.10.2012, Az.: 5 Sa 549/11).

Hintergrund des Rechtsstreits ist eine „Betriebsvereinbarung Dienstbekleidung“. Diese sieht vor, dass Frauen eine Pilotenmütze tragen können, aber die Mütze nicht zur vollständigen Uniform gehört. Männer dagegen müssen die Mütze zwingend in dem der Öffentlichkeit zugänglichen Flughafenbereich anhaben.

Der klagende Pilot war für einen Flug nach New York eingeteilt. Während der Flugvorbereitung wurde er von seinem Vorgesetzten gefragt, ob er seine Pilotenmütze bei sich führe. Der Pilot verneinte dies und berief sich unter Hinweis auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darauf, dass die Vorschrift der Betriebsvereinbarung nichtig sei. Er wurde daraufhin von dem Flug abgesetzt. Mit seiner Klage wollte er grundsätzlich klären lassen, ob es rechtmäßig ist, nur Männer zum Tragen der Pilotenmütze zu verpflichten.
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von Thomas am 29.10.2010, 08:43 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Gestern wurde in Berlin der erste „Deutsche Männergesundheitsbericht“ vorgestellt. Das Ergebnis: Männer sind das vernachlässigte Geschlecht! Ihre Lebenserwartung liegt rund fünfeinhalb Jahre unter der von Frauen, ihre psychischen Erkrankungen bleiben oft unerkannt und ihre Selbstmordrate liegt deutlich höher als beim weiblichen Geschlecht.

Ein Grund für die unerkannten psychischen Erkrankungen liegt laut der Sozialwissenschaftlerin Anne Maria Möller-Leimkühler darin, dass Männer aus Angst vor einer Stigmatisierung keine Hilfe in Anspruch nehmen. Resultate sind dann oft Alkohol- und Drogenabhängigkeit sowie Gewaltausbrüche.

Auch die Arbeitswelt belastet die Männergesundheit. Dies liegt zum Teil daran, dass Männer häufiger
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