Es gibt nichts, was es nicht gibt. Da schlagen sich Politik und Arbeitsgerichte – zu Recht! – mit dem brisanten Thema Leiharbeit rum, und dann muss man lesen, dass selbst das manchen Arbeitgebern nicht reicht. Nein – die Gesamthafenbetriebs-Gesellschaft m.b.H. (GHB) beschäftigt sogar Tagelöhner, um den stark schwankenden Arbeitsanfall auszugleichen. Bitte was? Richtig gehört: Tagelöhner! Dieser etwas verstaubt anmutende Begriff – eine ebenfalls schöne Bezeichnung dafür ist „unständig Beschäftigter“ – bezeichnet laut Wikipedia Arbeitnehmer, die nicht ständig bei demselben Arbeitgeber beschäftigt sind und in keinem festen Arbeitsverhältnis stehen.
Die Problematik: Seit Jahren beschäftigte die GHB unständig Beschäftigte mit der Begründung, vorübergehenden Mangel ausgleichen zu müssen. Nur: von einem vorübergehenden Mangel konnte nicht die Rede sein! (weiterlesen …)
Die Arbeitsbedingungen in der Dienstleistungsbranche haben sich in den letzten Jahren gravierend verändert. Wie kommen Beschäftigte, die unter 35 Jahre alt sind, damit zurecht? Und welche Auswirkungen haben diese Veränderungen für die Einstellung zum Beruf, zum Privatleben aber auch zum Engagement für bessere Arbeitsbedingungen im Betrieb?
Eine Tübinger Forschungsgruppe untersuchte im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung, warum sich 25-35 jährige Beschäftigte im Dienstleistungssektor scheinbar nur schwer für die Mitbestimmung und Arbeit in Betriebsräten gewinnen lassen (Studie “Was bewegt junge Menschen?”). Wichtigstes Ergebnis: Die Befragten meinten überwiegend, dass sie keine Zeit dafür hätten. Eine jüngere Frau macht es im Interview deutlich: (weiterlesen …)
Nun also doch kein Chaos an deutschen Flughäfen: Der für heute von der Gewerkschaft der Flugsicherung (GdF) geplante Streik der Fluglotsen wurde im allerletzten Moment gestoppt. Mitten in der Nacht hatte die Deutsche Flugsicherung (DFS) den Schlichter angerufen, kurz nachdem die Arbeitsgerichte den Streik in zwei Instanzen für rechtmäßig erklärt hatten. Es war bereits der zweite Streikversuch der Fluglotsen. Erst vergangene Woche waren sie mit ihren Plänen gescheitert, da das Arbeitsgericht Frankfurt eine ihrer Forderungen für rechtswidrig erklärte. Mit angepassten Forderungen gingen sie erneut auf Konfrontationskurs – und siegten vor Gericht. „Im Sinne der betroffenen Fluggesellschaften und der Passagiere ist die Schlichtung daher das einzige Mittel, um die GdF wieder an den Verhandlungstisch zu bewegen.“, so die DFS in ihrer Pressemitteilung.
Tausende Flüge und hunderttausende Passagiere wären von dem Streik betroffen gewesen. Mit der Anrufung des Schlichters gilt nun die sogenannte Friedenspflicht. (weiterlesen …)
Die Altersstruktur in unseren Unternehmen verschiebt sich immer mehr in eine Richtung. Dieser Trend wird sich auch in Zukunft weiter verstärken. Fachleute nennen diesen Prozess „immer weniger junge und immer mehr ältere Beschäftigte“ zu haben „demografischen Wandel“.
Wie das Handelsblatt letzte Woche berichtete, wollen die Gewerkschaft IG BCE und die Chemie-Arbeitgeber dieser Entwicklung mit einem Lebensarbeitszeit-Model begegnen. Dieses soll nicht nur eine Arbeitszeitverkürzung ermöglichen, wie sie nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz schon heute möglich ist, sondern enthält einen besonderen Kniff: Die individuelle Lohnentwicklung des Arbeitnehmers soll trotz größerer Arbeitszeitschwankungen möglichst stetig bleiben. Das heißt: Wer als junger Arbeitnehmer seine Arbeitszeit reduziert, muss dann eben später diese Zeit nacharbeiten. Man spricht von einer „lebensphasenorientierten Arbeitszeit“. So hat der Arbeitnehmer die Möglichkeit bei Bedarf ohne Gehaltseinbußen (weiterlesen …)
Irgendwie ist kein Ende in Sicht: Die Gewerkschaften streiten sich schon eine gefühlte Ewigkeit mit Schlecker. Weil sie Namenslisten führt, ist die Drogeriemarkt-Kette Schlecker aktuell stark in der Kritik. Die Gewerkschaft Ver.di ist in Hab-Acht-Stellung und sieht darin ein Mittel, sich von missliebigen Mitarbeitern trennen zu können. Das berichtet kürzlich der Focus.
