Kranke Arbeitnehmerin am SchreibtischEin extra Bonus für Mitarbeiter, die sich krank zur Arbeit schleppen? Ist das etwa die dümmste Idee aller Zeiten? Derartige Kommentare kann man gerade auf Facebook lesen (wo sonst?). Gemeint ist die neue Gesundheitsprämie, die der Daimler-Konzern soeben per Betriebsvereinbarung eingeführt hat.

Ist es tatsächlich eine Gesundheitsprämie oder doch mehr eine Bestrafung für Kranke?

Zwei Jahre lang testete Daimler den neuen „Anwesenheitsbonus“ in einem großen Pilotprojekt. Jetzt wird es ernst: Jeder Mitarbeiter, der ein Jahr lang krankheitsbedingt nicht fehlt, erhält eine Extra-Prämie von 200 Euro auf sein Gehalt. Gerade wurde mit dem Betriebsrat eine neue Betriebsvereinbarung geschlossen.

Bereits im Vorfeld schlugen die Wellen hoch. Eine Prämie fürs Nichtkranksein? Was soll das? Welche Anreize werden da gesetzt? Und welche Auswüchse könnte das nach sich ziehen? Kommen Mitarbeiter krank zur Arbeit, um ihren Anspruch nicht zu verlieren? Zumindest eins ist offensichtlich: Die Prämie wird auf 50 Euro pro Quartal geviertelt und ist allein dadurch vermutlich viel zu niedrig, um wirklich Kranke aus dem Bett zu holen. Aber ist sie auch niedrig genug, um zumindest nicht doch mal verschnupft ins Büro oder in die Produktion zu gehen? Hier werden dann die gesunden Kollegen angesteckt, die sich bedanken. aber das ist wieder eine andere Sache.

Die Gesundheitsprämie ist sowohl bei Belegschaften als auch bei Gesundheitsexperten umstritten. Das betrifft nicht nur Daimler, sondern alle Unternehmen, die hier aktiv sind. Der Autobauer tat gut daran, die Sache über Jahre zu testen. Das Ergebnis führte jedenfalls nicht dazu, dass man die Sache wieder abblies.

Die Stuttgarter Nachrichten zitieren den Betriebsratsvorsitzenden Michael Brecht. Er stellt die Zustimmung des Betriebsrats als Teil einer Interessenabwägung dar. Die Mitarbeiter erhielten zukünftig unbefristet einen umfassenden, kostenlosen Gesundheitscheck, wohingegen der Anwesenheitsbonus in zwei Jahren wieder auslaufen werde. Wahre Überzeugung drückt man anders aus.

Gesundheitsförderung und Prävention – es sind gute und richtige Wege im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Die Regelung bei Daimler selbst ist tatsächlich viel differenzierter, als sie hier dargestellt wurde. So sind etwa auch Härtefallregelungen vorgesehen.

Beim Stuttgarter Autobauer werden traditionell vergleichsweise hohe Gehälter gezahlt. 50 Euro mehr im Quartal werden da als Antrieb bei den meisten nicht viel bewirken. Darum ist klar: Es geht nicht so sehr um das Geld und die Prämie, sondern um etwas anderes: Die Signalwirkung. „Bleib gesund“ sagt das Unternehmen „und wir geben dir dafür etwas – mehr oder weniger symbolisch“. Dazu gibt es äußerst reale Vorsorgeprogramme, hochwertige medizinische Checks und Gesundheitskurse. Nicht schlecht.

Die Gesundheit der Mitarbeiter scheint bei Daimler weit oben zu stehen – gerade auch wegen dieser umstrittenen Anwesenheitsprämie. Ob sie der Gipfel der Erkenntnis ist, wird sich noch zeigen. Als Teil eines größeren Pakets wird man sie verkraften können.

Und Sie? Kein Job bei Daimler, aber ebenfalls Interesse, die Gesundheit der Kollegen (noch) mehr in den Mittelpunkt zu stellen? ifb-Seminare zum Arbeits- und Gesundheitsschutz weisen den Weg

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Noch ist es nur ein Spielzeug. Ein teures Spielzeug, das es in Deutschland derzeit nicht zu kaufen gibt. Aber das wird sich wohl bald ändern.

Google Glass ist eine Hightech-Brille. In ihr Gestell ist ein Hochleistungs-Computer im Miniformat montiert. Das Brillenglass wird zum Monitor. Auf dieses werden Daten projiziert, die der Träger der Brille direkt vor Augen hat. Egal wohin er seinen Blick richtet. Das Bild der echten Umgebung wird für ihn um weitere Daten ergänzt. Für den sog. Lifestyle-Bereich funktioniert das offenbar schon ganz gut. Da hat der Läufer seine aktuelle Zeit vor Augen, der Autofahrer die Navigation und als Besucher einer Stadt kann man sich wichtige Infos zu Sehenswürdigkeiten einblenden lassen.

