Daimler, Globalisierung, Brasilien, BetriebsratGlobalisierung mal anders: Eine Kontinente übergreifende Solidarität zeigte der deutsche Betriebsrat von Daimler, nachdem er erfuhr, dass im konzerneigenen Lastwagenwerk São Bernardo do Campo (bei Sao Paolo in Brasilien, Foto) etwas 1.500 der 10.000 Stellen durch Kündigung sehr kurzfristig wegfallen sollten. Das Thema kam auf TOP 1 der hauseigenen Agenda, schnell war klar: Den brasilianischen Kollegen musste sofort geholfen werden.

Von Deutschland aus startete man eine PR-Offensive. Der BR-Vorsitzende Michael Brecht forderte das Unternehmen auf, die Kündigungen unverzüglich zurücknehmen. Angesichts der guten wirtschaftlichen Situation bei Daimler ingesamt, seien die personellen Maßnahmen nicht nachvollziehbar. Gleichzeitig traten die Kollegen auf der anderen Seite der Erdkugel in einen unbefristeten Streik.

Der weltumspannende Druck, so formuliert es die Süddeutsche Zeitung, zeigte Wirkung: Daimler nahm die Kündigungen tatsächlich zurück. Stattdessen wurde die Arbeitszeit der Beschäftigten
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Tabletten, PillenMehrarbeit, Überstunden und eine Produktion, die auf vollen Touren lief. Dennoch: Nichts scheint bei Salutas Pharma in Stuttgart-Gerlingen mehr zu helfen. Eigentlich sollte im Herbst das 40jährige Standortjubiläum gefeiert werden. Doch vor einer Woche dann die Nachricht von oben, die die Beschäftigten wie ein Blitz traf: Der Betrieb wird geschlossen, er wird ins Ausland verlagert. Der Grund dafür: Mangelnde Wettbewerbsfähigkeit.

Knapp 300 Mitarbeiter verpacken für das Tochterunternehmen des Pharma-Giganten Sandoz/Hexal „feste Darreichungsformen“ von Arzneimitteln, also Pillen, Kapseln und Tabletten. Man labelt und etikettiert. Das ist in der Branche eine ziemlich wichtige Arbeit. Für jedes Land, in das exportiert wird, gelten andere Vorschriften. Da muss genauestens aufgepasst werden, um Verstöße gegen nationales und anderes Recht zu vermeiden. In Gerlingen wird mit Generika gearbeitet, also mit Nachahmerprodukten regulärer Arzneimittel. Weil die Kostenvorgaben im Gesundheitswesen in Deutschland und in anderen europäischen Ländern unter massivem Preisdruck sind, scheint die Rentabilität des Werkes dramatisch gesunken zu sein.

Und das, obwohl die Mitarbeiter nach Angaben der Betriebsratsvorsitzenden Gabriele Eisinger alles
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