Nach Ansicht von Ver.di verstößt die Drogeriemarkt-Kette mit ihren Mitarbeiterlisten, die leider trauriger Alltag sind, zwar nicht gegen das Recht, aber gegen den Anstand. Schlecker selbst leugnet das Vorhandensein dieser Listen nicht und gibt als Grund dafür die Beurteilung von Beschäftigten an. Die Gewerkschaft sieht dahinter jedoch den Versuch, unter zweifelhaften Begründungen Mitarbeiter loszuwerden, die dem Management ein Dorn im Auge sind. Auffallend sei vor allem, dass hauptsächlich Betriebsratsmitglieder sowie ältere, gut bezahlte Arbeitnehmer auf den Listen stehen. „Das ist moralisch höchst bedenklich. Das hat nichts mit Mitarbeiterführung zu tun“, sagte der Ver.di-Landesfachbereichsleiter Handel, Bernhard Franke dem Magazin.
Auch nach Meinung von Betriebsräten markiert die Kennzeichnung der Namen mit zwei Daten (weiterlesen …)
Entwickelt sich Deutschland langsam aber sicher zu einer 400 Euro-Republik? Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung üben bereits über 7 Millionen Beschäftigte hierzulande einen sog. Minijob aus. Tendenz: Steigend! Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit sind vor allem im Groß- und Einzelhandel, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen 400-Euro-Jobs bereits an der Tagesordnung.
Was genau versteht man unter einem 400 Euro-Minijob?
Ein Minijob ist eine sog. geringfügige Beschäftigung, bei der der Verdienst bis zu 400 Euro pro Monat betragen darf. Für den Arbeitnehmer ist ein solcher Job (weiterlesen …)
Tolle Sache bei Volkswagen: Der Konzern hat eben bekanntgegeben, dass 2.200 Leiharbeitnehmer in die Stammbelegschaft übernommen werden sollen. Gibt es also doch das oft beschworene “Sprungbrett Leiharbeit“, welches eine Brücke vom atypischen zum typischen Normalarbeitsverhältnis bauen soll? In diesem Fall lautet die Antwort eindeutig: ja! Generell sind wir aber leider meilenweit von einem solchen Sprungbrett entfernt. Die Zahlen sind sehr bedrückend: Nur sieben Prozent der Leiharbeitnehmer schaffen es, (weiterlesen …)
Das werden sich viele Pendler gedacht haben, als sie erfuhren, dass heute Morgen von sechs bis acht Uhr die Lokomotivführer Gewerkschaft GDL zum Streik aufgerufen hat. Und tatsächlich folgten viele Lokführer dem Ruf ihrer Gewerkschaft: 80 Prozent der Züge sind bundesweit ausgefallen oder waren massiv verspätet.
Glück haben dabei noch diejenigen gehabt, die auf ein anderes Gefährt ausweichen konnten. Pech hingegen diejenigen, die bei bitterer Kälte frierend am Bahngleis stehen mussten, um auf ihren verspäteten Zug zu warten. Die Solidarität mit den streikenden Eisenbahnern wächst dabei nicht gerade.
Aber worum geht es bei dem Streik überhaupt? (weiterlesen …)
Die Arbeiterwohlfahrt München (Awo) hat bis heute insgesamt mehr als 100 Arbeitnehmer aus ihrer Gesellschaft in einen Verein sowie in eine GmbH ausgegliedert. Ziel ist es, zu verhindern, dass mehr Betriebsräte freigestellt werden müssen. Das berichtet aktuell die Süddeutsche Zeitung. Durch diese Umstrukturierung wird die Grenze von 1500 Mitarbeitern nicht überschritten, ab der ein weiterer Betriebsrat freigestellt werden könnte.
Es geht ums Geld! Ein freigestellter Betriebsrat kostet das Unternehmen 50.000 bis 60.000 Euro im Jahr, so Awo-Chef Jürgen Salzhuber in der Süddeutschen. Laut seiner Berechnung wären das bei vier freigestellten Betriebsräten in zehn Jahren zwei neue Pflegeheime. Aber nicht nur die finanzielle Belastung an sich beanstandet er, sondern auch (weiterlesen …)
Er war Öffentlichkeitsarbeiter bei der SPD, Leiter des Bundestagswahlkampfs und Leiter der Planungsabteilung im Bundeskanzleramt unter Willy Brandt und Helmut Schmidt: Es dürfte nicht viele geben, die sich so gut im Politikbetrieb der letzten Jahrzehnte auskennen wie Volkswirt Albrecht Müller. Seit über zehn Jahren ist er Mitherausgeber der Nachdenkseiten, die gegen Meinungsmache und Kampagnenjournalismus kämpfen. Und das mit Erfolg: Bis zu 50.000 Besucher werden täglich auf der Webseite www.nachdenkseiten.de gezählt.
Im Interview mit der Zeitschrift “der betriebsrat” (Ausgabe 1/2011, pdf-Datei ca. 71 KB) verdeutlicht Müller, wie wichtig ein kritischer Journalismus und unabhängige Medien für unsere Gesellschaft sind. Dabei möchte er ausdrücklich auch Betriebsräten mit seinen (weiterlesen …)
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