Na klar, sagt das Verwaltungsgericht Berlin in einer Pressemitteilung (Nr. 29/12 vom 15.08.2012). Mitarbeiter einer Konditorei müssen danach nicht zwingend helle Arbeitskleidung tragen. Dunkle Bekleidung verstößt nicht gegen lebensmittelrechtliche Vorgaben und ist auch nicht unhygienisch, so das Urteil (vom 26.07.2012, VG 14 K 342.11).

Folgender Fall lag den Berliner Richtern vor: Die Betreiberin einer Konditorei stattet ihre Mitarbeiter im Verkaufsbereich mit folgender Arbeitskleidung aus: Schwarze Bluse bzw. Oberhemd und bordeauxrote Wickelschürze. Das Bezirksamt ordnete eines Tages an, die Arbeitskleidung müsse hell sein, damit Verunreinigungen schnell und leicht erkannt werden können. Hiergegen widerspricht die Konditorin. Sie argumentiert, dass ihre Mitarbeiterinnen stets angewiesen werden, saubere Arbeitskleidung zu tragen. Dies wird auch kontrolliert. Außerdem ist ihrer Meinung nach dunkle Arbeitskleidung viel geeigneter als helle, denn die in ihrem Bereich auftretenden Verschmutzungen mit hellen Flecken von Mehl bzw. von hellen Cremes sind auf dunkler Kleidung schließlich viel leichter zu erkennen als auf heller.

So sieht das auch das Verwaltungsgericht Berlin. Dunkle Arbeitskleidung verstößt nicht gegen lebensmittelrechtliche Vorgaben. Es muss lediglich sichergestellt werden dass Personen, die in einem Bereich arbeiteten, in dem mit Lebensmitteln umgegangen wird, ein hohes Maß an persönlicher Sauberkeit halten. Sie haben geeignete und saubere Arbeitskleidung sowie erforderlichenfalls Schutzkleidung zu tragen (Verordnung EG Nr. 852/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates). Die Farbe der Arbeitsbekleidung ist kein Kriterium für die Angemessenheit der Arbeitskleidung.

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Fristlos entlassen: Ein Hygieneskandal im Klinikum Bremen-Mitte hatte für den Chefarzt der Frühchenstation schwerwiegende Folgen. Die Klinikleitung entschied sich dafür, ihn mit sofortiger Wirkung zu entlassen. Insgesamt 23 Babys hatten sich im November vergangenen Jahres im Klinikum-Mitte mit einem resistenten Darmkeim angesteckt. Drei von ihnen starben. Mit Urteil vom 23.05.2012 (Az.: 2 Ca 2565/11) erklärte das Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven nun die außerordentliche Kündigung für unwirksam und gab damit der Kündigungsschutzklage des Chefarztes statt.

Die Klinikleitung hatte die Kündigung damit begründet, dass der Chefarzt den Keimausbruch nicht rechtzeitig erkannt und ausreichend eingedämmt haben soll. Das Arbeitsgericht Bremen-Bremerhaven konnte hingegen
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von Ines am 10.06.2011, 08:32 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Die Angst vor EHEC geht zur Zeit in Deutschland um – und wird auch von der Presse entsprechend geschürt. Aber ob viel „Panikmache“ oder nicht: Sachliche Informationen und Prävention sind nicht nur im Privaten sondern auch im Arbeitsalltag gefragt. Sowohl Arbeitgeber als auch Mitarbeiter sind zur Vorsorge aufgefordert, so Dr. Wolfgang Panter, Präsident des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Um sie damit nicht alleine zu lassen, gibt das VDBW jetzt Tipps, was besonders beachtet werden muss.

Wer sich nicht wohl fühlt und unsicher ist, sollte auf jeden Fall zunächst seinen Betriebsarzt aufsuchen. Nach dem Motto: Lieber einmal zu viel als einmal zu wenig. Aufgabe des Betriebsarztes in diesen Tagen ist es, über das Infektionsgeschehen zu informieren, verantwortliche Akteure und Beschäftigte im Betrieb sowie Kräfte in Küchen und Kantinen zu beraten, Aushänge zu erstellen, offizielle Empfehlungen im Betrieb umzusetzen und die epidemiologische Entwicklung zu beobachten.

Vorbeugen ist offensichtlich immer noch das höchste Prinzip! Der Verband rät Folgendes:
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