von Ines am 20.01.2014, 11:57 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Eine aktuelle Studie des Beratungsunternehmens McKinsey deckt im deutschen Ausbildungssystem Defizite auf: Laut einer Umfrage ist jeder vierte Arbeitgeber (26%) unzufrieden mit Leistung und Fähigkeiten von Berufsanfängern. Sie klagen insbesondere über eine mangelhafte berufliche Qualifikation des Nachwuchses. Vor allem fehlten praktische Erfahrungen und die Fähigkeit, systematisch Probleme zu lösen. Ähnlich schlecht wurde auch die Arbeitsmoral bewertet.

Doch auch von Seiten der Azubis gibt es Kritik an der Ausbildung in deutschen Unternehmen: Lediglich jeder Dritte würde sich noch einmal für dieselbe Ausbildung entscheiden. Zwei Drittel (64 Prozent) der jungen Leute dagegen fühlen sich im Nachhinein über ihre Berufswahl unzureichend oder sogar falsch informiert. McKinsey-Beraterin Solveigh Hieronimus bilanziert hierzu laut Pressemitteilung wir folgt: „Unser aktuelles System der Berufsinformation und -beratung garantiert nicht, dass junge Menschen die Ausbildung wählen, die tatsächlich die beste für sie ist“ und „Die Bildungssysteme in ganz Europa – auch das deutsche – bereiten jungen Menschen nicht ausreichend auf den Arbeitsmarkt vor.“

Der Austausch sowohl zwischen Bildungseinrichtungen und Ausbildungssuchenden als auch zwischen Bildungseinrichtungen und Arbeitgebern scheint demnach nicht optimal zu funktionieren. Die Wünsche, Erwartungen und Anforderungen von Berufsanfängern und Arbeitgebern klaffen häufig weit auseinander. Um dies zukünftig zu vermeiden, schlägt McKinsey vor, den Austausch zwischen Schülern, Arbeitgebern und Ausbildungsinstitutionen zu verbessern, so wie es beispielsweise der Arbeitsmarktmonitor der Bundesagentur für Arbeit bereits tut. Außerdem sollten Schüler bereits ab zwölf Jahren und grundsätzlich häufiger über Berufswege informiert werden.

Bildquelle: © momius – Fotolia.com