Wie gesagt, bisher ist es nur ein Spielzeug. Ein Spielzeug aber, das bald den Sprung in die Arbeitswelt vornehmen wird. Auf der Sonderausstellung „Schöne schlaue Arbeitswelt“ der DASA in Dortmund kann man sich darüber informieren.

Eine Visison: Ein Ingenieur repariert eine komplizierte Maschine. Die Datenbrille zeigt ihm genau an, wo sein nächster Handgriff sitzen muss und um was es sich bei dem dem einen oder anderen Teil genau handelt. Noch eine Vision: Der Chemiker, der im Labor an Substanzen forscht, bekommt die nächsten Schritte eingeblendet. Samt detaillierter Arbeitsanweisung und wichtigen Warnhinweisen.

Manche Arbeitgeber sind offenbar schon ganz verrückt danach. Der erste Gedanke:
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Am 28. April findet jedes Jahr der Tag für Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz statt. Der Aktionstag wurde durch das International Labour Organisation (ILO) eingeführt, um sichere, gesunde und menschenwürdige Arbeit zu fördern.

Die ILO weist in diesem Zusammenhang auf die hohe Anzahl der arbeitsbedingten Todesfälle und Arbeitszeitausfälle hin, deren Folgen nicht nur für die Unternehmen selbst, sondern für die gesamte Volkswirtschaft von höchster Bedeutung sind. Eine gute Prävention wird immer bedeutsamer. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung wäre es nach Einschätzung der ILO, mehr und bessere Daten über Berufskrankheiten zu erheben, um die Probleme und Herausforderungen besser sichtbar zu machen. In vielen Ländern liegen nur Angaben über Arbeitsunfälle vor. Ebenso entscheidend sind gute nationale Arbeitsschutz- und Arbeitssicherheitssysteme mit einer funktionierenden Aufsicht, Präventions- und Informationsprogrammen sowie einer ausreichenden Versicherung.

Die geforderten Präventionsmaßnahmen beziehen sich übrigens nicht nur auf die „Klassiker“ wie Unfallverhütung oder Muskel- und Skeletterkrankungen. Wachsende Aufmerksamkeit erfahren stressbedingte Erkrankungen. Denn auch hinsichtlich dieser Thematik hat der Arbeitgeber die Pflicht, die Arbeit ist so zu gestalten, dass eine Gefährdung für das Leben sowie die physische und die psychische Gesundheit möglichst vermieden und die verbleibende Gefährdung möglichst gering gehalten wird. In Deutschland wird dies ausdrücklich im Arbeitsschutzgesetz geregelt (§ 4 Abs. 1 Nr. 1).

Doch ohne Eigenverantwortung geht nichts: Auch Arbeitnehmer sind gefragt, wenn es um das Erkennen von Risiken, um Aufklärung und den sozialen Dialog über geeignete Maßnahmen geht, so das ILO.

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Vor vier Wochen haben wir schon mal darauf hingewiesen, nächste Woche ist es soweit: Die A+A Messe für persönlichen Schutz, betriebliche Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit öffnet vom 18. bis 21. Oktober 2011 auf der Messe Düsseldorf ihre Tore. Rund 1.500 Aussteller aus vielen Ländern der Welt werden vertreten sein. Im Vordergrund stehen innovative Produkte, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und die maßgeblichen Entwicklungen im Bereich Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb. Diese Veranstaltung ist für Betriebsräte hochinteressant, in den letzten Jahren fanden sich deswegen auch sehr viele betriebliche Interessenvertreter im Fachpublikum.

Tipp: Im Rahmen der diesjährigen Veranstaltung wurde ein „Tag der Betriebs- und Personalräte“ eingerichtet, der speziell am 20.10. für ein umfassendes Informations- und Diskussionsangebot bietet!

Das ifb Institut zur Fortbildung von Betriebsräten ist dieses Jahr mit einem eigenen Stand vertreten (Halle 10, Stand G49).
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Betriebs- und Personalräte spielen eine zentrale Rolle für Sicherheit, Gesundheit und Arbeitsgestaltung im Betrieb. Sie müssen sich heute mit der ganzen Breite des Arbeits- und Gesundheitsschutzes befassen, die vom Unfallschutz und Maschinensicherheit über psychische Belastungen bis hin zu neuen Themen wie Demografie reicht. Dieser Besonderheit will auch die größte Messe für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin, A+A, Rechnung tragen. Daher wurde im Rahmen der diesjährigen Messe (18. – 21.10. in Düsseldorf) ein „Tag der Betriebs- und Personalräte“ eingerichtet, der am 20.10. für diese spezielle Zielgruppe ein umfassendes Informations- und Diskussionsangebot bietet. Es werden u.a. Themen wie Psychische Belastungen erfassen und reduzieren, Die DGUV Vorschrift 2, Aufschwung auf Kosten guter Arbeit?, Gute Arbeit jetzt! und nicht irgendwann, Arbeitsschutzausschuss, Unterweisung, Arbeitsplatzbegehung oder Dienstvereinbarung zur Gesundheitsförderung vorgetragen und diskutiert. Seien Sie doch auch dabei!!!!!

