Weiße Frau und dunkelhäutiger Mann in RedaktionGut gemeint ist oft leider nicht gut gemacht: Das ambitionierte Ziel, den Anteil von Frauen in bestimmten Positionen zu erhöhen, geht als Schuss nach hinten los, wenn sich die vom Unternehmen dafür vorgesehene Maßnahme als Verstoß gegen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) entpuppt. Oder anders gesagt: Wenn statt Frauen zur Abwechslung mal die Männer diskriminiert werden.

Im Juni 2014 beschäftigte sich das Arbeitsgericht Berlin mit einer Stellenanzeige der überregional erscheinenden alternativen Berliner Zeitung „taz – tageszeitung“. In dieser suchte die Redaktion für eine Volontariatsstelle ausdrücklich eine „Frau mit Migrationsgeschichte“. Ines Pohl ist die Chefredakteuerin der taz. Dem Berliner Tagesspiegel sagte sie, „die taz wolle Vielfalt nicht nur predigen, sondern auch leben“. Die Volontariatsstelle sollte ein aktiver Beitrag sein, um den Anteil von Frauen in Führungspositionen im Journalismus zu erhöhen.

Beworben hatte sich auch ein gebürtiger Ukrainer. Den gewünschten Migrationshintergrund konnte er vorweisen, das passende Geschlecht nicht. Die taz lehnte ihn von vornherein ab und kommunizierte das auch ganz offen.
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von Susanne am 22.01.2013, 14:20 Uhr , Kategorie: Frauen im Beruf, Gleichberechtigung

Da ist mal einer mit Karacho ins Fettnäpfchen gesprungen: Im Berliner Zoo leistete sich der Direktor Bernhard Blaszkiewitz den Fauxpas, in einem internen Dokument die Vornamen seiner Mitarbeiterinnen mit dem Code 0,1 zu ersetzen. Hierzu muss man wissen, dass dieser Code in der Zoologie zur Kennzeichnung weiblicher Tiere benutzt wird.

Die Frau als Zuchtstute? Mit diesem zweifelhaften „Kompliment“ versuchte sich der Zoo-Chef auch noch aus der Affäre zu ziehen: Er wehrte sich gegen die Anschuldigungen mit der Begründung, die Klassifizierung von Frauen-Namen mit dem Zusatz 0,1 für „Weibchen“ – in der Zoo-Welt auch eine Bezeichnung für „Zuchtstute“ – sei „nicht etwa eine Bezeichnung von Missachtung“, vielmehr sei das von ihm „als Höflichkeit gegenüber den weiblichen Mitarbeitern gedacht“. Ah ja!

Nicht nur die Zoo-Mitarbeiter(innen) sind – im wahrsten Sinne des Wortes – tierisch sauer.
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Lufthansa-Piloten müssen weiterhin in öffentlichen Flughafenbereichen ihre Pilotenmützen tragen, während für Pilotinnen die Mützenpflicht nicht gilt. Im Gegensatz zur Vorinstanz sah das LAG Köln darin keine Benachteiligung von Männern (Urteil vom 29.10.2012, Az.: 5 Sa 549/11).

Hintergrund des Rechtsstreits ist eine „Betriebsvereinbarung Dienstbekleidung“. Diese sieht vor, dass Frauen eine Pilotenmütze tragen können, aber die Mütze nicht zur vollständigen Uniform gehört. Männer dagegen müssen die Mütze zwingend in dem der Öffentlichkeit zugänglichen Flughafenbereich anhaben.

Der klagende Pilot war für einen Flug nach New York eingeteilt. Während der Flugvorbereitung wurde er von seinem Vorgesetzten gefragt, ob er seine Pilotenmütze bei sich führe. Der Pilot verneinte dies und berief sich unter Hinweis auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) darauf, dass die Vorschrift der Betriebsvereinbarung nichtig sei. Er wurde daraufhin von dem Flug abgesetzt. Mit seiner Klage wollte er grundsätzlich klären lassen, ob es rechtmäßig ist, nur Männer zum Tragen der Pilotenmütze zu verpflichten.
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Ein HIV-Positiver Arbeitnehmer erstritt von seinem Arbeitgeber eine Entschädigung wegen Diskriminierung. Er war in einer internen Stellenausschreibung  – harmlos ausgedrückt – benachteiligt worden. Tatsächlich wurde er gar nicht erst berücksichtigt.

Das Berliner Unternehmen hatte intern eine Stelle zur Besetzung ausgeschrieben. Zahlreiche hausinterne Bewerbungen gingen ein, unter ihnen auch die eines HIV-positiven Mannes.
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von Peter am 21.12.2009, 16:19 Uhr , Kategorie: Allgemein

Stell Dir vor Dein Betrieb macht Weihnachtsfeier, und Du wirst erst gar nicht eingeladen…

Diese, für manche sicher gar nicht mal so unangenehme Erfahrung musste die Mitarbeiterin einer Schwimmschule in Hannover machen. In seinem Blog berichtet Rechtsanwalt Michael Felser über Einzelheiten des Falls: Die Kollegin wurde im Jahr 2008 von ihrem Arbeitgeber nicht zur betrieblichen Weihnachtsfeier eingeladen. Damals war sie hochschwanger, weswegen ihr Chef gemeint haben soll, dass er sie als Schwangere „überhaupt nicht mehr sehen“ wolle. Die Arbeitnehmerin zog die Notbremse und klagte auf  Entschädigung in Höhe von 4.200,- Euro wegen Diskriminierung und Verstoß gegen das Benachteiligungsverbot gem. § 15 AGG (Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz).

Bei der Güteverhandlung, die kürzlich vor dem Arbeitsgericht Hannover stattfand, konnte keine Eingung erzielt werden.

Peter