Und wenn Sie dann noch Zeit und Lust haben, kommen Sie kurz am ifb-Stand vorbei. Wir freuen uns!! Sie finden uns in Halle 10 Stand G49.

Ines H.

Bildquelle: © Messe Düsseldorf GmbH

 

von Thomas am 08.08.2011, 09:29 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Arbeitnehmer, die in ihrem Job permanent unterfordert sind, sich langweilen und nichts Wichtiges zu tun haben, leiden in ihrem Beruf.

Dass ein lauer Job, das Schönste sein kann, was einem in der Arbeitswelt passieren kann, ist ein weit verbreiteter Irrtum, erklärt der Fachautor Peter Werder im heute.de-Interview. Auf Dauer überfordert einen die Unterforderung. Im Ergebnis kann dies genauso schlimm sein wie Dauerstress. In Deutschland leiden ca. 15% der Arbeitnehmer an diesem Syndrom, das von Fachleuten „Boreout“ genannt wird. Das ist allerdings ein Tabuthema, denn wer im Job nicht gestresst ist, wird von der Gesellschaft als nicht
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von Peter am 12.07.2011, 10:40 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Innenraumarbeitsplätze wie zum Beispiel Büros verfügen, was die Gesundheitsbelastung angeht, an sich über die allerbesten Voraussetzungen: Hier wird nicht mit Gefahrstoffen hantiert und die Lärmbelastung ist normalerweise auch halbwegs erträglich. Klagen Beschäftigte an solchen Orten über Symptome wie brennende Augen, eine laufende Nase oder ständige Kopfschmerzen, kommt möglicherweise ein sog. Sick-Building-Syndrom als Ursache in Betracht.

Im Innenraum zu arbeiten kann viele Vorteile haben, Arbeitnehmer sind aber auch hier keinesfalls frei von gesundheitlichen Belastungen, ganz im Gegenteil!
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von Peter am 21.03.2011, 10:30 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Befremdlicher Anblick im Großraumbüro! Der Kollege nebenan beginnt plötzlich damit, seine Arme in die Luft zu reißen und dann nach oben zu greifen und zu greifen und zu greifen. Immer ins Leere hinein … ja hört der denn gar nicht mehr auf damit? Was genauso bescheuert aussieht, wie es hier klingt, ist eine der Standardübungen für Büroarbeiter, um den vom Sitzen und in den Computer Hacken gestressten Körper zu entspannen. Nicola Holzapfel stellt dazu in den „Führungsspitzen“ der Süddeutschen Zeitung fest: „Der Mensch ist nicht fürs Büro gemacht – er tut nur so. Leider fällt das manchmal auf.“

Allein: es gibt kaum Alternativen für den geplagten Schreibtischmenschen. Acht Stunden, oft mehr, in artungerechter Haltung rumhocken?
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Soeben wurde eine neue Info-Plattform freigeschaltet, die sich ausschließlich dem Thema Arbeits- und Gesundheitsschutz widmet. Vor allem Arbeitnehmervertreter wie Betriebsräte aber auch die Vertrauenspersonen der Schwerbehinderten (Schwerbehindertenvertretung) erhalten hier viele aktuelle Informationen, Artikel aus Fachzeitschriften im Volltext, Seminar- und Literaturempfehlungen.

Link zum Portal

Wer Interesse an besonders qualifizierten Weiterbildungen hat, sollte sich unbedingt
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von Peter am 04.11.2009, 17:41 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Auf der Fachmesse „A+A 2009“, die derzeit in Düsseldorf stattfindet und bei der sich alles um die Themen Arbeitschutz und Arbeitsmedizin dreht, wurde vom neuen Bundesarbeitsminister Franz Josef Jung der „Deutsche Arbeitsschutzpreis 2009“ verliehen.

Gewonnen haben diese Unternehmen:

  • ZF Sachs AG aus Schweinfurt
  • Concert GmbH aus Pritzwalk
  • Mönninghoff GmbH & Co. KG aus Senden
  • A.H. Winterberg GmbH & Co. KG aus Wuppertal
  • Schiller Zahntechnik GmbH aus Salzgitter

Der Preis möchte besonders gute Praxisbeispiele betrieblicher Vorsorge bekannt machen. So hat zum Beispiel der Zellulosehersteller Schiller ein umfassendes Gesundheitsprogramm für die dort Beschäftigten ins Leben gerufen und darüberhinaus einen neuen Ausbildungslehrgang zum „Betrieblichen Gesundheitsmanager“ entwickelt.

Weiterführende Infos zu den Preisträgern.

Peter